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Ein Unfall mit Ansage Trump: Zölle-Drohungen – irren die entspannten Aktienmärkte?

Aktienmärkte als Korrektiv

Foto: Bloomberg

Unterschätzen die Aktienmärkte die permanente Zölle-Drohung von Trump? Es vergeht fast kein Tag, an dem der neue US-Präsident nicht über seine Ideologie spricht: Nämlich der Verhängung von Zöllen gegenüber dem Ausland, welches sich mit Überschüssen wohlhabend mache, während die USA hierfür die Zeche zahlen müssten. Bei einem Ausgleich dieser wirtschaftlichen Ungerechtigkeit könne man sogar auf Einkommenssteuern in den USA verzichten, so sein Narrativ.

Gleichzeitig eskaliert Trump außenpolitisch mit der Ankündigung des Ausstiegs aus der NATO, dem Jahrzehnte-alten westlichen Militärbündnis. Doch dies ist ein anderes Thema.

Bei dem täglichen Tohuwabohu um Zölle gegenüber Kolumbien, Mexiko, Kanada, China, der Europäischen Union und Staaten aus den Emerging Markets, ist es extrem erstaunlich, dass die Aktienmärkte (noch) nicht darauf reagieren. Glaubt man nicht an hohe Zölle und besteht damit das Risiko einer substanziellen Korrektur an den Kapitalmärkten, sollte Donald Trump die Warnungen aus seinem eigenen Beraterteam ignorieren?

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Der Versuch einer Einordnung.

Warum sich Donald Trump mit seinen Zöllen verrennt

Eines kann man dem US-Präsidenten nicht vorwerfen: dass er sich, wie bei anderen Politikern an der Tagesordnung, nicht an seine Wahlversprechen hält. Donald Trump blieb bisher seinen Ankündigungen treu, indem er sofort Zölle verkündete und wie im Falle Chinas auch umsetzte. Gleichzeitig setzte er aber Zeitlimits für die konkrete Umsetzung. Denn eines ist auch klar: es wird Nebenwirkungen geben bei seiner Rosskur, was er in gewohnter Weise sogar negiert.

Hier einige Argumente für die These eines Scheitern der aggressiven Zollpolitik Trumps in einer globalisierten Welt.

Die USA sind zwar eine Nation, in der die Wirtschaft zu 70 Prozent vom Konsum der eigenen Bürger abhängt und einen Industriesektor besitzt, der nur 11 Prozent zum Bruttosozialprodukt beiträgt – im Vergleich zu Deutschland mit 28 Prozent. Aber dennoch muss man hierzu 50 Prozent an Vorprodukten aus aller Welt importieren, im Falle des Maschinenbaus überqueren die Komponenten die Grenze gleich mehrfach. Damit wird das erste Dilemma sichtbar.

Das nächste sind die unmittelbaren Nachbarn Mexiko und Kanada. Mexiko ist ein sehr wichtiger Handelspartner, der 80 Prozent seiner Exporte in die USA liefert, so dass ein 25 Prozent Zoll auf Autos und andere Waren sofort die Inflation der USA anfachen muss.

Hier nur ein Beispiel über die Verquickung der Nachbarstaaten mit einer Grafik über die Filialen von Home Depot in den angrenzenden Ländern:

Trump Zölle Nafta

Sollte Donald Trump die Zölle im angekündigten zweistelligen Prozent-Bereich umsetzen, würde dies unmittelbar einen Infaltionsschub zur Folge haben. Hier nur ein Beispiel, was allein Zölle auf Medikamente aus Europa (bei reziproken Zöllen) zur Folge hätten:

Ein Anstieg der landesweiten Teuerung von nur 0,5 Prozent hätte zudem deutlichen Einfluss auf die US-Zinspolitik.

Die Federal Reserve würde mit weiteren Zinssenkungen pausieren, gleichzeitig sollten die Kapitalmarktzinsen nach oben gehen. Denn deren Rendite bemisst sich an der Inflation, plus Risikoaufschlag.

