Die Zölle von US-Präsident Donald Trump geben internationalen Aktienmärkten einen kräftigen Schub und tragen gleichzeitig dazu bei, die globale Dominanz des S&P 500 Index zu beenden – zumindest vorerst. Das berichtet Bloomberg.
Trump-Zölle machen internationale Aktienmärkte „great again“
Die internationalen Aktienmärkte sind auf dem besten Weg, den breiten US-Aktienindex S&P 500 in diesem Jahr zu übertreffen. Dies ist das erste Mal seit 2022 und das erste Mal in einem steigenden Markt seit 2009. Die Befürchtung, dass Zölle und Handelsunsicherheiten einen überproportionalen Einfluss auf das Gewinnwachstum der amerikanischen Unternehmen haben werden, ist der Hauptgrund dafür.
Der MSCI World Index ohne die USA übertrifft den S&P 500 im Jahr 2025 deutlich und ist bisher um 18% gestiegen, während der S&P 500 nur einen moderaten Anstieg von 7,8% verzeichnet. Die Gründe dafür lassen sich an den einzelnen Kursentwicklungen ablesen. Der wichtigste Aktienindex Mexikos ist in diesem Jahr um 18% gestiegen, der Kanadas um 12%, der Deutschlands um 21%, der Spaniens um 26%, der Brasiliens um 14% und der Großbritanniens um 11%.
Dies ist eine deutliche Kehrtwende nach Jahren starker Gewinne für US-Aktien, die zuletzt durch Mega-Cap-Technologieunternehmen und das Versprechen der künstlichen Intelligenz beflügelt wurden, während ihre globalen Konkurrenten relativ schwache Ergebnisse erzielten. Dadurch sind Aktien an Märkten außerhalb der USA relativ günstig geworden.
„Manchmal kommen die größten Gewinne aus den Möglichkeiten, die sich aus Sanierungsprojekten ergeben“, sagte Craig Basinger, Chefstratege bei Purpose Investments, in einem Interview.
Aktienmärkte: Bewertungslücke „historisch groß“
Die Bewertungslücke zwischen den US-amerikanischen und den internationalen Märkten ist laut Basinger „historisch groß“, und Investoren sind weitgehend überinvestiert in den Aktienmärkten der USA – und unterinvestiert in anderen Märkten. Dieser Trend hat sich in diesem Jahr umgekehrt und könnte sich noch beschleunigen, wenn Trumps Zölle diesen Monat in Kraft treten, während Handelspartner in Kanada, Europa, Japan und anderen Ländern investorenfreundliche Reformen einleiten und das Binnenwachstum ankurbeln, sagte er.
„Die Geschwindigkeit des Wandels ist auf den Märkten von Bedeutung, und es scheint, dass die internationalen Märkte im Allgemeinen etwas investorenfreundlicher werden“, sagte Basinger. „Amerika ist nach wie vor der Goldstandard, aber wenn sich die Lücke verringert, könnte sich auch die Bewertungslücke verringern.“
Die seit Jahren in europäischen und japanischen Aktien eingepreiste Prognose eines „extrem niedrigen Wachstums“ beginnt sich laut David Lambert, Managing Director, Senior Portfolio Manager und Leiter des Bereichs Europäische Aktien bei RBC Global Asset Management, ebenfalls zu ändern.
„Wir befinden uns derzeit in einer Phase, in der das Gewinnwachstum mittelfristig schrittweise steigen könnte“, so Lambert. „Es gibt keinen Grund, warum es in den kommenden Jahren nicht zu einer leichten Neubewertung kommen sollte, die sogar noch über das heutige Niveau hinausgeht.“
Mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Eine Umfrage von BofA Securities im Juni ergab, dass 54% der befragten Fondsmanager davon ausgehen, dass internationale Aktien in den nächsten fünf Jahren die beste Performance erzielen werden. Nur 23% waren dieser Meinung in Bezug auf US-Aktienmärkte.
Der Grund dafür sind die Zölle von Trump, die die Gewinne amerikanischer Unternehmen voraussichtlich stärker belasten werden als die von Unternehmen in Europa oder Japan, sagte David Groman, Direktor des globalen Aktienstrategieteams von Citi Research. Insbesondere Europa ist laut einer Mitteilung von Citi an seine Kunden vom Mittwoch führend in Bezug auf Wert und Dynamik.
„Es gibt mehr Klarheit, und die Anleger haben die Möglichkeit, zumindest grob abzuschätzen, wie sich die Zölle auf die Gewinne in Europa oder Japan auswirken werden“, sagte Groman in einem Interview. Märkte wie Europa hätten die negativen Auswirkungen der Zölle bereits eingepreist, und es könnte sich sogar herausstellen, dass sie besser als erwartet ausfallen, fügte er hinzu.
Natürlich sehen einige Strategen die Gefahr, dass die Probleme in den USA auf andere Märkte weltweit übergreifen könnten. Emily Roland und Matthew Miskin, Co-Chief Investment Strategists bei Manulife John Hancock, warnen davor, in einem solchen Umfeld internationale Aktien von geringer Qualität und zyklischen Charakter zu halten.
