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Trumps „Buy Amerikan“ und Importzölle: aber was ist „amerikanisch“?

Trumps Motto lautet bekanntlich "Buy Amerikan, hire Amerikan". Dieses Motto wird in reale Politik umgesetzt werden durch eine Importsteuer - und dann stellt sich die schlichte, in der Realität der vernetzten Welt jedoch sehr komplizierte Frage: was definiert eigentlich "amerikanisch"?

FMW-Redaktion

Trumps Motto lautet bekanntlich „Buy Amerikan, hire Amerikan“. Dieses Motto wird in reale Politik umgesetzt werden durch eine Importsteuer – und dann stellt sich die schlichte, in der Realität der vernetzten Welt jedoch sehr komplizierte Frage: was definiert eigentlich „amerikanisch“?


Trumps „Make Amerika graet again“ durch „Buy Amerikan“
Foto: Gage Skidmore
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Beaknntlich will die Trump-Regierung das NAFTA-Abkommen neu verhandeln – und dann wird es um genau diese Frage gehen: was definiert ein Produkt als „amerikanisch“? Bei dem NAFTA-Abkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada lautet die Definition: ein Produkt muß zu mindestens 62,5% in Nordamerika hergestellt sein (also in den USA, Mexiko oder Kanada), um Zollfreiheit zu genießen beim Handel zwischen diesen Ländern.

Noch gibt es keine wirklichen Anhaltspunkte dafür, wie eine Neuverhandlung des NAFTA-Abkommens aussehen könnte – und ob es dazu kommt, weil Mexiko laut eigenen Aussagen selbst aus dem Abkommen aussteigen würde, wenn Trump die Mauer zu Mexiko baut. Aber mit oder ohne NAFTA ist für die amerikanische Industrie nun entscheidend, wie die Definition „amerikanisch“ in Sachen Importzöllen aussehen wird. Die Chefs der amerikanischen Autokonzerne, die sich am Montag mit Trump getroffen haben, gehen davon aus, dass der Anteil eines Produkts wohl höher veranschlagt sein wird als die NAFTA-Definition von 62,5%, um noch als „amerikanisch“ zu gelten.

Das ist nicht nur in der Autoindustrie, in der einzelne Komponenten häufig zwischenverarbeitet werden und daher von den USA nach Mexiko und dann von Mexiko in die USA verschickt werden, eine zentrale Frage. Denn die Handelswelt ist derart vernetzt und von Zwischenhandel gekennzeichnet, dass man eben nicht wie noch vor Jahrzehnten sagen kann: das ist in den USA oder in Deutschland hergestellt.

Faktisch wird das bedeuten: die Trump-Administration muß eine eigene Bürokratie aufbauen, die sich nur um solche Fragen kümmert – wo Trump also auf der einen Seite Bürokratie abbaut, entsteht aufgrund des latent Bürokratie-lastigen Protektionismus an anderer Stelle jede Menge neue Bürokratie! Wird es darüber hinaus auch in amerikanischen Firmen Beauftragte geben, die sich um nichts anderes kümmern als um die Frage: ist unser Produkt qua Definition amerikanisch oder nicht?

Es geht um Billionen von Dollars, die von genau dieser Frage abhängen – thanks Donald!



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1 Kommentar

  1. Richtige Schreibweise:
    United States of America, buy american.

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