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Trumps neue Zölle für Mexiko – Hintergründe und mögliche Folgen einer emotionalen Entscheidung

In Mexiko sind die meisten großen Autohersteller vertreten. Wen würden aber die Zölle wirtschaftlich besonders treffen?

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Entscheidungen aus dem Bauch heraus: So wird die Politik des US Präsidenten von vielen beschrieben, sehr zum Unwohlsein seiner Berater. Aus dieser Eigenheit heraus, resultieren viele Tweets mit Folgen für die Märkte, für die es vorher keine Abstimmung mit den Fachleuten gab. So geschehen am 3.Mai vor der Bekanntgabe des Scheiterns der Chinaverhandlungen und vermutlich auch letzten Freitag vor der Zolldrohung gegenüber Mexiko. Angeblich wusste nicht einmal der oberste „Zollbeauftragte“ der USA schon zu Zeiten von Ronald Reagan, Robert Lightizer, von der Entscheidung.

 

Die Zölle für Mexiko

Auch wenn die Zollentscheidung vielleicht keine plötzliche Ad hoc-Maßnahme war, so steht doch eines fest: Trump versucht bereits seit zwei Jahren eines seiner Wahlversprechen umzusetzen, die Verhinderung der illegalen Einwanderung. Nachdem ihm sowohl Politik als auch das oberste Gericht die finanziellen Mittel für den Mauerbau verweigert haben, greift er jetzt zu einem unkonventionellen Mittel.

Die gestaffelten Zölle sollen Mexiko dazu bringen endlich die „Invasion von Drogen- und Waffenhändlern, Kartellen, Menschenschmugglern und illegalen Wanderarbeitern“ zu stoppen. Sonst werde er die Unternehmen, die nach Mexiko gegangen sind, durch Zölle dazu bringen, wieder in den Vereinigten Staaten zu produzieren. „Amerika hat genug!“, schrieb der Präsident in seinem Tweet.

Er will seinen Willen mit aller Macht durchsetzen, ungeachtet der Vernunft, eine Verhaltensweise, die man sonst nur von wesentlichen jüngeren Menschen kennt.

Haben diese Zölle ökonomisch überhaupt einen Sinn?

Mexiko hat sich zu einem führenden Automobilstandort der Welt entwickelt. Volkswagen ist zum Beispiel schon seit 1960 mit Werken vor Ort, in der Folge auch Mercedes, Audi und BMW. Dass Trumps Tweet drei Tage vor dem Start des neuen BMW-Werkes in der mexikanischen Stadt San Luis Potosí kam, dürfte auch kein Zufall gewesen sein. Eine Investition immerhin in Höhe von einer Milliarde Euro. In punkto Fahrzeugproduktion liegt Mexiko weltweit bereits auf Platz sechs, einen Platz hinter Deutschland.

In Mexiko sind die meisten großen Autohersteller vertreten. Wen würden aber die Zölle wirtschaftlich besonders treffen? Weniger Mercedes oder BMW, eher schon VW und Audi und besonders deutlich die US-Automobilhersteller.

Letzten Endes müssten die Autokäufer in den USA die Zeche des Handelskonflikts zahlen, wenn die Zölle die Autopreise in die Höhe treiben, weil die Autobauer die Zölle zumindest zu einem Teil an diese weitergeben.

Besonders betroffen wären vermutlich vier Autokonzerne:

General Motors, FiatChrysler, VW und Hyundai. Ihre Fahrzeugproduktion in Mexiko beträgt in etwa 2,4 Millionen Kfz, vorwiegend Exporte in die USA.

In Zahlen: Bei General Motors und FIatChrysler entspricht die Produktion in Mexiko etwa einem Viertel der Gesamtproduktion in Nordamerika, bei Hyundai-Kia ungefähr einem Drittel, bei VW und seiner Tochter Audi sogar 82 Prozent.

Die großen Betroffenen wären also Vw und Audi, aber auch die Amerikaner selbst. Wobei man bedenken muss, dass bei einer Premiummarke wie Audi der höhere Preis die Kundschaft nicht so abschreckt, wie die von GM und Co.

Diese stellen in Mexico vor allem die preisgünstigen Fahrzeuge her, deren Marge recht gering ist. Eine Verlagerung dieser Produktion ins teure Heimatland wäre ökonomisch genauso nachteilig, wie die Anhebung der Preise durch immer höhere Preise durch die stufenförmig ansteigenden Zölle.

In Summa also auch ein Eigentor des US-Präsidenten für die heimischen Autoindustrie, obwohl es sich zuerst so schön angehört hat, das ultimative Druckmittel.

 

Wie stark trifft es Mexiko?

