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Trumps nächster Schritt: Amerikaner bevorzugt einstellen, nur amerikanische Materialien verwenden

Die Trump-Regierung will offenkundig nicht nur, dass US-Unternehmen bevorzugt US-Bürger einstellen, sondern die Firmen auch beim Einkauf auf amerikanische Rohstoffe zurück greifen. Die Folgen wären massiv..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach dem von der Trump-Regierung verhängten Einreise-Stop für Bürger aus sieben muslimischen Ländern deuten sich weitere Schritte von Trump an, die die amerikansiche Wirtschaft weit stärker beeinflussen würden als der Einreise-Stop. Es geht um die Frage, wen amerikanische Firmen einstellen – und wen nicht. So liegt ein Papier aus der Trump-Regierung vor, das vorsieht, bevorzugt Amerikaner einzustellen. Sollten dagegen ausländische Arbeitnehmer eingestellt werden müssen, dann sollten dabei jene Jobs bevorzugt werden, die hoch bezahlt sind – sprich für die man nur schwer Amerikaner findet.

So heist es in dem Papier, das einer amerikanischen Nachrichtenagentur vorliegt:

„Our country’s immigration policies should be designed and implemented to serve, first and foremost, the U.S. national interest,“ the draft says. Visa programs for foreign workers (..) should be administered in a manner that protects the civil rights of American workers and current lawful residents, and that prioritizes the protection of American workers — our forgotten working people — and the jobs they hold“.

Das würde vor allem die Tech-Branche betreffen, und daher wendet sich diese bereits gegen gegen den Einreise-Stop, der nun zum symbolischen Kampf-Feld geworden ist, auch wenn er in der Praxis eher begrenzte Auswirkungen hat. Micrsoft, Facecook, Amazon, Apple – sie alle fordern einen Stop des Einreise-Verbots oder unterstützen die Klage des Washingtoner Gerichtshofs gegen die Maßnahme.

In den USA wird ca. jedes zweite Start-Up von Immigranten gegründet – für die Tech-Unternehmen der Westküste wäre also eine erzwungene Bevorzung von Amerikanern bei der Einstellung ein extrem weitreichender Schritt. Man fürchtet, dass die USA perspektivisch seine technische Vorherrschaft verlieren könnte, wenn Talente aus dem Ausland nicht mehr in die USA kommen oder eben dort keine Job-Perspektive mehr haben. Und ob eine Regierung den Unternehmen überhaupt eine solche Vorschrift machen kann, dürfte in Juristenkreisen heiß diskutiert werden!


Foto: White House/Gemeinfrei

Und neben dem „Hire American“ tritt nun offenkundig noch das Trumpsche Motto „Buy American“. So forderte Donald Trump am Montag bei einem Treffen mit Pipeline-Herstellern, dass nicht nur die Pipelines selbst in den USA gebaut werden sollten, sondern auch die dafür erforderlichen Materialien aus den USA stammen müssten – also vor allem Stahl aus den USA benutzt würde. Wer sich weigere, müsse damit rechnen, dass die Regierung sie bei der Vergabe von Landflächen, durch die die Pipelines laufen, nicht berücksichtigen würde.

Trump betonte bei dem Treffen, dass es ohnehin günstiger sei, die Pipelines in den USA zu bauen, statt sie in Einzelteilen aus dem Ausland in die USA zu transportieren und sie dann dort mühsam zusammen zu bauen:

„You will see a level of quality that you’re not going to see when they bring the pipe from far distances, have to bring it in small chunks and then fabricate it on the land. Give me a break. We can do much better than that, and we’re going to do it much better, and it’s going to end up costing less money. Believe me.“

Also auch günstiger? Daran jedenfalls herrschen große Zweifel, zumal die Stahl-Preise zuletzt deutlich gestiegen sind in den USA, weil man sich vor chinesischen Billig-Importen durch Zölle geschützt hat.

Was für die Pipeline-Branche gilt, könnte dann auch für die amerikanische Wirtschaft insgesamt gelten: sie müssten vorwiegend nicht nur Jobs an Ameriknaer vergeben, sondern auch amerikanische Materialien im Einkauf verwenden. Die Folge wären sehr wahrscheinlich massiv steigende Preise (für Materialien und daraus gefertigte Produkte) – und die USA-Wirtschaft wäre mittels einer Regierung zu einem Verhalten gezwungen, das dem republikanischen Credo nach möglichst wenig Einmischung des Staates in die Wirtschaft diametral entgegen steht.

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    leser

    31. Januar 2017 11:53 at 11:53

    Die Bevorzugung eigener Leute gibt es auch bei uns. Das nennt sich „Vorrangprüfung“ und wurde erst jüngst für „Flüchtlinge“ modifiziert.

    • Avatar

      Gerd

      31. Januar 2017 12:04 at 12:04

      Ich verweise auf meinen heutigen Kommentar zum gestrigen Marktgeflüster.

      Diese Regelung wurde zum 6.August 2016 abgeschafft.
      Wo kämen wir denn dahin?
      Wenn die Arbeitslosenquote demnächst wieder steigt,
      will man doch behaupten, dass das an den Deutschen liegt, die arbeitslos sind. Und nicht an den Zugereisten, von denen nur ein paar Dutzend in der offiziellen Statistik auftauchen dürfen.

  2. Avatar

    Gerd

    31. Januar 2017 11:54 at 11:54

    „Micrsoft, Facecook, Amazon, Apple – sie alle fordern einen Stop des Einreise-Verbots oder unterstützen die Klage des Washingtoner Gerichtshofs gegen die Maßnahme.“

    Aber nicht weil sie sonst beim Bieten um die besten Amerikaner die Löhne anheben müssten, nicht weil sie gezwungen wären, ihre eigenen Landsleute qualifiziert auszubilden, sondern aus rein menschlichen Gründen.
    Bei denen zählen natürlich nur die ethischen Werte. Wurde ja bei anderen Kommentaren schon sarkastisch erwähnt.

    Übrigens das selbe durchschaubare Spielchen wie in Deutschland.

    • Avatar

      ubsb55

      31. Januar 2017 13:16 at 13:16

      Gerd, kriegst ein Sternchen. Genau so isses.

    • Avatar

      Walter Schmid

      31. Januar 2017 13:58 at 13:58

      Ja, diese scheinheiligen Gutmenschen sitzen besonders häufig in den obersten Etagen

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    Diederich Heßling

    31. Januar 2017 13:21 at 13:21

    „Man fürchtet, dass die USA perspektivisch seine technische Vorherrschaft verlieren könnte, wenn Talente aus dem Ausland nicht mehr in die USA kommen oder eben dort keine Job-Perspektive mehr haben.“
    Die gleichen Talente und Begabungen wie die in Deutschland in Massen einreisenden Atomphysiker und Neurochirurgen. Mit Intelligenzquotienten von 20-25…

    • Avatar

      Walter Schmid

      31. Januar 2017 14:07 at 14:07

      Genauso ist es. Stimmen die Meldungen, so liegt der Anteil der Analphabeten der zu uns strömenden Wirtschaftsflüchtlinge bei 40 – 50%. Solche Leute werden auf dem Arbeitsmarkt überall händeringend gesucht. Für das Problem des Fachkräftemangels in Deutschland zeichnet sich also eine Lösung ab. Gott sei Dank!

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    Marko

    31. Januar 2017 18:30 at 18:30

    „Das würde vor allem die Tech-Branche betreffen, und daher wendet sich diese bereits gegen gegen den Einreise-Stop, der nun zum symbolischen Kampf-Feld geworden ist, auch wenn er in der Praxis eher begrenzte Auswirkungen hat. Micrsoft, Facecook, Amazon, Apple – sie alle fordern einen Stop des Einreise-Verbots oder unterstützen die Klage des Washingtoner Gerichtshofs gegen die Maßnahme.“

    Das kann man wohl sagen, ich komme mir langsam vor , wie zu den Zeiten mit dem Judenstern, gute Ausländer – schlechte Ausländer ?

