Folgen Sie uns

Indizes

Trumps Wutausbruch gegenüber den Demokraten – und mögliche Folgen für seine Handels- und Wirtschaftspolitik

Egal welche Deals Trump abschließen will – für ein verbindliches Abkommen braucht er die Demokraten in den politischen Kammern

Avatar

Veröffentlicht

am

Ganze drei Minuten verweilte US-Präsident Trump letzten Mittwoch im Weißen Haus im Besprechungszimmer, um mit den Demokraten Nancy Pelosi und Chuck Schumer über Infrastrukturprogramme zu sprechen. Dann eilte er aus dem Raum, um wutentbrannt im Fernsehen zu drohen, die politische Zusammenarbeit mit den Demokraten zu beenden. Bei etwas Nachdenken ein großes Eigentor, sollte dies Trump tatsächlich in die Praxis umzusetzen.

 

Die Folgen für die Innenpolitik

Auslöser war vermutlich das beharrliche Nachhaken der Demokraten in der Russlandaffäre, man fordert immer weiter Unterlagen von der Regierung, im Rückblick auf den Wahlkampf 2016 und möglicher illegaler Absprachen.

Aber Trump braucht die Unterstützung der Demokraten, die die Mehrheit im Abgeordnetenhaus stellen und auch für Vorhaben, die im Kongress abgestimmt werden. Bei seinem Infrastrukturprogramm in Höhe von zwei Billionen Dollar für die Ausbesserung von Brücken, Schienen und Highways und vor allem für den Haushalt 2020.

In dem 4,7 Billionen schweren Entwurf geht es um Kürzungen für Umwelt, Gesundheit, Entwicklungshilfe, um Steigerungen im Militärhaushalt – und um seine Mauer. Sollte dies nicht bis September über die Bühne gehen, haben wir wieder den Government Shutdown. Einen weiteren wochenlangen Stillstand der Regierungsgeschäfte wegen eines Zwangsurlaubs der Betroffenen, oder das Arbeiten ohne zeitgerechte Bezahlung, kann sich der Präsident im Wahlkampf eigentlich nicht nochmals leisten.

 

Handelsstreit – nicht ohne den US-Kongress

Was aber kurzfristig deutlich problematischer wirkt, ist die fehlende Unterstützung der Demokraten im Handelsstreit. Zwar benutzt Präsident ständig seine Dekrete um Zölle zu erheben –  aber um Abkommen zu schließen, braucht er die Mitwirkung der politischen Organe. Grundlage für die Maßnahmen ist die US-Sektion 232, die den Präsidenten dazu ermächtigt, Maßnahmen zum Schutz der „nationalen Sicherheit“ zu beschließen.

Egal welche Deals er in der nächsten Zeit auch beschließen will, ob mit China, der EU, oder wie gerade mit Mexiko und Kanada, wo er die Zölle auf Stahl und Aluminium wieder aufhob – für ein verbindliches Abkommen braucht er die Demokraten in den politischen Kammern.

Wie soll das Land, mit dem der US-Präsident künftig eine rechtsverbindliche wirtschaftliche Vereinbarung treffen will, auf dessen Wort vertrauen, wenn man weiß, dass er dafür die Unterstützung der Politik braucht, die er gerade trotzköpfig einschränken will?

Derzeit verweilt Trump für vier Tage in Japan, wo er neben dem Golfspiel mit Ministerpräsident Shinzo Abe auch über eine umfassende Handelsvereinbarung spricht – aber auch dafür braucht er die Demokraten.

 

Immer wieder der nationale Notstand

Wie wenig der US-Präsident durch die politischen Instanzen bringt, zeigt die Zahl der Maßnahmen, die er mit dem so genannten „nationalen Notstand“ begründet. Zölle auf Stahl und Aluminium, auf Automobile, beim Mauerbau zu Mexiko, in der Telekommunikation (Huawei) und gerade bei Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien.

Man könnte meinen, die USA seien von Feinden nur so umgeben. Aber langsam blockieren die höchsten Gerichte in den USA das dauernde Umgehen des Präsidenten des politischen Weges, das Aushebeln der Instanzen. Jüngste Aktion für diesen Notstand ist die acht Milliarden schwere US-Waffenlieferung nach Saudi-Arabien, wegen der Spannungen mit dem Iran. Nationaler Notstand ist eigentlich eine Sache für den Notfall – Trump macht sie zur Gewohnheit.

 

Fazit

Die eingangs geschilderte, spontane Reaktion von Donald Trump ist für mich wieder ein Beweis für eine gewisse Dominanz seines limbischen Systems, oder anders ausgedrückt, der Schaltzentrale für seine Emotionen. In der Aufbereitung des Vorfalls am Mittwoch hatte er die Sprecherin der Demokraten als „verrückte Nancy“ bezeichnet und sich gelobt: „Ich bin eine sehr fähige Person …ich bin ein extrem stabiles Genie.“ Was soll man dazu sagen? Selbst seine engsten Berater lamentieren bereits des Öfteren über seine Beratungsresistenz.

