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Trumponomics: So hat Donald Trump über Nacht die ausufernde US-Staatsverschuldung in den Griff bekommen

FMW-Redaktion

Donald Trump kann Eis grillen, Donald Trump kann unter Wasser grillen, Donald Trump kann bis Unendlich zählen. Nein, Scherz bei Seite. Donald Trump kann quasi über Nacht die stetig steigende gigantische Staatsverschuldung dazu bekommen nicht weiter anzusteigen, so hat es zumindest den Anschein. Sie geht sogar zurück. Trump sagt es, und so geschieht es? Die Daten belegen es. Wir haben hier die täglich veröffentlichte US-Staatsverschuldung der USA basierend auf offiziellen Daten des US-Finanzministeriums dargestellt. Nur wie hat Trump das gemacht? Das ist doch die große Frage. Hier die Antwort.


Donald Trump. Foto: whitehouse.gov

Zunächst die Fakten hier in der Grafik: Seit Trump´s Amtsantritt am 20.01.2017 sind die Staatsschulden von 19,947 auf 19,922 Billionen Dollar am 9. Februar ( aktuellster Stand) gesunken. Das ist immerhin ein Rückgang von 25 Milliarden Dollar!


Grafik: US Treasury Department

Natürlich schwanken die Schulden mal rauf, mal runter, wenn man sich die Statistik auf Tagesbasis anschaut. Aber unterm Strich steigen sie auf lange Sicht stetig in rasantem Tempo an, nur eben jetzt nicht. Warum? Zunächst einmal kann das an einem seiner Präsidialerlasse (Executive Order) liegen, dass man im Staatsapparat auf die Kosten achten soll. Der Erlass selbst ist relativ wage gehalten. Aber man könnte vermuten, dass die Leiter von Bundesbehörden, die an ihren Posten hängen, vorauseilend kräftig auf die Kostenbremse treten, einfach so. Bloß nicht den neuen Chef verärgern, wenn in den nächsten Monaten alle Ausgaben genauer durchgeprüft wird?

Zweitens dürfte es mehr detailliert kostenschonend wirken, dass Trump ebenfalls mit so einem Erlass einen sofortigen Einstellungsstopp für Bundesbehörden verhängt hatte, ganz im Sinne einiger seiner Wählerschichten, dass man das Establishment in Washington bekämpfen will (den bürokratischen Apparat schrumpfen lassen). Das könnte ebenfalls kurzfristig dazu führen, dass die Personalkosten gesenkt werden. Ob ein pauschaler Einstellungsstopp zu ernsthaften negativen Auswirkungen im Behördenalltag führt, scheint egal zu sein. Hauptsache erstmal alles pauschal abwürgen?

Ebenfalls schwirrt bereits gerüchteweise durch die Gegend, dass auch Gehaltskürzungen für Mitarbeiter von US-Behörden angedacht sind. Da müsste Trump aber Grenzschutzbeamte von solchen Kürzungen ausnehmen, wenn die voller Eifer die Grenzen bewachen sollen. Aber wie auch immer: Die genannten Maßnahmen und wohl auch die Angst des Behördenapparats die eigenen Posten zu verlieren, dürften möglicherweise den Effekt haben, dass man in Windeseile pauschal auf die Kostenbremse tritt, ohne im Detail zu prüfen, was sinnvoll und was sogar eher schädlich ist. Alternativ gäbe es noch eine andere Erklärung, warum der Schuldenstand aktuell nicht steigt, und sogar rückläufig ist.

Möglich ist, dass Bilanzkosmetik betrieben wird wie bei Trumps Vorgänger Obama, wo bestimmte Kosten einfach buchhalterisch eine Zeit lang in die Zukunft verschoben werden, wenn es gerade opportun war (Thema „Erreichen der Schuldenobergrenze“). Es könnte daher sein, dass auf einmal plötzlich völlig überraschend der Schuldenstand einen großen Sprung nach oben macht, wie aus dem Nichts, wenn buchhalterisches Hinauszögern nicht mehr möglich ist. Aber wir tippen eher auf Variante 1, nämlich dass im Behördenapparat kräftig stumpf auf die Kostenbremse getreten wird. Ausgenommen vom Einstellungsstopp (siehe unten) ist übrigens der Militärsektor.

