Donald Trump zieht die EU über den Tisch, aber so richtig! Leidtragender sind vor allem die Produzenten in Deutschland, die Maschinen in die USA exportieren. Aber erstmal ein Schritt zurück. Wir haben es ja gleich gesagt – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte den Deal mit Donald Trump „sensationell“ gut ausverhandelt (Scherz). EU-Produkte werden in den USA mit 15 % verzollt, und US-Produkte in EU-Häfen mit 0 % – das ist doch mal ein fairer Deal (nochmals „Scherz). Wie schrieb ich mit meiner Glaskugel auf dem Tisch erst am Montag: EZB-Präsidentin Christine Lagarde machte verdammt unkluge Äußerungen, nämlich dass Europa die US-Zölle doch recht gut verkraften könne (sinngemäß zusammengefasst). Auch wenn Lagarde mit der EU-Kommission nichts zu tun hat – in Washington wird so eine Aussage wahrgenommen als schwergewichtige Aussage aus Europa.
Jede Menge zusätzliche EU-Produkte mit 50 % Zoll statt 15 %
Und was würde ein Donald Trump wohl machen, wenn Europa sagt, man könnte seine Zölle gut verkraften? Zölle weiter aufsetzen! Und was sehen wir aktuell, auch wenn es nicht direkt etwas mit den Aussagen von Christine Lagarde zu tun hat? Der 15 % Zoll von Trump wird längst verwässert! Bekannt war, dass Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU von 15 % Deal ausgenommen sind und mit 50 % Zoll in US-Häfen belegt werden. Nun stellt sich heraus: Die USA stecken einfach jede Menge Endprodukte aus der EU in diese Kategorie, und so werden viel mehr Produkte als gedacht eben nicht mit 15 %, sondern mit 50 % bezollt. Eine Katastrophe gerade für deutsche Exporteure.
Dazu liegen uns heute konkrete Aussagen des deutschen Maschinenbau-Verbands VDMA vor. Das Problem dabei ist: Letztlich kann man unzählige Endprodukte in die Kategorie Stahl und Aluminium packen – denn wo genau soll man die Grenze ziehen? Und so sagt es aktuell der VDMA. Immer mehr Produkte seien auf US-Seite von der pauschalen 15 % Verzollung ausgenommen, weil sie unter die weitaus höheren Stahl- und Aluminiumzölle fallen. Dies bedrohe viele Unternehmen existenziell.
Der VDMA verweist auf Aussagen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, wonach das wichtigste Element der Vereinbarung mit der Trump-Regierung sei, dass man für die meisten EU-Produkte, darunter auch Fahrzeuge und Arzneimittel, eine sehr klare Linie bei 15 Prozent gezogen habe. Dabei lässt Frau von der Leyen laut VDMA jedoch zwei wesentliche Punkte unerwähnt, die den „Zolldeal“ in einem anderen Licht erscheinen lassen. Zum einen haben die USA laut VDMA die Liste all jener Produkte erheblich ausgeweitet, für welche die weitaus höheren Stahl- und Aluminiumzölle gelten sollen. Infolgedessen unterliegen nun etwa 30 Prozent der US-Maschinenimporte aus der EU einem Zoll von 50 Prozent auf den Metallanteil des Produkts. Das bedeutet für viele Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe wie dem Maschinen- und Anlagenbau, dass ihr gesamtes US-Geschäft gefährdet ist, so die Aussage des Verbands.
Zum anderen solle die Liste der Stahl- und Aluminiumzölle alle vier Monate überprüft und gegebenenfalls erweitert werden. Statt Planungssicherheit, wie von der EU-Kommission verkündet, wird also weiterhin Unsicherheit im transatlantischen Handel vorherrschen, weil der „Zolldeal“ nicht auf Dauer gilt, so der VDMA. Hinzu komme eine erhebliche Zusatzbelastung durch Bürokratie, weil die Stahl- und Aluminiumzölle in einem aufwändigen Verfahren ermittelt werden. Unternehmen müssten nämlich unter anderem Erklärungen zur Stahlschmelze, zur Herkunft der Gussteile und zum Nachweis des Metallgehalts liefern. Diese Daten könne der typische mittelständischen Betrieb im Maschinenbau gar nicht im Detail beschaffen.
Der VDMA hat sich daher in einem offenen Brief an Frau von der Leyen gewandt. Darin wird die Kommission nachdrücklich aufgefordert, alle verfügbaren Anstrengungen zu unternehmen, um die EU von den Zöllen auf Stahl- und Aluminiumderivate zu befreien und sicherzustellen, dass Maschinen und Ausrüstungen von künftigen sektoralen Zöllen ausgenommen werden. Denn schon jetzt würden rund 150 neue Produkte in die Liste der Stahlderivate aufgenommen, für die künftig ein Zollsatz von 50 Prozent auf den Metallgehalt des Produkts gelten würde. Darunter befinden sich Motoren, Pumpen, Industrieroboter oder Land- und Baumaschinen. Bei der nächsten Überprüfung in vier Monaten könnten weitere Produkte dazukommen, etwa Drohnen oder Windturbinen und deren Komponenten. Dies sei für die Branche ein nicht tragbares Ergebnis eines angeblich Stabilität bringenden „Zolldeals“.