    Außerdem wird ein Einreise-Stopp, natürlich folgendes bewirken , die ausländischen High-Potentials , fühlen sich nicht mehr willkommen in Amerika.
    Na dann ein paar außerikanische Siilcon-Valleys-gründen (liebe Nasdaq-Firmen), wie wäre es mit Berlin, läuft doch bei denen ?
    Wie will der liebe Donald Euch dann drohen ? 30 % Zollabgaben auf alle Produkte, die nicht im heiligen Amiland designt wurden, durch Nicht-Amerikaner ? :D :D

    VG

    Marko

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    outback

    31. Januar 2017 19:21 at 19:21

    Also bitte mal etwas laaaangsamer. Der Sarkasmus tropft aus meinem Bildschirm. Ich erkenne keinen Mehrwert in irgendeinem Kommentar. Z. B. die Userzahlen bei Facebock und Co. gehen zurück oder Amazonas verkauft nicht mehr so viel – nichts davon. Jepp.

  6. Avatar

    Marko

    31. Januar 2017 19:58 at 19:58

    Für die U.S.A an sich, ist diese abstruse Einwanderungspoltik eines Donald Trump sehr, sehr schädlich, so viel ich weiß „lebt“ die USA durch Ausländer, genauso wie „wir“ in Deutschland , Stichwort „Gastarbeiter“.

    Ich möchte mal wissen, was in der Welt los wäre, sollte sich Deutschland auch nur im Entferntesten, ähnlich außern wie ein Donald ?
    Der Donald sagt „America first“ und er sagt aber auch gleichzeitig „pure Americans“ first (in Sachen Arbeitsmarkt), das hat schon a bisserl „Geschmäckle“ – gerade das mit dem „pure“ ? ;)

    • Avatar

      Petkov

      31. Januar 2017 22:11 at 22:11

      Marko, ist Ihnen mal in den Sinn gekommen, die echten Gastfachkräfte zu fragen, wie sie die Lage einschätzen, bevor sie irgendwelche wilden, grausam undifferenzierten und erschreckend flachen Hypothesen aufstellen? Für die meisten von uns gab nur einen vernünftigen Grund, Deutschland mit seiner besch…..eidenen, leistungbestrafenden kalten Steuerprogression zu wählen: das flächendeckend hohe Sicherheitsniveau. Da das merkel die Voraussetzungen für den Fortbestand dieses hohen Gutes nachhaltig schwerst vergewaltigt hat, sinkt bei uns das Interesse an unserem Engagement in Deutschland dramatisch. Wir erwarten eine flächendeckende Ghettoisierung Deutschlands nach amerikanischem Vorbild. Wir sind nach wie vor bereit zu helfen, wir haben mehr Hunger und Not gesehen als die meisten ahnungslosen und pseudo-grün denkenden Deutschen und wir fühlen große Erfüllung und inneren Frieden, wenn wir zur Linderung beitragen können. Aber wissen, dass aktuell viel, viel zu oft den falschen geholfen wird, dass die Hilfe ineffizient ist und schädliche Anreize schafft. Wir wissen, dass die aktuellen Ansätze ihr Ziel verfehlen werden, was riesiges Frustrationspotential für die Neuankömmlinge aus patriarchalen, bildungsfernen Gesellschaften birgt. Und für solche Zeitgenossen ist Gewalt zwar ebenfalls selten eine Lösung, aber oft ein Mittel.