Hier die zwei „Executive Orders“ im Originaltext:

Budget

This executive order directs the Secretary of the Treasury to take steps to review the authorities and policies governing the regulation of the U.S. financial system and to report to the President regarding the reform of such regulation. Implementing this executive order would have a de minimis impact on costs and revenues to the Federal Government. It would have a de minimis impact on mandatory and discretionary obligations and outlays, as well as on revenues to the Federal Government, in the 5-fiscal year period beginning in fiscal year 2017. The agencies anticipated to be impacted by this executive order include the Department of the Treasury and member agencies of the Financial Stability Oversight Council.

Hiring Freeze

By the authority vested in me as President by the Constitution and the laws of the United States of America, I hereby order a freeze on the hiring of Federal civilian employees to be applied across the board in the executive branch. As part of this freeze, no vacant positions existing at noon on January 22, 2017, may be filled and no new positions may be created, except in limited circumstances. This order does not include or apply to military personnel. The head of any executive department or agency may exempt from the hiring freeze any positions that it deems necessary to meet national security or public safety responsibilities. In addition, the Director of the Office of Personnel Management (OPM) may grant exemptions from this freeze where those exemptions are otherwise necessary.

Within 90 days of the date of this memorandum, the Director of the Office of Management and Budget (OMB), in consultation with the Director of OPM, shall recommend a long-term plan to reduce the size of the Federal Government’s workforce through attrition. This order shall expire upon implementation of the OMB plan.

Contracting outside the Government to circumvent the intent of this memorandum shall not be permitted.
This hiring freeze applies to all executive departments and agencies regardless of the sources of their operational and programmatic funding, excepting military personnel.

In carrying out this memorandum, I ask that you seek efficient use of existing personnel and funds to improve public services and the delivery of these services. Accordingly, this memorandum does not prohibit making reallocations to meet the highest priority needs and to ensure that essential services are not interrupted and national security is not affected.

This memorandum does not limit the nomination and appointment of officials to positions requiring Presidential appointment or Senate confirmation, the appointment of officials to non-career positions in the Senior Executive Service or to Schedule C positions in the Excepted Service, or the appointment of any other officials who serve at the pleasure of the appointing authority. Moreover, it does not limit the hiring of personnel where such a limit would conflict with applicable law. This memorandum does not revoke any appointment to Federal service made prior to January 22, 2017.

This memorandum does not abrogate any collective bargaining agreement in effect on the date of this memorandum.



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2 Kommentare

  1. Weil die Börsen ihn lassen, gelten derzeit folgende Sätze:

    Trump war Kamikaze-Pilot … 12 Mal.
    Trump schlägt Drehtüren zu.
    Wenn du ein Rennen ganz alleine gegen Trump fährst, wirst du Dritter.
    Trump kann Hardware downloaden.
    Trump bringt Zwiebeln zum Weinen.
    Trump zerschneidet ein Messer mit einem Brot.
    Trump hat einmal 37 Terroristen mit zwei Schuss getötet. Die erste Kugel war ein Warnschuss.
    Der Tod hatte schon mal eine Nah-Trump-Erfahrung.
    Trump isst keinen Honig, er kaut Bienen.
    Trump kann Fische ertränken.
    Trump’s Cowboystiefel sind aus echten Cowboys gefertigt.
    Trump kann den Stuhl hochheben, auf dem er sitzt.

    1. Nicht ganz neu, aber nichts desto weniger sehr erfrischend, wenn ich sie überraschend mal wieder in diesem Zusammenhang lese.
      Dank an Sie, dass ich heute Morgen schon mal kurz lachen konnte.

      Auch an FMW, dass ihr durch eure obige Einleitung Michael dazu inspiriert habt, die Sprüche rauszusuchen

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