Die Rendite der so maßgeblichen zehnjährigen US-Staatsanleihe könnte über 5 Prozent klettern, bei 7 Billionen Dollar an zu refinanzierenden Altanleihen in diesem Jahr. Was nicht nach besonders viel klingt, aber nahezu alle Konsumentenkredite hängen an dieser Benchmark: Häuser, Autos, Kreditkarten, Studentenkredite.

Hier der Turnaround bei der Inflationsentwicklung in den USA. Wenn jetzt durch die Zölle noch etwas draufkommt, muss das Folgen haben. Ganz abgesehen davon, dass Donald Trump eben gewählt wurde, um die Inflation im Lande nach unten zu bringen:

Das andere Problem ist der US-Haushalt mit seinem Zinsposten, der unaufhörlich nach oben strebt. Denn die Zinszahlungen der Altanleihen in Höhe von 36 Billionen Dollar betragen schon über 1100 Milliarden Dollar, zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 3,4 Prozent. Und wo liegen die Renditen heute, von T-Bills (den US-Anleihen bis ein Jahr Laufzeit) bis zu den Langläufern?

Zuletzt betrug das Steueraufkommen in den USA 5 Billionen Dollar, während sich die Ausgaben auf über 7 Billionen Dollar beliefen.

Ein Umstand, den Elon Musk mit seinem DOGE-Team ändern möchte. Mit Brachialgewalt und schon mit Erfolg, was zur Folge hat, dass er den Bürgern in einer neuen Runde Helikopterschecks Tausende Dollar zurückgeben möchte. Denn ihm ist auch eines klar, wenn dem Bürger das Geld für den Konsum knapper wird, ist es bis zu einer Rezession nicht mehr weit.

Nur dumm, dass mit Stimuli die Nachfrage steigt, ohne dass das Angebot größer wird. Ein klassischer Fall für steigende Inflation. Denn über allem schwebt die Geldmenge, die hoch bleiben muss, sonst geht es dem überaus wichtigen Aktienmarkt an den Kragen. Fangen Staat und Bürger gleichzeitig zu sparen an, ist es vorbei mit der Hausse am Markt. Hier der Gleichlauf von Liquidität und Aktienmarkt.

Donald Trump und sein großes Regulativ – die Aktienmärkte

Bekannterweise verknüpft der neue und alte US-Präsident Trump seine Wirtschaftspolitik mit der Performance seines Lieblingsindex, des Dow Jones Average. Bei jedem neuen Tausender sprang er in seiner letzten Amtszeit flugs vor die Kameras. Selbst in den wenigen Wochen seiner aktuellen Regierungszeit war zu erkennen, dass er bei rückläufigen Aktienkurse sofort etwas gedämpfter in seinen Zolldrohungen wurde. Wie aus dem Weißen Haus zu vernehmen ist, gab es noch keinen US-Präsidenten, der so oft auf die Entwicklung der Aktienmärkte geblickt hat.

Aktuell verständlich, denn ein stärkerer Rückgang der Aktienmärkte hätte finanzielle Dimensionen zur Folge, die die möglichen Einnahmen von Zöllen bei Weitem übersteigen würden. Denn die USA stehen in einer Hausse, die alles in den Schatten stellt. Als Donald Trump 2017 sein Amt übernahm, stand der S&P 500 bei 2250 Punkten und der Dow Jones bei 19.800 Zählern. Und heute?

Wie schon letzte Woche dargestellt, stieg der Wert der amerikanischen Aktien seit dem Tief der Finanzkrise im März 2009 von unter 10 Billionen Dollar auf über 63 Billionen Dollar. In den USA besitzen 60 Prozent der Bürger Aktienportfolios, das Medianvermögen am Aktienmarkt beträgt 250.000 Dollar und, und, und!