Der VDMA hat sich seit der ersten Ankündigung der Zölle vorsichtig optimistisch geäußert, dass ein dauerhafter 15-Prozent-Zoll zumindest Planungssicherheit für die Unternehmen bringen könnte. Nach der nun getroffenen Vereinbarung lautet das Fazit von VDMA-Präsident Bertram Kawlath jedoch, dass die neuen Zölle die europäische Industrie erneut verunsichert haben. Der dadurch verursachte Schaden und die Aussicht auf weitere Zölle in den kommenden Monaten würden wichtige Industriezweige im Maschinenbau an den Rand einer existenziellen Krise treiben.
Kommentar
FMW: Wo man zunächst dachte, mit 15 % Zoll können die Produzenten in der EU ja gerade noch leben – da sehen wir beim genaueren Hinschauen ein Debakel für die Produzenten in der EU! Mit welchem Verhandlungsgewicht oder Geschick möchte sich Frau von der Leyen dem entgegenstellen? Es ist keine Hoffnung auf Besserung in Sicht.
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Daran sieht man wie verblö….unsere Medialwirkungsvollen Führungskräfte sind.
Die Alten haben immer geweint und gejammert…und dann im Hinterzimmer gefeiert….heute muss alles sofort gepostet werden…Ach wie sind wir doch Voge
Moin, moin,
die EU kann es nicht, ein Versagen aller Politiker in Brüssel. Wofür werden die Politiker in Brüssel bezahlt? Kommen alle über undurchsichtige Wege nach Brüssel, Know-How und Können nicht vorhanden. Was war also von denen zu erwarten? Nichts, gar nichts oder überhaupt nichts.
Fazit: Den USA kommt man nur bei, wenn man sich nicht von ihnen abhängig (Microsoft etc.) macht. Ohne Augenhöhe keine sinnvollen Verhandlungen. Trump kriegt sie alle.
Dass UvdL berechtigter Weise als eine Person gesehen wir, die mit ihrem vorgeschobenen bzw. verrückten Green Deal den USA über viele Jahre erheblich geschadet hat, braucht man nicht diskutieren. Der Digital Service Act reiht sich in die freche Übergriffigkeit der Kommission ein, der erneut der Hosenboden stramm gezogen wird.Vor allen Deutschland wird nun zusätzlich die Rechnung für die politisch dumme wie unverschämte Trittbrettfahrerei in puncto Sicherheit präsentiert, welche vorwiegend die amerikanische Unter- und Mittelschicht bezahlt haben. Das wird bitter für uns, aber klar ist, der hirnrissige deutsche Sonderweg wird beendet.
Ein Grund mehr, daß es zu einem JCPOA-Deal kommt, da das OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran auch ein wichtiger Absatzmarkt für die deutsche Maschinenbauindustrie ist. Für die Beendigung der Sanktionen zuständig ist der 47. US-Präsident Donald John Trump, welcher einerseits zurückliegend einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran zu verantworten hat, aber eben auch gleichzeitig im Zusammenhang mit seiner lobenswerten Agenda „Make Oil great again!“ nicht verkennt, daß die US-Texas-Ölindustrie und die Öl-Allianz OPEC+ ein Gleichgewicht im Ölgeschäft bilden. Präsident Trump ist auch grundsätzlich willens für lobende Worte gegenüber der iranischen Ölindustrie. Was noch fehlt, ist der politische Wille von Sir Donald, mit der Islamische Republik Iran, wie von Religionsführer Ajatollah Khamenei gefordert, auf Augenhöhe zu agieren./Quelle für letzteres: irna.ir.
In der rheinland-pfälzischen Stadt Neuwied ist der Maschinenbauer Winkler & Dünnebier ansässig. Ministerpräsident Alexander Schweitzer reist am diesjährigen Tag der Deutschen Einheit in die USA.
Rheinland-Pfalz übernimmt in Kürze den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz, auch im Zusammenhang mit der Agenda Außenwirtschaftspolitik. Im Rahmen der genannten Ministerpräsidentenkonferenz bliebe es Ministerpräsident Boris Rhein ja unbenommen, auf eine bestehende Premiumpartnerschaft zwischen Hessen und den USA zu verweisen.