Gelegentlich schaltet sich auch sein Gehirnbereich für längerfristige, rationale Überlegungen dazu – deshalb seine Unberechenbarkeit. Gelegentlich…

 

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Rüdiger Born: Dax und Nasdaq im Fokus

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Im folgenden Video werfe ich einen Blick auf die aktuelle Lage im Dax, aber vor allem auf den Nasdaq. Was ist machbar für aktive Trader? Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

weiterlesen

Indizes

Wall Street: Nasdaq und S&P 500 nach Schwäche nun vor Erholung?

Avatar

Veröffentlicht

am

Der Nasdaq 100 ist wie die Wall Street insgesamt im Verlauf der zurückliegenden beiden Wochen etwas tiefer als prognostiziert gefallen. Eine gesteigerte Korrekturaktivität ist indes nicht zu verzeichnen, der Chart zeigt das auf. Im besonderen Maße optimistisch stimmt diesbezüglich der ausgebliebene Schlusskurs unterhalb des 0.62-Retracement bei 10.741 Punkten. Eine grundlegende Verbesserung der Ausgangslage ist für die nächsten Tage an der Wall Street natürlich nicht zur erwarten, doch sollte sich die bereits laufende Bodenbildung weiter fortsetzen können. Doch so langsam aber sicher setzt sich Verunsicherung, Nervosität in den Köpfen der Akteure fest.

Wall Street – Ausblick für den Nasdaq:

Die Performance der letzten Tage lässt darauf schließen, dass der Nasdaq 100 versucht ist, die seit August laufende Korrektur (b) abzuschließen. Der vermiedene Bruch der 0.62-Unterstützung (10.741 Punkte) ist ein relativ sicheres Indiz auf diese Option. Mit einem eventuellen Überschreiten des 0.76-Widerstandes bei 11.296 Punkten würde sich ein reelles Entspannungssignal einstellen. Diesen Schritt erwarte ich für die sich anschließenden Tage, maximal 1-2 Wochen.

Der Nasdaq war den anderen Indizes der Wall Street voraus gelaufen
Denn es ist nicht auszuschließen, dass sich die seitliche Performance der Wall Street noch geraume Zeit fortsetzt. Mit Überschreiten des zuvor genannten Widerstandes wird der Raum bis zur 0.62-Linie bei 11.988 Punkten geöffnet. Wesentlich höher sollte der Trend in der ersten Stufe nicht verlaufen. Wie im Chart abgebildet, besteht sehr gut die Möglichkeit, dass sich eine seitliche Phase größeren Stiles, in Form eines Triangles, einstellt. Ein eventueller Bruch der Unterstützung bei 10.741 Punkten würde eine erneute Korrekturwelle auslösen.

Fazit:

Der Nasdaq könnte mit Überschreiten von 11.296 Punkten ein kleines, bis ca. 12.000 Punkte geltendes Kaufsignal bilden.

 

S&P 500 – der Leitindex

Wie erwartet musste sich der S&P 500 an den letzten Tagen weiteren Punktverlusten hingeben. Dramatisches ist dennoch nicht zu konstatieren, blieb die Korrektur der Wall Street im Rahmen der jüngsten Prognose. Sehr positiv ist demnach der ausgebliebene Bruch der Unterstützungslinie bei 3.178 Zählern (1.62 Retracement). Allein dieser Aspekt rechtfertigt eine zumindest für den kurzfristigen Horizont geltende optimistische Sicht auf den Aktienindex. Die Tagesperformance, insbesondere der Sprung über die 0.62-Linie (3.279 Punkte) vom Freitag, untermauert diese Lesart zusätzlich.

Ausblick für den S&P 500:

Die jüngste Korrektur ist im Grunde ein fünfteilige (1-2-3-4-5) Impulswelle und dient damit der Ausbildung von Welle (c) der abc-Korrektur. Diese Korrektur wiederum bildet die größere (B) aus und hat mit der kleineren (b) eine überschießende Welle „B“ ausgeformt. Der ausgebliebene Bruch der 1.62-Supportline, sowie der bereits erwähnte Schlusskurs über 3.279 Zähler, kann als Abschluss der kleinen (5) und damit verbunden von (c) angesehen werden. Die große (B) bleibt indes noch offen. Ihr Schicksal muss durch die weitere Performance geschrieben werden.

Der S&P 500 ist der Leitidex der Wall Street
Wie im Chart dargestellt, ist daher zeitnah, für den Verlauf der folgenden 1-2 Wochen, von einer kleinen Rally an der Wall Street auszugehen. Großer Raum steht dieser Bewegung nicht zur Verfügung. Maximal bis zur 0.76-Linie erwarte ich den kleinen Höhenflug. Diese Performance kann sich durchaus als erste Stufe einer etwas größeren und gut nutzbaren Aufwärtsbewegung entpuppen. Darüber ist allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen, sodass ich momentan noch kein größeres Kaufsignal benennen kann.

Fazit:

Ein kleines Kaufsignal mit Ziel bis zur 0.76-Linie wurde bereits ausgelöst. Aufgrund der korrektiven Verfassung ist ein längerfristiges Signal momentan noch nicht spruchreif.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen