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Trump-Zölle wirken: Deutsche Industrie mit Absatzeinbruch

Trumps Zölle zeigen deutlich negative Auswirkungen für die Exporte der deutschen Industrie. Wirtschaftsforscher liefern aktuell Daten.

Containerschiffe
Foto: shutterdin-Freepik.com

Deutschland und Europa haben de facto im Handelskrieg vor den USA kapituliert. Man hat hohe US-Zölle akzeptiert, und lässt im Gegenzug US-Waren zu 0 % Zoll nach Europa. Die Auswirkungen sind inzwischen massiv spürbar. Die deutsche Industrie hat die letzten Monate deutlich weniger in die USA verkauft. Die folgenden Zahlen sind eigentlich noch schlimmer, als man es erkennen kann. Da die Einkäufer in den USA Trumps Zölle im Frühjahr vor ihrer Einführung schon klar erahnen konnten (er proklamierte im Wahlkamp offensiv hohe Zölle), hatten viele US-Kunden vorab mehr Waren aus Europa gekauft, weswegen die Vorzieheffekte zu Jahresanfang noch eine spürbare Absatzsteigerung von EU-Waren in den USA brachten.

Die deutsche Industrie hat in den ersten drei Quartalen des Jahres 7,8 % weniger als im Vorjahr in die USA verkauft. Was noch halbwegs erträglich klingt, ist bei den Schlüsselindustrien schon weitaus schlimmer: Bei der deutschen Autoindustrie sind es 13,9 % Rückgang, bei Maschinenbau und Chemie sind es jeweils -9,5 %. Das zeigen heute gemeldete Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Zum Vergleich: Zwischen 2016 und 2024 waren die Ausfuhren Richtung USA noch um durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr gestiegen. Damit sind die US-Exporte Deutschlands unter das Niveau von 2022 zurückgefallen.

Grafik zeigt Absatzrückgang der deutschen Industrie in den USA

Fast 70 Prozent des Exportrückgangs entfiel auf die drei Schlüsselbranchen Auto, Chemie und Maschinenbau, so das IW. Eine wichtige Ursache für den Rückgang der Maschinenbauexporte sind laut Meldung die besonders hohen US-Zölle auf Stahl und Aluminium sowie Waren daraus, die derzeit bei 50 Prozent liegen. Bei chemischen Erzeugnissen dürften auch andere Gründe eine Rolle spielen, wie etwa eine niedrigere Produktion in Deutschland aufgrund höherer Energiepreise und infolgedessen auch geringere Exporte. Die deutschen Metallexporte stiegen in den ersten drei Quartalen zwar um insgesamt fast 15 Prozent an. Das geht aber auf einen Anstieg im ersten Quartal zurück (Vorzieheffekt vor den Zöllen ab April). Nach Ankündigung der US-Zölle auf Stahl und Aluminium im März gingen die Ausfuhren wieder zurück.

Was empfiehlt das IW? Da eine schnelle Senkung der Trump-Zölle nicht zu erwarten ist, solle Deutschland stärker auf alternative Handelspartner setzen. Deutschland müsse neue Märkte in Südamerika, Indien und Indonesien erschließen und zugleich Handelshemmnisse innerhalb der EU abbauen . Zugleich müsse der Standort Deutschland international wettbewerbsfähiger werden. Für die Chemiebranche sei der Standort Deutschland das Kernproblem – die US-Zölle hätten den Rückgang beschleunigt, aber nicht verursacht, so das IW.



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