Während, wie gerade dargelegt, amerikanische Autokonzerne sehr unter den US-Zöllen leiden könnten, hat Mexiko mittlerweile große Handelsbeziehungen aufgebaut. Es bestehen Freihandelsabkommen mit 52 Ländern, damit wird nicht nur Nord- und Südamerika, sondern praktisch die ganze Welt beliefert. Der ökonomische Schäden für Mexiko könnte sich nach Ansicht von Experten in Grenzen halten. Die Form der Globalisierung à la Mexiko kann Trump nicht mehr umkehren, selbst wenn er versucht, die US-Autofirmen mittels Strafzöllen ins Land zurückzuholen.

 

Fazit

Donald Trump, ein Opfer seines limbischen Systems, dem emotionalen Zentrum einer sehr auf sich bedachten Persönlichkeit? Nicht nur in Kreisen der Wirtschaft fürchtet man sich vor den kaum vorhersehbaren Reaktionen und Ausbrüchen des Präsidenten (binnen Tagen wird jemand vom kleinen Raketenmann zu einem großen Politiker), auch in diplomatischen Kreisen blickt man besorgt auf Mimik, Gestik und spontane Verlautbarungen des „Neupolitikers“. Wie gerade bei seinem dreitägigen Staatsbesuch im „alten ehrwürdigen England“.

 

 

Von In order to comply with the use and licensing terms of this image, the following text must must be included with the image when published in any medium, failure to do so constitutes a violation of the licensing terms and copyright infringement: © Tomas Castelazo, www.tomascastelazo.com / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56024457

Ein Kommentar

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    Ranzentier

    5. Juni 2019 15:12 at 15:12

    …man darf aber auch nicht vergessen, dass bei einem Stufensystem der Anhebung von Zöllen eines passieren kann…es werden Investitionen von Verbrauchern vorgezogen, weil ja höhere Preise in der Zukunft drohen…das führt wieder zu mehr Absatz, Umsatz und Gewinn in der Gegenwart…auch wenn das Ganze nur einen kurzen Effekt hat, so ist er vielleicht kurz genug, um über die Quartalsergebnisse des zweiten und dritten Quartals zu kommen…und danach ist vielleicht schon wieder alles anders…

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Die Aktienmärkte heute mit Verlusten, aber bislang noch keine Anzeichen von Panikverkäufen. Das Grundproblem ist: noch ist nicht absehbar, welche Auswirkungen das Coronavirus auf Chians Wirtschaft und die globale Konjunktur haben wird. Wichtige Firmen in China und damit auch Zulieferer von westlichen Unternehmen wie Foxconn bleiben länger geschlossen nach dem Neujahresfest – wenn die Schließungen noch länger andauern, dürften die Auswirkungen immer größer werden. Dass Peking diese drastischen Maßnahmen ergreift, deutet daraufhin, dass die Ausmaße der Epidemie größer sind als die Zahlen der Regierung suggerieren. Die globalen Anleihemärkte reagieren deutlich stärker als damals beim SARS-Virus – ist die Erzählung vom globalen Konjunkturaufschwung auserzählt? Der deutsche ifo Index heute war ein Rückschlag..

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Dirk Müller: Lage um Coronavirus dramatischer als dargestellt

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Die Lage um das Coronavirus ist dramatischer als offiziell dargestellt – das sagt Dirk Müller. Der als „Mr. Dax“ bekannte Dirk Müller faßt die bisherige Fakten-Lage zusammen und geht davon aus, dass die Maßnahmen, die Peking getroffen hat, drastischer sind als die gemeldeten Infefktionszahlen eiegntlich rechtfertigen würden. Mithin also auch hier: Taten sind wichtgier als Worte!

Für Dirk Müller steht vor allem für Xi Jinping viel auf dem Spiel: wenn er die Krise nicht lösen kann, verliert er an Autorität und Nimbus. Daher die Entsendung von Premierminister Li Keqiang nach Wuhan, der dort mit der Verbreitung von Optimismus glänzt. Unterdessen tauchen über die „Global Times“ skurrile Bilder aus Wuhan aus: die Bewohner der Stadt rufen sich Durchhalteparolen aus den Fenstern der Hochhäuser zu:

Dirk Müller wundert sich über die vergleichsweise geringe mediale Berichterstattung in Deutschland – diese liege auf der Linie der offiziellen Verlautbarungen der Bundesregierung: es gebe kein Grund zur Panik oder gar zur Sorge für die Bewohner in Deutschland.

Daher, so sagt „Mr. Dax“, würden derzeit an den Finanzmärkten die Privatanleger die Sache nicht allzu ernst nehmen und den Dax kaufen – anders als die Profi-Investoren, die sich aktuell stark am Markt absichern würden. Gleichwohl versucht auch Dirk Müller, besonnen zu bleiben und nicht – wie in manchen sozialen Medien – Panik zu schüren:

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