Wohl nirgendwo ist man so abhängig geworden vom Stand der Aktienmärkte, aber der 94-jährige Warren Buffett, der alle 12 Rezessionen seit dem Zweiten Weltkrieg miterlebt hat, hob nicht nur den Cash-Bestand in seiner Berkshire Hathaway auf über 325 Milliarden Dollar an, er verkaufte sogar all seine ETFs auf den S&P 500. Er scheint mit einer schwachen Aktienmarktentwicklung in den USA zu rechnen. Mit anderen Worten: Da er den Großteil der T-Bills, US-Anleihen bis zu einer Jahr Laufzeit und mit einer Rendite von 4,3 Prozent, akkumuliert hat, geht er anscheinend von einer Periode schwächeren Wachstums aus, welches er mit den Kurzläufern überbrücken könnte.

Und in dieser Phase will der neue Präsident Zolleinnahmen für die USA generieren, was aber Steuern für den kleinen Mann sind, da die Firmen diese Kosten zunächst auf die Verkaufspreise draufsatteln, so lange es geht.

Abverkauf der US-Aktienmärkte am Freitag

Die Woche endete mit einem kapitalen Rutsch bei allen US-Aktienindizes. Man könnte jetzt spekulieren, dass dies den Zöllen geschuldet sei, die die Märkte doch schlagartig einpreisten. Aber beim Dow Jones war es das Schwergewicht United Health, welches mit seinem 10-prozentigen Anteil im Index denselben nach unten zog. Bei den anderen Indizes reagierte man auf schlechte Konjunkturdaten, die extrem schwaches Wachstum im 70 Prozent Sektor, den Dienstleistungen, indizierten. Dazu ein sehr schwacher Nebenwerte-Sektor – Russell 2000 -, der anscheinend sehr allergisch auf mögliche höhere Zölle reagiert.

Denn der am Freitag veröffentlichte US-Einkaufsmanagerindex mit 50,4 Punkten, auf einem 17-Monatstief, das passt nicht zur allgemeinen Stimmung, die es nach der Wahl Donald Trumps gegeben hat. Dass das US-Wachstum zu einem Problem werden könnte, zeigte auch die Entwicklung der 10-jährigen US-Staatsanleihe. Die Rendite fiel zu Wochenschluss auf 4,42 Prozent, trotz steigender Inflation, ein klarer Hinweis, dass die USA ein Konjunkturproblem bekommen könnten.

Fazit

Es erscheint immer mehr als schlechter Scherz, wenn Trump davon spricht, Amerika wieder groß machen zu wollen. Was soll das heißen, bei einem Land das zuletzt völlig über seine Verhältnisse gelebt hat? Mit einer durchschnittlichen Neuverschuldung von 7 Prozent über fünf Jahre, was zu einem Bruttoinlandsprodukt von fast 30 Billionen Dollar führte. Was einem Viertel des Weltsozialprodukts entspricht und das bei einem Bevölkerungsanteil von etwa 4 Prozent. Und amerikanische Aktienmärkte, der einen Anteil von 73 Prozent am MSCI World erreicht hat. Aber gleichzeitig sind die USA ein Land, welches in Relation zum Bruttoinlandsprodukt so verschuldet ist, wie nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr – und dessen Zinslast bei etwa 5 Billionen Dollar Steuereinnahmen auch schon bei gut 1100 Milliarden Dollar steht.

Was noch sehr viel höher wird, erst recht, wenn es zu einem substanziellen Anstieg der Inflation käme, weil Trump es mit den Zöllen überzieht.

Wenn also Trump mit Brachialgewalt und fragwürdigen Methoden das Ausland dazu zwingen will Amerika reicher zu machen, wohin wird das alles führen? Wohl eher in eine Rezession, dem Gegenteil von MAGA.

