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Trumps Steuersenkung: noch krasser als bisher schon – über Ungerechtigkeit..

FMW-Redaktion

Bekanntlich will Donald Trump vor allem für Unternehmen die Steuern senken. Da gibt es nur ein Problem: die US-Firmen zahlen sowieso immer weniger Steuern!

Sehen wir uns einmal die Entwicklung seit dem Jahr 1952 an: damals machten die Gewinne der US-Unternehmen 5,5% des US-BIPs aus – heute ist der Anteil deutlich höher, er liegt bei 8,5%.

Im Jahr 1952 betrug der Anteil der Steuern, die US-Unternehmen auf ihre Gewinne zahlten, 5,9% des US-BIP. Heute sind es nur noch 1,9%:

Das bedeutet: der Anteil der Unternehmen am Gesamt-Kuchen wird immer größer, der Anteil der Steuerlast immer geringer im Verhältnis zum BIP. Seit der Finanzkrise hat sich dieser Trend noch beschleunigt – das zeigt auch ein Blick etwa auf die Zahlen der US-Unternehmen in der jetzt laufenden US-Berichtssaison: die Steuerlast wird immer geringer.

Warum ist das so? Weil die US-Unternehmen die Gewinne häufig im Ausland verbuchen – obwohl sie nicht im Ausland erzielt wurden. Ein Paradebeispiel dafür ist etwa Apple: hier werden Gewinne nach Irland verschoben, weil dort die Steuern günstiger bzw. fast nicht vorhanden sind. Es sind laut Economic Policy Institute sieben Länder, in denen 50% der angeblichen Auslands-Gewinne der US-Unternehmen verbucht werden, während die US-Unternehmen nur 5% ihrer Mitarbeiter in diesen Ländern haben.

Nun will die Trump-Administration die Steuern weiter senken, damit die US-Unternehmen ihre Gewinne nicht weiter ins Ausland verschieben. Das macht durchaus Sinn. Das Problem ist nur: gleichzeitig sollen die ins Ausland verschobenen Steuergelder amnestiert und nur mit einer geringen Steuer veranlagt werden. Faktisch heißt das: die Unternehmen werden für ihren jahrelangen „Betrug“ belohnt.

Für die Unternehmen ist das eine win-win-Situation: sinken die Steuern nicht genug, macht man mit der bisherigen Steuervermeidungs-Praxis einfach weiter und schiebt die Gewinne in die Steuerparadiese.

Ob Trump dieses Problem wirklich angehen will? Es dürfte schon seinen Grund haben, warum Trump mit der jahrelangen Praxis Schluss machte, dass US-Präsidentschaftskandidaten ihre Steuererklärung öffentlich machen..


Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)



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5 Kommentare

  1. Das kommt davon, wenn man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will ;)
    Ich hoffe, dass gerade die Trump-Wähler eine saftige Rechnung für ihren Wahnsinn präsentiert bekommen. Vielleicht lernen sie für die Zukunft daraus etwas, wenn meine Hoffnung dahingehend auch gering ist.
    Vielleicht lernen zumindest Wähler in europäischen Staaten für die Zukunft, dass rechtspopulistische Schreihälse mit ihren wirklichkeitsfernen Wahlversprechen konsequenterweise an den politischen und wirtschaftlichen Realitäten scheitern müssen.

    1. Vielleicht lernen auch die Linkspopulisten etwas, nämlich dass Unternehmen einfach abhauen, wenn man sie mit Steuern piesackt. Aber da habe ich noch weniger Hoffnung.

      1. @rote_pille
        Linkspopulisten sollten per se und per definitionem das von Ihnen Gesagte eigentlich im Blut und als eigenes jahrzehntelanges Gedankengut im Fundament ihrer Ideologien verankert haben. Linke standen noch nie auf Seiten der Unternehmen. Ich denke, die wissen schon, „dass Unternehmen einfach abhauen, wenn man sie mit Steuern piesackt“. Oder sind Linkspopulisten Ihrer Meinung nach inzwischen konform mit globalen Konzernen? Oder gar die Fürsprecher und Freunde der Konzerne?

        Hingegen müssen Rechtspopulisten wie Trump noch lernen, was die wirtschaftliche „Mitte“ so an Tricks zur Verfügung hat und sollten die von Ihnen erwähnten Maßnahmen und Konsequenzen endlich verstehen, nicht wahr?

      2. Sind sogenannte „links“ orientierte Menschen Ihrer Meinung nach inzwischen schon Unternehmerfreunde? Wenn dem so sein sollte, müsste man die politische „Mitte“ einmal neu definieren :)

  2. Dann lieber keine Steuern mehr verlangen. Hier brauch es einen Völkervertrag und eine ordentliche Bewegung die Politiker dazu zwingt

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