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    Marko

    31. Januar 2017 20:08 at 20:08

    „Also bitte mal etwas laaaangsamer. Der Sarkasmus tropft aus meinem Bildschirm. Ich erkenne keinen Mehrwert in irgendeinem Kommentar. Z. B. die Userzahlen bei Facebock und Co. gehen zurück oder Amazonas verkauft nicht mehr so viel – nichts davon. Jepp.“

    Wenn der Donald so weiter macht, wird er genau das GEGENTEIL erreichen – von wegen UNITED States of America. – Wann fällt Euer USA-Laden auseinander ? Den Donald akzeptiert Ihr, liebe Amis ? The clock is ticking…

    Gerade für die Kalifornier, für den „Motor“ der USA ist das, was er da veranstaltet, sehr sehr schädlich.
    Er und seine „Regierung“ sind eben unerfahren, die Poltitik-Profis freuen sich… ;) „Schlitten fahren“ mit dem Donald… :D

  8. Avatar

    Marko

    31. Januar 2017 20:32 at 20:32

    „Micrsoft, Facecook, Amazon, Apple – sie alle fordern einen Stop des Einreise-Verbots oder unterstützen die Klage des Washingtoner Gerichtshofs gegen die Maßnahme.“
    Aber nicht weil sie sonst beim Bieten um die besten Amerikaner die Löhne anheben müssten, nicht weil sie gezwungen wären, ihre eigenen Landsleute qualifiziert auszubilden, sondern aus rein menschlichen Gründen.
    Bei denen zählen natürlich nur die ethischen Werte. Wurde ja bei anderen Kommentaren schon sarkastisch erwähnt.
    Übrigens das selbe durchschaubare Spielchen wie in Deutschland.

    Ein Einreiseverbot ist genau das was es ist, eine Reise zurück ins Jahr 1950, eine Reise zurück in die Zeit der Zölle, wobei jeder seine „eigene“ Währung hat, über welche man „frei“ verfügen kann.

    Warum kam es überhaupt zum EUR ? Weil Deutschland die Geschicke des EUR/Europas bestimmen konnte.

    Deshalb haben die Franzosen gesagt, wir wollen einen EUR, diese Stärke der DM nervt, wir müssen jedesmal auf Gedeih und Verderb den „Befehlen“ (Zinssenkungen oder Zinserhöhungen) der Deutschen Bank folgen – so nicht…

    Und ..? Was ist passiert, der EUR ist da und Deutschland sagt schon wieder „wo es lang geht“ – ist das wirklich eine Überraschung ?

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    Marko

    31. Januar 2017 22:55 at 22:55

    Der Donlad ist cool.

    ich habe den Eindruck , dass der Donald seine Wahlversprechen erfüllen will – er möchte „anders“ sein.

    „Anders“ , bedeutet eben das – er erfüllt seine Wahlverspechen.
    Er legt sich mit allen an.

    Er ist eben kein Politiker, und ich glaube ihm, dass ihm America am Herzen liegt.

    Das, was der da macht, ist trotzdem eine Politik aus den 1950 – ern – das ist rückwärtsgewandt.

    Er wird America damit im Endeffekt schaden, wie ich schon sagte,´. die Mauer zu Mexiko ist kein Problem – und : Amerika bezahlt (für die Mauer) , garantiert. ;D

    VG

    Marko

  10. Avatar

    Silverager

    2. Februar 2017 10:44 at 10:44

    Es ist überhaupt unerhört, dass Trump einfach hergeht und seine Wahlversprechen tatsächlich einhält.
    So etwas kann man sich im völlig verblödeten Merkel-Deutschland nun gar nicht vorstellen.

    Da kann ich den Zorn der Merkel auf Trump sehr gut verstehen, sagte sie doch: „Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“
    Mit anderen Worten: ich kann vor den Wahlen versprechen, was immer ich will. Hinterher mache ich, was ich will.

    Sie macht insofern alles richtig, denn sie wird ja bald zum vierten Mal die Bundeskanzlerin …

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Wie die UBS ihren Gewinn im Vergleich zu 2019 um 99 Prozent steigern konnte

