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Trumps Handelsminister: Ein Gott gegebenes Recht den Briten Geschäft wegzunehmen!

FMW-Redaktion

Donald Trumps neuer Handelsminister, der Milliardär Wilbur Ross, sagt aktuell klipp und klar, was er vom Brexit hält. Er sieht die Lage der Briten anscheinend immens geschwächt. Und im Sinne von „Die Starken stürzen sich auf die Schwachen“ sagt er, dass der Brexit selbst das Gott gegebene Recht für alle anderen darstelle den Briten Geschäft wegzunehmen. Andere Länder sollten die Chance ausnutzen, die sich jetzt ergebe, so Ross. So sagt er konkret der Brexit sei für Londons Rivalen, besonders aber für Dublin und Frankfurt, eine Gott gegebene Chance.

Gegenüber der britischen „The Times“ sagte Ross auch der Finanzplatz Zypern (der ja in der EU liegt) könne jetzt zügig seine eh schon liberalen Finanz- und Dienstleistungsgesetze noch weiter liberalisieren, um von den unausweichlichen Umzügen (von Finanzdienstleistern) weg aus London zu profitieren. Er erwähnte auch, dass es sich derzeit um eine Periode der Unklarheit handele. Der Brexit sei der teuerste Scheidungsprozess in der Weltgeschichte, so Ross. Unklar scheint zu sein, warum er überhaupt so etwas sagt. Eigentlich wäre es doch eher im Sinne der USA seinen alten Verbündeten Großbritannien zu stärken, und damit tendenziell die EU als Handelspartner zu schwächen. Aber solche Aussagen wirken eher wie das Gegenteil.

Pikant sind die Aussagen von Ross auch deshalb, weil er als Handelsminister zu aller erst zuständig wäre für Handelsverträge mit der EU und mit Großbritannien als bald eigenständiger Verhandlungspartner. Seine Sichtweise ist schon klar formuliert worden: Alle neu auszuhandelnden Handelsverträge mit anderen Ländern sollen das Ziel haben das Handelsbilanzdefizit der USA zu verringern. Das ist ein kluges Ziel, denn immerhin importieren die Amerikaner jedes Jahr Waren für gut 500 Milliarden Dollar mehr, als dass sie exportieren. Tja, und siehe da, die Briten haben einen Bilanzüberschuss gegenüber den Amerikanern. Das wird also wohl kaum ein lustiger simpler Freihandel zwischen UK und den USA werden!

In London scheint man ohhh Wunder wenig begeistert zu sein von diesen provokanten Aussagen des vermeintlich neuen US-Handelsministers. Die Labour Party sagt zu Ross´ Aussagen sie seien eine Warnung, dass andere Volkswirtschaften versuchen würden einen Vorteil aus dem Brexit zu ziehen. Sie würden gegenüber Großbritannien keinen guten Willen zeigen, sondern mit UK verhandeln gemäß deren eigenen politischen und ökonomischen Interessen. Theresa May habe bisher keine schlüssige Vision präsentiert, welche Art von Volkswirtschaft Großbritannien nach dem Brexit haben solle, so die Labour Party.

Obwohl, so meinen wir, die Marschrichtung von Theresa May ist ja klar. Produktion zurück nach England holen, die Industrie wieder aufbauen, die verarmten Gebiete Nordenglands wieder aufschließen lassen durch neue gut bezahlte Jobs. Das hat übrigens auch Donald Trump in den USA vor. Alle wollen irgendwie neue Industrieproduktion schaffen. Aber wollen sich die Asiaten diese Arbeitsplätze einfach so wieder wegnehmen lassen durch Protektionismus? Mal schauen, wer in diesem Spiel besser pokern kann!



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5 Kommentare

  1. „dass der Brexit selbst das Gott gegebene Recht für alle anderen darstelle den Briten Geschäft wegzunehmen. Andere Länder sollten die Chance ausnutzen, die sich jetzt ergebe, so Ross. So sagt er konkret der Brexit sei für Londons Rivalen, besonders aber für Dublin und Frankfurt, eine Gott gegebene Chance…. Der Brexit sei der teuerste Scheidungsprozess in der Weltgeschichte, so Ross. “

    Das stimmt, deswegen ist der Brexit die größte Sensation des Jahres 2016, der Brexit an sich , ist besonders aus Londons Finanzmarktwelt – Sicht, sehr sehr schädlich… Wieso die Briten freiwillig so eine hervorrande Handlungs-Position aufgeben ?
    Fragen Sie die Briten, ich weiss nicht, übersteigt meinen Horizont ?
    Das wird nochwas, Schottland sieht das nämlich überhaupt nicht ein, GB „gehört“ zu Europa…

    VG

    Marko

  2. „..Gegenüber der britischen „The Times“ sagte Ross auch der Finanzplatz Zypern (der ja in der EU liegt) könne jetzt zügig seine eh schon liberalen Finanz- und Dienstleistungsgesetze noch weiter liberalisieren, um von den unausweichlichen Umzügen (von Finanzdienstleistern) weg aus London zu profitieren…“

    Zigackly, London ist (derzeit) genau das, nämlich – Europas , Europas (!!!!) – größter Börsenhandelsplatz.
    Das dürfte sich ändern, ziehen die Briten das mit Brexit wirklich durch. Und das wegen irgendwelchen unzufriedenen Nord-Briten, keine Arbeit, keine Kohle, jetzt zeigens wir mal denen in Brüssel / Berlin / Frankfurt ???

    Blöder gehts nimmer ?

    Das ist natürlich eine Extraeinladung an Europa, wer wird da wohl in ein paar Jahren der Gewinner sein, die protektiontionischen Briten ? Wer wird mal die später die olle Tante EU fragen, könnten wir zurück ins „traute Heim Europa“, das mit der Abschottung ist doch nicht so einfach, in unserer Internetwelt ? ;) :D

    Der Donald reitet natürlich auf der gleichen Schiene (Populismus), ist aber in einer wesentlich besseren Position…

    VG

    Marko

    1. @Marko, es waren die „Nord-Briten“, die in der EU bleiben wollten, während der Süden mit Ausnahme Londons geschlossen für den Brexit gestimmt hat..

  3. Der wirtschaftliche Aspekt war für die Briten
    nur e i n Grund für den Brexit zu stimmen. Womöglich nicht mal der Gewichtigste.
    Da gab es noch was.

  4. …dass der Brexit selbst das Gott gegebene Recht für alle anderen darstelle den Briten Geschäft wegzunehmen
    So ein Unsinn kann nur einem Ami einfallen. Bis vor einigen Jahren hätte man eine derart egozentrisch-narzisstische Sichtweise noch als paranoide Schizophrenie eingestuft. So verantwortungslos und floskelhaft jeder Amerikaner Begriffe wie „ich liebe dich, meine Eltern, meine Familie, mein Land, meinen Burger usw.“ etwa 40 Mal am Tag einsetzt, muss nun anscheinend leider auch schon Gott für Profitgier herhalten.
    Es war sicher auch von Gott gewollt, die paar 1000 Ureinwohner des Heiligen Landes auszurotten und Millionen von Sklaven zu entmenschlichen, um das Land auszubeuten.
    Es könnte allerdings sein, dass Trumps Handelsminister Trump als Gott ansieht. Dass Geld, Macht, Herrschaft und sog. Demokratien, in denen Minderheiten Wahlen gewinnen, Gott sind. Dann wäre es nachvollziehbar, aber erbärmlich, weil man alte Wörter missbraucht und nicht einmal neue Begriffe für Gott, Trump, Profit findet.
    Gump, Trod, Grump, Godfit…

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