Die Aktienmärkte deuten doch schon darauf hin. Denn zum ersten Mal seit langer Zeit laufen ausländische Märkte besser, als die von den Magnificent Seven getriebenen Indizes in den USA. Dies dürfte dem selbst ernannten „Heilsbringer“ mit seiner neuen Regierung sicherlich nicht gefallen.

Der gigantische US-Aktienmarkt wird dem US-Präsidenten seine Schranken aufweisen, dieser ist Regulativ und Damoklesschwert in einem.

Die für mich aussagekräftigste Grafik unter Hunderten, die ständig für die Bewertung der USA herangeführt werden, ist die folgende. Die USA sehen gerade die längste Periode, in der der maßgebliche S&P 500 den Rest der Welt outperformt hat. Was historisch anschließend erfolgt ist, lässt sich anhand der Farben rasch nachvollziehen:

Um nicht missverstanden zu werden: Das soll kein Amerika-Bashing sein, sondern nur eine nüchterne Bestandsaufnahme über die Vereinigten Staaten, die es in vielerlei Hinsicht in der letzten Dekade so richtig haben krachen lassen.



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13 Kommentare

  1. Zu derzeitigen Zöllen USA -> D:
    Ein Freund in den USA hat mir ein Werkzeug geschickt. Nur so zum Spaß, und um zu sehen was die deutsche Zollbehörde verlangt.
    Hat gekostet:
    Einkauf 41$
    Versand 48,60$ (1,2 kg)
    Zoll 16,37€ (ca.40% des Einkaufpreises!!)
    Auslagepauschale 6€

    Also wenn D auf Werkzeug aus den USA 40% Zoll erhebt, dann ist USA mit 25% Einfuhrzoll noch günstig!

    1. @Ralf

      Die nette Anekdote ist ganz amüsant, aber einfach nur frei erfunden.
      Denn Waren bis 150 Euro sind zollfrei. In Ihrem Fall spielt es auch keine Rolle, ob die Versandkosten zum Warenwert hinzugerechnet werden, weil sie nicht gesondert ausgewiesen sind.

      https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/Zollbefreiungen/Aussertarifliche-Zollbefreiung/Sendungen-mit-geringem-Wert/sendungen-mit-geringem-wert_node.html#:~:text=Maßgebend%20für%20die%20Feststellung%2C%20ob,selbst%20ohne%20Transport%2D%20und%20Versicherungskosten.

      1. @Michael…sehr geil…direkt der Lüge überführt und dingfest gemacht…perfekt…so müsste der Faktencheck auch bei gr0ßen Persönlichkeiten und deren Aussagen funktionieren…das wäre herrlich…danke dafür

        1. @Ranzentier,
          da ist nichts gelogen! Ich kann Ihnen die Belege gerne zukommen lassen. Senden Sie mir Ihre Email Adresse und sie erhalten die Belege.

          1. Waren unter 150 € sind zollfrei, aber die 19 % Einfuhrumsatzsteuer wird trotzdem fällig.
            Das wird oft fälschlich als „Zoll“ bezeichnet.

            Falls der Warenwert nicht korrekt angegeben wurde oder Unklarheiten bestehen, kann der Zoll eine genauere Prüfung veranlassen. Manchmal werden dann auch Waren unter 150 € für eine Abfertigung zurückgehalten bzw. verzollt.

            Für einige Produkte (z. B. Alkohol, Tabak, Parfüm) gelten besondere Steuern und Abgaben, auch wenn der Warenwert unter 150 € liegt.

          2. @Permanix
            Ich habe einen Beleg, wonach der zu zahlende Betrag in Höhe von 16,37€ als ZOLL ausgewiesen ist, plus einer Auslagenpauschale von 6,00€.
            Es ist nun mal so. Ihr Kommentar versucht eine Erklärung, wofür ich Verständnis habe und dankbar bin. Die anderen Kommentare bezüglich meines Posts sind jedoch beleidigend und ehrverletzend. Eigentlich sollte ich dagegen Strafanzeige stellen.