„Jedes Mal, wenn die USA in der Vergangenheit eine Rezession erlebt haben, hat dies auch den Rest der Welt in Mitleidenschaft gezogen“, schrieben sie kürzlich in einer Mitteilung an ihre Kunden.
Dennoch könnte die Umschichtung von US-Aktien hin zu internationalen Aktien „eine sehr lange Geschichte“ werden, so Basinger von Purpose.
„Die Leute haben derzeit einfach zu viel US-Aktien“, sagte er.
FMW/Bloomberg
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Wenn dem so wäre…was ich nicht glaube..aber wenn dem so wäre ,dann müsste man die „Big – Fifty“ im S & P 500 angreifen… mit Gegenzöllen oder milliardenschweren Markteintrittsbarrieren…
Aber das sehe ich nicht…
Im Gegenteil…
Die EU-Kommission hatte nicht die….sich Trump entgegenzustellen…
Demzufolge feiern natürlich die US – Indizes das ab…
Das kommt wegen der Dollarabwertung und hat nichts mit dem zu tun was in der Wirtschaft passiert. Deshalb betrachte ich das als Gelegenheit im Dollarraum einzukaufen.
Wir haben im Moment zwei Faktoren für die US Firmen/Konsumenten. Auf der einen Seite den immer schwaecher werdenden USD und auf der anderen Seite die Zoelle. Die Gewinne fuer importorientierte US Unternehmen müssten dann fallen.
Binnenwachstum hat die BRD am dringendsten nötig.
Gerade gestern ne Meldung gehört, dass 50% der Deutschen weniger Rücklagen als 2000,- € haben.
Gleichzeitig sinkt die Kraft der Beitragszahler für Rente und Sozialsyteme und die Zahl der Empfänger steigt.
Die Mieten fressen bereits 50% des Verdiensts.
Der sogen. Exportweltmeister unter Dr. merkel hat die Gesellschaft in den Ruin getrieben.
Hierzulande sind alle so medial auf Außenpolitik getrimmt, dass aus dem Inneren kein Protest zu erwarten ist. Ein Funke Hoffnung, dass die Amis unsere Kisten nicht mehr wollen.
@ Grosser Bär, 50 % der Amis haben keine 500Dollar Rücklage, da nähern sich der Importweltmeister und der Ex- Exportweltmeister immer mehr an. Beide Regierungen wollen den Bürgern immer noch das Märchen
vom reichen Land erzählen, 50% haben Nichts, die oberen 10% haben fast alles und der alles tragende Mittelstand wird gerade durch Schuldenmacherei und Steuern zerstört.
MMT hat die grösste Umverteilung in Gang gesetzt und endet erst wenns nichts mehr zu verteilen gibt als Schulden.
ja, ich verstehe nicht mehr, was mit unserem Journalismus los ist. Haben die keine Berufsehre mehr?
Das gehöhrt in die Ticker, nicht iregndein tägliches kindisches Parteigezänke oder ständige Berichterstattung der immer gleichen Themen im Ausland, wo Positionen eingenommen werden, die man gut oder schlecht findet. Vielleicht noch kostenpflichtige Telefonabstimmungen dazu.
Wenn der Journalismus nicht mehr tut ist die Demokratie in Gefahr.
Wir haben hier so eine Riesenbaustelle, dass Innenpolitik die Außenpolitik überwiegen sollte. E ist aber umgekehrt.
Der klassische Journalismus hat sich (auch Semantisch) überholt. Information geht nicht mehr nur vom Journal (Sender) zum Leser, sondern jeder ist heute ein Journalist, in den er Fakten diskutiert, Meinungen austauscht, Zukunft projektiert und dann in die Welt sendet. Dazu dient dann auch dieses Forum, was mehr zur Bildung und Demokratie beiträgt, als viele gestandene Tageszeitungen. So gesehen ist Journalismuskritik vor allem auch Selbstkritik.
Sehe ich nicht so.
Eine Kommentarspalte zu bedienen ist kein Journalismus.
Ich interpretiere das als Journalismus, was die breite Masse in Form von Nachrichten erreicht.
Wenn man wochenlang jeden Tag das gleiche Thema berichtet, weiß nicht.
Kann man machen.
Finden Sie das gut?, Vor allem bei den anstehenden Themen, wie Rentenreform, Gesundheitswesen….
Der normale Bürger spürht doch instiktiv, dass da was kommen muss aber nichts kommt außer Meinungen, dass man hier und dort noch mehr kürzen soll.
Der Kontext meiner Kritik bewegt sich in der Feststellung, dass die Gesellschaft mehr und mehr verarmt und nun gleichzeitig ein wichtiger Nachfrager für Exportgüter, die USA, ausfallen.
Ich lese mich u.a. hier schlau und mutmaße, dass sich hier nicht die breite Masse tummelt, die über Ticker bedient wird.