Claudio Kummerfeld

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Coronakrise, Insolvenzwelle voraus, mögliche Krisen bei den Banken? Die US-Banken jedenfalls haben robuste Quartalszahlen gemeldet (siehe hier Branchenführer JP Morgan). Oder man hat die Erwartungen sogar extrem stark übertroffen, wie zum Beispiel Goldman Sachs mit einem sehr starken Kapitalmarktgeschäft – denn die Coronakrise hat die letzten Monate Kapitalmarktaktivitäten stark erhöht. Und heute war der Schweizer Bankgigant UBS an der Reihe. Und die Finanzdaten für das 3. Quartal sind äußerst stark ausgefallen, wie bei Goldman Sachs. Sensationell positiv überrascht, so darf man es formulieren. So notiert die UBS-Aktie heute auch 2,8 Prozent im Plus. Die UBS meldet für die letzten drei Monate einen um Sonderfaktoren bereinigten Vorsteuergewinn von 2,1 Milliarden Dollar. Dies ist ein Plus von 99 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2019. Unfassbar, und das in diesen Zeiten. Wie hat die UBS das geschafft?

UBS mit sehr niedrigen Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle

Nun, zunächst lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Risikovorsorge der Bank für möglicherweise anstehende Kreditausfälle. Dafür muss eine Bank schon im Vorweg möglichst gut planen und Geld bei Seite legen, also die Rücklagen aus dem Gewinn herausrechnen und auf die hohe Kante legen. Die aktuellen Quartalszahlen der UBS umfassten Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 89 Millionen US-Dollar. Davon entfielen insbesondere 92 Millionen US-Dollar auf den Bereich Personal & Corporate Banking und 15 Millionen US-Dollar auf die Investment Bank. Dem standen Auflösungen von Wertberichtigungen für Kreditrisiken von netto 22 Millionen US-Dollar in Global Wealth Management gegenüber. Also, für einen so riesigen Tanker wie die UBS sind Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle in Höhe von 89 Millionen US-Dollar fast gar nichts. Entweder die Bank hat wirklich kaum bis gar keine anstehenden Kreditausfälle, oder man blickt viel zu optimistisch auf die nächsten Quartale. Auf jeden Fall erhöht diese fast nicht vorhandene Rückstellungssumme den Gewinn.

Global Wealth Management und Investment Bank bei der UBS laufen prächtig

Vermögensverwaltung, Kapitalmärkte und Investment Banking laufen in turbulenten Coronazeiten offenbar bestens. Das sah man wie gesagt bereits an den blendenden Quartalszahlen von Goldman Sachs. Wer also seinen Fokus auf Kapitalmärkte und Vermögensverwaltung hat, der fährt als Bank in so einer Krise deutlich besser als Banken, die auf das klassische Geschäft mit Krediten und Spareinlagen setzen – denn dort sind die möglichen Ausfallsummen bei Krediten logischerweise höher.

Wir picken uns an dieser Stelle zwei Geschäftsbereiche bei der UBS heraus. Das Global Wealth Management zeigt einen Vorsteuergewinn von 1,057 Milliarden Dollar. Asien und die Region Americas erzielten einen rekordhohen Vorsteuergewinn für ein drittes Quartal. Die positive Operating Leverage stützte sich auf das Kreditwachstum und höhere transaktionsbasierte Erträge, bei rückläufigen Kosten. In der Investment Bank der UBS lag der Vorsteuergewinn bei 632 Millionen Dollar, mit starkem Wachstum in allen Regionen. Die annualisierte Rendite auf das zugeteilte Eigenkapital belief sich auf 19,9% Prozent.

Möglichst viel Geld an Aktionäre ausschütten?

Die UBS scheint wenig bestrebt zu sein, viel Geld in Rücklagen zu parken. Nein, das Geld soll wohl so kräftig wie möglich an die Anteilseigener fließen. Wenn man denn die Kreditrisiken wirklich so gut im Griff hat? Zitat UBS:

UBS ist nach wie vor bestrebt, überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre zurückzuführen und ihre Kapitalrückführungen im bisherigen Umfang beizubehalten. Dabei wird das Verhältnis von Bardividende versus Aktienrückkäufe ab 2020 im Vergleich zu früheren Jahren angepasst werden. Per 30. September 2020 hat UBS bislang USD 1,0 Milliarde für die Bardividende zurückgestellt, deren Ausschüttung voraussichtlich an der Generalversammlung im April 2021 vorgeschlagen wird. Zusätzlich hat UBS im dritten Quartal eine Kapitaleinlagereserve von USD 1,5 Milliarden für potenzielle Aktienrückkäufe gebildet, was die starke Kapitalgenerierung durch ihre Geschäfte widerspiegelt. Unter Ausklammerung dieser Reserve hätte sich die harte Kernkapitalquote (CET1) um 70 Basispunkte auf 14,0% per 30. September 2020 erhöht. UBS erwartet, 2021 ihre Aktienrückkäufe wieder aufnehmen zu dürfen.