          3. @Ralf, ich würde Einspruch beim Zollamt einlegen. Sieht nach einem Fehler aus.

      2. @Michael
        Ich denke über eine Strafanzeige gegen sie nach. Ich habe nichts erfunden, alle Belege liegen mir vor, und es ist darin eindeutig von Zollgebühren die Rede! Ihr Kommentar ist beleidigend!

        1. @Ralf

          Nur zu, ich bin schon gespannt auf die Begründung meiner ehrverletzenden Beleidigung 😄
          Etwa so: „Dieser böse Kerl hat geschrieben, ich würde hier etwas frei erfinden. Zu allem Überfluss hat er das auch noch mit einem verlinkten Zitat von der offiziellen Website des Zoll untermauert.“

          Kleiner Tipp am Rande: Es gibt genügend kostenlose Online-Portale, auf die Sie Ihre Dokumenten-Scans hochladen und per Verlinkung teilen können. Dann aber bitte die kompletten Dokumente, sodass überprüfbar ist, ob nicht auch noch andere Waren versendet und dadurch Zollfreigrenze überschritten wurde.

          1. @Michael,
            bitte benennen sie ein Onlineportal auf das ich die Dokumente hochladen kann. Werde das dann umgehend tun. Es handelt sich um den „Import“ von nur einer Rasp/Feile und nichts weiter.

          2. @Michael (nochmal),
            Die von Ihnen angegebene Webseite des Zoll hilft bei der Aufklärung. Zu Ihrer Aussage wonach „… Waren bis 150 Euro sind zollfrei. In Ihrem Fall spielt es auch keine Rolle, ob die Versandkosten zum Warenwert hinzugerechnet werden, weil sie nicht gesondert ausgewiesen sind…“ :
            Die Versandkosten waren gesondert ausgewiesen (48,60$). Inklusive dem Warenwert von 41$ ergibt sich ein Gesamtbetrag von 89,60$. Darauf werden 19% Einfuhrumsatzsteuer fällig (siehe die von Ihnen angegebene Webseite), was bei einem Wechselkurs von 1,04 einem Betrag von 16,37€ entspricht.
            Man kann es auch Zollgebühr nennen wie auf dem Aufkleber auf der Warensendung oder Zoll-/Einfuhrabgaben wie auf dem Zahlbeleg. Bei einem Warenwert von >150€ errechnet sich die Zollabgabe anders, wie genau habe ich noch nicht nachgesehen, und kann nur vermuten dass sie höher ist (evtl wissen Sie genaueres), werde das interessehalber noch nachholen. Ich für meinen Teil kann die Forderung nach entsprechenden Zollgebühren (tariffs) bei Import in die USA jedenfalls nachvollziehen. Ja, in den USA gibt es auch eine „value added tax“, die in den einzelnen Bundesstaaten unterschiedlich ist, allerdings deutlich geringer als die 19% MWSt bei uns.

          3. @Ralf

            Zuerst einmal bedauere ich, Ihnen mit dem ersten Kommentar zu nahe getreten zu sein.
            Leider treiben hier im Forum ein paar sehr aggressive und destruktive Zeitgenossen unablässig ihr Unwesen, indem sie Verunsicherung, Hass und Hetze schüren und ständig versuchen, die Leserschaft zu spalten. Daher fällt es nicht immer leicht, die richtige Tonalität zu finden. Sorry!

            Nachdem ich Ihren Kommentar ein zweites Mal gelesen und @Permanix seine Antwort gepostet hatte, dachte ich mir aufgrund der Beträge schon fast, dass Sie mit Zöllen die Umsatzsteuer meinen. Diese wird fällig auf jede Art von Umsätzen, also auch auf die Versandkosten und nicht nur den Warenwert. Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer bezahlen Sie als privater Endkunde natürlich in jedem Land auf alle Waren und Dienstleistungen, unabhängig davon, ob die im In- oder Ausland erbracht bzw. produziert werden.