Der Zollwahnsinn wird auf Trump zurückfallen. Am Ende wird er ihm den Kopf kosten, dann ist der Albtraum vorbei. Das ist die wahrscheinlichere Variante.
Die unwahrscheinlichere Variante, aber immerhin eine mögliche: Er entfacht einen Weltenbrand, wie dazumal ein anderer Wahnsinniger. Dann wird es ein langer Albtraum.
Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Rezession in Europa und China.
Je nach Schwere Kreditausfälle die kritisch werden können. Ich würde einen Crash der überhitzen Märkte nicht ausschließen wollen.
Alle Zentralbanken werden vermutlich eher Tauben als Falken.
Die Wirtschaftssysteme werden sich anpassen und aus dem Tief wieder raus kommen.
Die USA werden wirtschaftlich profitieren, vermutl. sogar schnell und stark aber ihre Währung dafür der Inflation zum Fraß vorwerfen.
Glaube ich!
Man kann den Ausspruch von Lagarde als Schönrednerei betrachten die sich nun sofort rächt. Auf längere Sicht ist Schönrednerei sowieso immer negativ.
Was jammert Ihr. Das alles hat System seitens der EU. Es geht um Deindustrialisierung Europas mit den von Euch gewählten Regierungen. Und Wahlen werden dies auch nicht mehr verhindern, der Zug ist abgefahren.
Einzig und Allein die Rüstungsindustrie wird überleben, doch für was wird diese gebraucht? Dreimal könnt Ihr raten.
Genau meine Worte 👍
Bei Kupfer wird es auf so laufen und ob jemals bei Autos die 15%-Regelung angewendet wird, würde ich bezweifeln.
Übrigens, die vielen zugesagten hunderte Milliarden hat die EU auch nie vorgehabt zu „zahlen“.
tja, wer sich von anderen abhängig macht, wird abgezogen. War so bei Erdgan bei der Einwanderung, war so bei Putin bei Erdgas, ist so bei China und jetzt ist es so halt auch bei der USA. Immerhin ist jetzt klar dass die USA kein Partner oder gar Freund ist. Die USA ist eher so etwas wie der Kriminelle nebenan, dem man Schutzgeld zahlt, wobei man nie weiß ob der im Ernstfall auch kommt wenn man ihn braucht.
Jeder Staubsauger-Vertreter muss mehr Verhandlungsgeschick vorweisen können, als die Mächtigen, die uns beherrschen wollen.
Aber von seinem Geschick hängt auch sein Einkommen ab.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Erst in einer Krise zeigt sich, ob jemand Führungsqualitäten hat.
ich bin selber „Schwarzer“ aber Von der Leyen und Lagarde sind die beiden unfähigsten Politiker in Europa und haben ihren Job nur wegen eines schmutzigen Deals von Merkel und Macron… wir sind selbst von diesen Zöllen betroffen und es ist eine Totalkatastrophe…
@ Grosser Bär, auch die Amis werden eine Rezession bekommen. Die zurückgedrehte Globalisierung wird über die Inflation einen grossen Bremser bewirken. Ich sehe China und Asien eher positiv da sie die Korrektur in den Immos und Börsen schon „ ZUGELASSEN HABEN“ und die Restwelt mit billigen Produkten überschwemmen werden. Die Dickfische werden auch keine Patrioten sein wenns ums Geld geht und auch dort investieren wo Wachstum noch möglich ist. Der Donald ist ja geradezu der grösste Turbo für die Brics.
Trump bekommt nicht den Nobelpreis aber als grösster Förderer der Brics wird er wohl in die Geschichte eingehen
da wär ich mir nicht so sicher.
Möglich, dass die Zölle genau das bewirken, wofür sie angeblich verhängt werden. Steigerung der Binnenproduktion und Nachfrage.
Es gibt Branchen die profitieren, andere legen drauf.
Das mit der Chinaschwemme sehe ich und ich glaube, es wird Reaktionen geben, die Zöllen ähneln, es geht gar nicht anders.
Wenn die Kreditausfälle in den Bilanzen ber Banken ankommen und die Gewerbesteuerausfälle bei den Gemeinden, dann wird auch die Mehrwertsteuer erhöht. Geschätzt auf 23 %.
Hat zwar nicht viel miteinander zu tun, aber die Banken müssen dann ja auch gerettet werden..
Sicher der richtige Zeitpunkt den Bürgern ein Konto bei der EZB mit der Aussage aufs Auge zu drücken:
„Bei uns besteht unbegrenzte Einlagensicherung, denn wir können Geld drucken“.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
das mit den Zöllen stimmt so nicht. Ich spreche aus persönlicher Erfahrung: man muss den Aluminium und Stahl Anteil des Produktes mitteilen und NUR für diesen Anteil zahlt man die 50%, nicht aufs ganze Produkt