Die UBS zu ihrer Kernkapitalquote:

Per 30. September 2020 wies UBS eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,5% (Vorgabe: ~13% bzw. 12,7–13,3%), eine Leverage Ratio des harten Kernkapitals (CET1) von 3,8% (Vorgabe: >3,7%) und eine Tier 1 Leverage Ratio4 von 5,5% aus, ohne Berücksichtigung vorübergehender Konzessionen oder Erleichterungen.

Das UBS-Logo am Frankfurter Opernturm
UBS-Logo am Frankfurter Opernturm. Foto: Quartl CC BY-SA 3.0 de

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Netflix-Quartalszahlen heute Abend – hier eine kurze Vorschau

Claudio Kummerfeld

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Fernbedienung zeigt auf Netflix-Schrift auf Fernseher

Heute Abend kurz nach Börsenschluss um 22 Uhr wird Netflix seine Quartalszahlen präsentieren. Wir werden dann umgehend berichten. An dieser Stelle wollen wir eine kurze Vorschau bieten. Der Umsatz lag im Vorjahresquartal bei 5,24 Milliarden Dollar, und im zweiten Quartal 2020 bei 6,15 Milliarden Dollar. Für heute liegen die Erwartungen bei 6,4 Milliarden Dollar. Nicht mehr? Kann es da also heute Abend eine „tolle Überraschung“ nach oben geben, oder fand der Großteil des Corona-Wachstums im ersten und zweiten Quartal statt? (die Leute sitzen in Corona-Zeiten zuhause und gucken in die Flimmerkiste)

Erwartungen zu Gewinnen und Abos bei Netflix

Der Gewinn pro Aktie bei Netflix lag vor einem Jahr bei 1,47 Dollar, und im zweiten Quartal bei 1,59 Dollar. Für heute liegen die Erwartungen im Durchschnitt von 38 Analystenschätzungen bei 2,13 Dollar. Und die Abos? Die Zahl von netto neu hinzugewonnenen Abonnenten ist bei Netflix stets die wichtigste Kennzahl. Es geht darum, ob die seit Jahren kräftig laufende Wachstumsstory aufrechterhalten werden kann. In diesem besonderen Jahr 2020 geht es darum zu sehen, ob das große Corona-bedingte Wachstum jetzt vorbei ist. Mit +15,77 Millionen Abos im ersten und +10,09 Millionen Abos im zweiten Quartal hatte das Unternehmen schon blendend von der Coronakrise profitiert. Hier zeigte sich bereits, dass Millionen von Menschen vor Corona-Langeweile (zuhause rumsitzen) wohl Netflix-Abos gebucht haben. Für heute werden für das 3. Quartal 2,5 Millionen neue Abos erwartet (entspricht auch der Erwartung von Netflix selbst), aber es gibt auch optimistischere Schätzungen von +3,26 Millionen.

Quartalszahlen heute Abend mit Überraschung?

Wird Netflix mit den heutigen Quartalszahlen doch überraschend mehr Wachstum präsentieren können bei den neuen Abonnenten? Das könnte der Aktie einen weiteren Schub geben. Denn mehr als 3 Millionen neue Abos im dritten Quartal wären wohl ein Zeichen, dass das Nutzerwachstum weiter anhält, trotz der bereits zwei extrem starken vorigen Quartale. Und es wäre ein Zeichen, dass Netflix sich weiter kräftig behaupten kann gegen seine neuen Streaming-Konkurrenten wie den Giganten Disney mit seinem neuen Angebot „Disney+“. Der folgende Chart zeigt den Verlauf der Netflix-Aktie in den letzten 12 Monaten. Interessant sind die drei Hochpunkte seit Juli. Über 575 Dollar müsste die Aktie laufen für einen großen frischen Ausbruch in neue Sphären (gestern 530,72 Dollar).

