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Tsipras und Syriza verlieren Zustimmung – Griechenland bald wieder Thema?

FMW-Redaktion

Die Zustimmungswerte für Tsipras und Syriza bröckeln: nach einer heute veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ProRata würden derzeit nur noch 23% der Griechen Syriza wählen – im Juli waren es noch 26%. Die konservative Nea Demokratia kommt auf 19,5% und ist damit wieder in Schlagdistanz zu Syriza. Die am 20.September anstehenden Wahlen könnten also eng werden, möglichweise, das betont der Chef der sozialdemokratischen To Potami, Stavros Theodorakis, müssten dann bereits im November oder Dezember erneut Wahlen stattfinden.

Dass die vorherige Regierungskoalition zwischen Syriza und der rechten Parte Unabhängige Griechen fortgeführt, ist extrem unwahrscheinlich: die Unabhängigen Griechen kommen derzeit nur noch auf 2% der Wählerstimmen und würden damit nicht mehr im Parlament vertreten sein.

Eher schwach auch die Syriza-Abspaltung Vereinigtes Volk: sie komt auf Werte von 3,5% und läge damit nur knapp über der Hürde von 3%, die für den Einzug ins Parlament nötig ist.

Dass der Rücktritt von Tsipras, der mit dem Schritt ein stärkeres Mandat erzielen will, ein Fehler war, glauben mit 68% mehr als zwei Drittel der Griechen. Ein Drittel derjenigen Wähler, die zuletzt Tsipras und Syriza gewählt hatten, sind sich nicht sicher, ob sie das erneut tun würden. Gleichwohl sind nach wie vor 64% der Griechen der Meinung, dass Griechenland in der Eurozone bleiben müsse, auch wenn das mit Austeritätsmassnahmen verbunden sei.

Insgesamt sind aber viele Wähler noch unentschlossen: ein Viertel aller Wähler sind noch nicht sicher, welche Partei sie wählen werden, sodass sich die Gewichtungen zum Wahltermin hin noch deutlich verschieben könnten. Nachdem China kurzfristig angesichts der am 03.September anstehenden Siegesparade als Krisenherd von der Bildfläche verschwinden dürfte, könnte dann im September wieder Griechenland in den Fokus rücken – worst case wären unklare Mehrheitsverhältnisse, die die Umsetzung der von den Gläubigern geforderten Massnahmen erschweren würden.



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