Ende letzter Woche hat Trump den großen Schwung seiner neuen Zölle verkündet. Länder wie die Schweiz werden besonders hart getroffen mit 39 %, andere kommen glimpflicher davon. Aber der Gesamtschnitt steigt gegenüber den bisherigen Zöllen nur ein kleines Stück. Aber im Vergleich zur Zeit vor seinem Amtsantritt ist es doch ein großer Sprung.
Die von Präsident Donald Trump ausgeweiteten gegenseitigen Zölle gelten laut einer Mitteilung der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde nicht für Produkte, die vor Donnerstag, 00:01 Uhr New Yorker Zeit, auf ein Schiff verladen wurden, um in die USA transportiert zu werden. Die Mitteilung, die heute Nacht von der US-Bundesregierung veröffentlicht wurde, enthält laut Bloomberg News Einzelheiten zur Umsetzung der von Trump letzte Woche angekündigten Zölle, durch die die Abgaben für Dutzende von Handelspartnern erhöht werden sollen.
Die erwarteten Ausnahmen für Produkte, die unter das vom Präsidenten während seiner ersten Amtszeit ausgehandelte Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada fallen, sind in dem Dokument enthalten, ebenso wie Ausnahmen für Hilfsgüter wie Lebensmittel, Kleidung und Medikamente, die als Hilfe verteilt werden sollen. Ebenso wenig betroffen ist die vom Präsidenten angedrohte Strafsteuer von 40 % auf Waren, die nach Ansicht der Bundesregierung umgeschlagen werden, um länderspezifische Zölle zu umgehen.
Insgesamt wird der durchschnittliche US-Zollsatz laut Bloomberg Economics auf 15,2 % steigen, wenn die Sätze wie angekündigt umgesetzt werden. Das ist ein Anstieg gegenüber den bisherigen 13,3 % und deutlich höher als die 2,3 % im Jahr 2024 vor Trumps Amtsantritt.
Trumps länderspezifische Zölle wurden als Kernstück seines Plans bezeichnet, die Handelsdefizite zu verringern und Unternehmen unter Druck zu setzen, Produktionsarbeitsplätze und Investitionen in die USA zu verlagern. Trump hatte zuvor seine im April angekündigten sogenannten Vergeltungszölle verschoben, um Zeit für Verhandlungen zu gewinnen, da die Länder bessere Handelsbedingungen erzielen wollten.
Einige Länder, darunter die Schweiz und Indien, versuchen noch vor Ablauf der Frist am Donnerstag, Vereinbarungen zur Senkung ihrer Zölle auszuhandeln. Es wird erwartet, dass Trump in den kommenden Wochen separate Zölle auf Importe von Arzneimitteln, Halbleitern, kritischen Mineralien und anderen wichtigen Industrieprodukten bekannt geben wird, was für Unternehmen und Investoren weitere Unsicherheit bedeutet. Am Montag drohte er außerdem mit „erheblich“ höheren Zöllen auf Exporte aus Indien in die USA, weil das Land nach wie vor viel Öl aus Russland kauft.
Während seine Zölle der US-Regierung bereits Milliarden an Einnahmen bescheren, sind die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen unklar. Kritiker sagen, dass sie die Kosten für US-Verbraucher und Unternehmen erhöhen und die Inflation verschärfen werden.
FMW/Bloomberg
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