Chart zeigt Kursverlauf der Netflix-Aktie in den letzten 12 Monaten

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Aktienmärkte: Coronakrise verändert die deutsche Sparkultur

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Verändert die Coronakrise die deutsche Sparkultur – gibt es nun eine große Lust auf die Aktienmärkte? Man hätte es eigentlich schon länger erwarten können: Die finanzielle Repression schlägt langsam mehr und mehr zu, bereits seit 2012 hat die Europäische Zentralbank den Einlagenzins für Banken auf null gesetzt und nebenbei deren Geschäft mit der Fristentransformation zerstört, damit gab es auch für den deutschen (Geld-)Sparer fast keine Möglichkeit mehr das Geldvermögen real zu vermehren. Was auch schon früher der Fall war, über Jahrzehnte – doch da war es dem Normalsparer nicht aufgefallen, es gab Zinsen und die Inflationsrate knabberte reichlich unbemerkt an der Rendite.

Doch jetzt ist offiziell eine Änderung im Sparverhalten durch die Bundesbank bestätigt worden – die Deutschen investieren in der Coronakrise mehr in Aktien.

Aktienmärkte: Rendite gibt es für die Übernahme von Risiko

Es gibt darüber viele Untersuchungen, wie zum Beispiel durch Credit Suisse Global Investment Returns, in denen nachgewiesen wurde, dass es über viele Jahrzehnte für risikolose Geldanlagen keine nennenswerte Realrendite gegeben hat. Was natürlich in keinem Prospekt von Banken erscheinen würde..

Ein Extrembeispiel: Im Jahr der Superzinsen 1981 gab es noch zweistellige Sparzinsen auf Kurzläufer – aber wie hoch war damals die Inflationsrate und die weiteren Kosten wie Steuern oder Spesen? In Summe eben auch zweistellig.

Seit der Finanzkrise wurden die Zinsen immer weiter abgesenkt, natürlich unter dem Ziel (Zwang), die Kapitalmarktzinsen so weit zu senken, damit die EU mit ihren zum Teil hoch verschuldeten Mitgliedsstaaten nicht auseinanderfiel. Natürlich zulasten der kleinen Sparer, bei denen sich nicht nur die Sparzinsen der Nullzone näherten, sondern auch die Rendite der fast 90 Millionen Lebensversicherungsverträge. Soviel zur Historie, mit Corona und der ständigen Diskussion über Strafzinsen bei den Banken setzte eine Verhaltensänderung ein, hin zur verstärkten Anlage in Aktienmärkte.

Neue Rekordvolumina in Aktien

Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet im Jahr der Coronakrise, in dem die Aktienmärkte in bisher noch nicht gesehener Geschwindigkeit in die Tiefe gerauscht waren, stiegen viele Deutsche verstärkt in die Aktienanlage ein. Mit 23,9 Milliarden Euro investierte man hierzulande in Aktien und übertraf den Rekord von 2007, kurz vor der Finanzkrise. Wenn das mal kein schlechtes Omen ist..

Diese Zahlen ermittelte das Analysehaus Barkow Consulting, basierend auf Angaben der Deutschen Bundesbank.

Bereits seit einigen Monaten melden Onlinebroker einen richtigen Boom bei der Anmeldung neuer Depots und in der Folge auch von Rekordumsätzen. Gerade junge Leute stiegen ein in die Aktienmärkte, aber auch besonders bei den billigen Exchange Traded Funds (ETFs), im viel beworbenen Sparplanprinzip.

Die vielen Berichte in den Wirtschaftsseiten der Zeitungen über das Ansparen in großen Indizes haben offensichtlich ihre Wirkung nicht verfehlt.