            Um also Handelsbedingungen „fair“ miteinander zu vergleichen, macht nur ein Vergleich der Nettopreise Sinn.
            Kostet ein in USA produziertes Gut bspw. 100 USD netto, und ein vergleichbares importiertes ebenso, macht die Steuer für den Endverbraucherpreis keinen Unterschied. Egal, ob sie nun Einfuhrumsatzsteuer, VAT, Sales Tax oder Consumption Tax heißt. Damit werden unfaire Bedingungen innerhalb einer Volkswirtschaft eben genau vermieden, weil es sich nicht rechnet, wegen fehlender oder geringerer Steuern im Ausland einzukaufen.

            In den USA sind die entsprechenden Steuern noch nicht einmal im Preis ausgewiesen. Wenn Sie dort etwa im Supermarkt oder Baumarkt für 100 USD laut Preisschildern einkaufen, bezahlen Sie an der Kasse immer entsprechend dem kommunalen Steuersatz mehr. Es kann sich in USA also durchaus lohnen, in der Nachbargemeinde einzukaufen, obwohl dort dieselben Waren laut Preisschild teurer sind. Das klingt für europäische Ohren seltsam, sei aber auch nur als Randnotiz erwähnt…

            Ein Großteil ausländischer Waren wird durch gewerbliche Distributoren, Großhändler oder das weiterverarbeitende Gewerbe importiert. Für alle Gewerbetreibenden ist die Umsatzsteuer irrelevant, weil sie über den Vorsteuerabzug durch die Finanzämter rückerstattet bzw. mit der erhobenen Mehrwertsteuer beim Weiterverkauf verrechnet wird.
            Sie schafft also keinerlei Vor- oder Nachteile für die Unternehmen in der jeweiligen Volkswirtschaft.

            Mit Einfuhrzöllen, wie von Trump geplant, hat diese Steuer aber nicht das Geringste zu tun. Die Forderung nach entsprechenden Zollgebühren beim Import in die USA lässt sich aufgrund unterschiedlicher Steuersätze weder ableiten, noch irgendwie nachvollziehen. Eventuell gelingt es Ihnen ja, Ihre Ansichten dahingehend überzeugend zu begründen?

            Die Umsatzsteuer schafft im Gegenteil sogar ungünstigere Bedingungen für europäische bzw. deutsche Endverbraucher im Vergleich zu den amerikanischen Kollegen. Durch zusätzliche US-Zölle würde sich dieses Ungleichgewicht noch weiter verschieben.
            Derart niedrige Steuersätze wie in USA gehen natürlich zulasten der amerikanischen Staatseinnahmen, wirken sich entsprechend auf die Verschuldung aus, was wiederum irgendwann in völlig anderen Bereichen durch wildgewordene Kettensägenschwinger mit MAGA-Käppi und fetter Rapper-Goldkette kompensiert werden muss 😩
            https://www.zdf.de/assets/elon-musk-242~2600×1300

  2. Trumpatoni wirds richten

    Herr Müller, sie müssen sich nicht für die wirklich realistische Einschätzung der über den Verhältnisse lebenden USA entschuldigen. Die Hegemonie der Amis geopolitisch und aktienmässig muss sich verändern und gerade die Sanktionen und Enteignungen von Russland werden über die Brics diese Entwicklung verstärken. Amerika lebt auf Kosten der Restwelt und nicht umgekehrt mit dem Werkzeug der abwertenden Leitwährung ( Entwertung der Schulden ) über längere Zeit.Ein Land kann nicht funktionieren mit immer kleinerem Industrieanteil und total überteuertem Dienstleistungs- Tech – Teil.
    Das GDP ist wie ein Kuchen, wenn immer weniger Kuchenbäcker einen kleineren Kuchen backen und immer mehr Kuchenfresser mit Nichtstun ein grösseres Stück vom Kuchen wollen ist Ende im Gelände.

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