Insgesamt hat die Sparquote der Deutschen in diesem Jahr zugenommen. Aus Sorge vor dem Arbeitsplatzverlust und bei manchen auch aus Mangel an Ausgabemöglichkeiten durch die zahlreichen Reisebeschränkungen. So kletterte das Volumen der Spareinlagen seit dem Beginn des Lockdowns im zweiten Quartal auf den Rekordbetrag von 109 Milliarden Euro – in drei Monaten.

Wie erwähnt, gerade in dieser Zeit erhöhten die Deutschen – völlig konträr zu früheren Rezessionsphasen ihre Aktienanlagen – und damit sprang ein Teil des Vermögens durch das Aktienmarkt-V gleich in die Höhe.

Das Vermögen der Deutschen

Nachdem das Vermögen der Deutschen wegen der Coronakrise im Jahr 2020 zunächst gesunken war, ist es bis zum Ende des 1. Halbjahres auf eine neue Rekordmarke gestiegen – auf 6630 Milliarden Euro. Verursacht durch eine höhere Sparrate, derer, die genügend auf der hohen Kante hatten und durch den Anstieg der Aktienmärkte – bei denjenigen, die die Gelegenheit im Frühjahr genutzt hatten. Das Vermögen der Deutschen gliedert sich zum 30.6. nach Angaben der Deutschen Bundesbank wie folgt:

2443 Milliarden Euro – Lebensversicherungen
1882 Milliarden Euro – Girokonten, Bargeld
811 Milliarden Euro – Termingeld, Spareinlagen
794 Milliarden Euro – Aktien
666 Milliarden Euro – Investmentfonds
115 Milliarden Euro – Schuldverschreibungen
30 Milliarden Euro – Sonstiges

Jede Menge Geld, um es wie die Norweger zu machen, die mit ihrem staatlichen Pensionsfonds (Aktienanteil 69,6 Prozent) an der Ein-Billionen-Eurogrenze anklopfen, womit jeder Bewohner Norwegens rechnerisch im Besitz von 185.000 Euro wäre.

Einer bremst: unser Finanzminister

Es ist das Aufregerthema in Finanzkreisen (gewesen), die Einführung der Finanztransaktionssteuer in Deutschland. Mit der Folge, dass gerade die aufblühende Aktienkultur gleich wieder abgewürgt würde. Ist Finanzminister Scholz nicht bewusst, das es eventuell über Jahre hinaus keine Zinsen für die Altersvorsorge mehr geben könnte, der hohen Verschuldung vieler EU-Staaten geschuldet? Dass Lebensversicherungen kaum mehr etwas abwerfen, man aber allein schon aus demografischen Gründen Vorsorge betreiben muss? Wäre es nicht vielleicht sogar angebracht, langfristiges Aktiensparen steuerfrei zu gestalten – Stichwort Spekulationsfrist, so wie vor 2009? Aber der Staat braucht Geld und „Mister Girokonto“ hält eh nicht all zu viel von der Aktienanlage.

Fazit

Die Deutschen in der Coronakrise auf dem angelsächsischen Weg zu einer Aktienkultur? Mal sehen, schließlich haben wir noch unseren Finanzminister Olaf Scholz, der in seinem Gesetzesentwurf zur Finanztransaktionssteuer tatsächlich den Aktiensparer besteuern und den Heavy Trader außen vor lassen wollte.

Aus den obigen Statistiken lässt sich Folgendes feststellen und schlussfolgern: Was für ein großes Vermögen die obere Hälfte der Deutschen doch besitzt und welche Gedanken in den Köpfen der Finanzpolitiker umherschwirren könnten, wenn sie auf die Zahlen der Deutschen Bundesbank und die Lust der Deutschen auf Investments in die Aktienmärkte blicken. Was wiederum keine gute Botschaft für den relativ „wehrlosen“ Mittelstand in Deutschland ist, wenn man berücksichtigt, dass die Staatsschulden (Nettokreditaufnahme) 2020 um 217 Milliarden Euro und 2021 nochmals um 96 Milliarden Euro zunehmen werden – vorerst.

In der Coronakrise entwicklen die Deutschen Lust auf die Aktienmärkte

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