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Tsipras & Varoufakis: Das große Endfazit

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Jetzt nachdem das 3. Hilfspaket verabschiedet wurde und Premier Tsipras sich der Eurogruppe „gefügt“ hat, kann man ein großes Endfazit über die Träume, Visionen und Pläne von Alexis Tsipras und Yanis Varoufakis ziehen. Es sollte der große Befreiungsschlag für Griechenland werden, weg von den Schulden, raus aus der“Unterdrückung“ durch die Gläubiger…

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Griechenlands alter und neuer Ministerpräsident Alexis Tsipras.
Foto: FrangiscoDer / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Hoffnung

Mit der Wahl von Alexis Tsipras als Extrem-Linker hatten die Griechen die Hoffnung verbunden er würde alle „Ungerechtigkeiten“ abschaffen und die bösen Gläubiger zum Teufel jagen. Nachdem Yanis Varoufakis als Finanzminister ernannt war, kam schnell die Hoffnung auf er würde nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa sozial umkrempeln und „gerechter“ machen. Er brachte aus seiner bisher ausschließlich intellektuellen Tätigkeit als Uni-Dozent keine praktische Erfahrung aus dem realen Wirtschaftsleben oder der realen Politik mit. Das legte man ihm zunächst sogar als großen Pluspunkt aus. Denn der frische Blick von außen tut oft gut!

Auch wir sahen mit großer Spannung und auch mit Hoffnungen die Möglichkeit gegeben, dass wie auch immer mit zwei solch starken Figuren ein richtiger Neuanfang und ein Aufbrechen der verkrusteten Politik in Griechenland möglich wäre. In unseren Artikeln in den Wochen nach der Syriza-Wahl brachten wir eindeutig zum Ausdruck, dass es wichtig war, dass überhaupt erst einmal frischer Wind in die Bude kam und egal wie, durch diesen frischen Wind etwas Anderes Neues entstehen würde.

Der Plan von Tsipras & Varoufakis

Denn Alexis Tsipras hatte, wie es sich für extrem Linke gehört, vor der Wahl tiefgreifende Veränderungen angekündigt, den großen Neuanfang. Von daher konnte man fest davon ausgehen, dass er einen konkreten Plan hatte, wie es in Griechenland weitergehen soll. Immer wieder ging es hin und her, erst Streit mit der Eurogruppe, dann öffentliche Versöhnung, nur um sofort danach wieder vor den griechischen Kameras die Gläubiger als Verbrecher hinzustellen. Kaum wieder in Brüssel, war wieder Friede Freude Eierkuchen. Zurück in Athen, bestand man gleich wieder auf einen völligen Schuldenerlass, obwohl gerade vorher in Brüssel anders vereinbart. So ging das über mehrere Monate. Es sah nach einem großen Plan aus, die Gläubiger in die Verzweiflung und letztlich zum Aufgeben zu treiben nach dem Motto „dann macht doch endlich euren blöden Schuldenschnitt, nur lasst uns endlich in Ruhe mit eurem Theater“. Aber das funktionierte nicht. Erst im Nachhinein kann man gesichert sagen: Es gab nie so einen Plan. Was immer so strategisch aussah wie eine Art politischer Guerilla-Plan, um „den Gegner“ mürbe zu machen, war letztlich nur Chaos, Planlosigkeit, Ziellosigkeit.

Der pure Idealismus vor allem von Yanis Varoufakis verblendete die in der Realität tatsächlich vorhandenen Aufgaben. Ihm ging es immer um das große theoretische Ganze. Was erhoffte er sich eigentlich? Bis heute ein Rätsel. Denn er hätte zügig nach seinem Amtsantritt in den Eurogruppen-Sitzungssaal treten können mit einem schriftlichen Plan für Schuldenschnitt oder Schuldenverlängerung, mit konkreten gleichzeitigen Reformvorschlägen usw. All das geschah aber nicht. Wie übereinstimmend auch viele kleine Eurogruppen-Mitglieder sagten, trat Varoufakis immer wieder vor die Eurogruppe und hielt allgemeine volkswirtschaftliche Vorträge, wie er sich ein perfektes und gerechtes Europa vorstellt. Sicher aller Ehren wert, aber solche Gesprächsrunden werden immer angesetzt um akute Probleme konkret zu lösen.

Träume scheiterten an der Realität

Alexis Tsipras hatte ein großes Problem. Er konnte nur die Wahl gewinnen, in dem er ALLES verspricht. Entlassende Staatsdiener wieder einstellen, Renten wieder rauf, Verstaatlichungen rückgängig machen, Zuschüsse für arme Familien, und ganz nebenbei noch endlich die kriminellen bösen Troika-Bürokraten aus Athen verjagen, die das Land jahrelang geknechtet hatten. Ach ja, und man wollte endlich Steuern bei den reichen Griechen eintreiben.

Ich denke mal Alexis Tsipras hatte Finanzminister Yanis Varoufakis auch den letzteren Auftrag erteilt. Nur wenn man ehrlich ist: der trieb sich lieber Land auf Land ab in Talkshows herum, schrieb Kolumnen, suchte nach Mikros, in die er sprechen konnte. Nur in seinem Ministerium bei der Arbeit kann er bei all den Presseterminen nicht oft gewesen sein. Aber ein Ministerium braucht gerade in so einer großen Umbruchphase einen Minister, der den Umbruch von oben nach unten steuert, dirigiert, Ziele vorgibt, antreibt, Gas gibt, anwesend ist. Aber diese richtige Alltagsarbeit war wohl einfach nicht sein Ding.

Varoufakis brachte aus jahrelanger Dozententätigkeit wohl einen innerlich aufgestauten Drang mit all sein Wissen und seine Ideen der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Man kann sagen: Er hat wohl den Beruf verfehlt. Als Kolumnist und Vortragsredner für Makroökonomie wäre er besser aufgehoben gewesen, oder gerne auch als wirtschaftstheoretischer Chefideologe von Syriza – aber als Realpolitiker, der echte Probleme zügig lösen muss, war er schlicht und einfach eine Fehlbesetzung.

Die große Verschwörung gegen Tsipras & Varoufakis

Es gibt die viel verbreitete Theorie die Eurogruppen-Mitglieder, besonders Schäuble, Rajoy und Co. hätten sich gegen Tsipras & Varoufakis verschworen. Keinen Zentimeter hätte man den beiden gegönnt, nicht nachgeben, keine Schwäche zeigen, damit oppositionelle Kräfte z.B. in Spanien oder Italien ja nicht auf die Idee kommen genau so aufzumucken. Diese Theorie ist gar nicht mal so unrealistisch. Aber man muss sehen: Die beiden traten an um Griechenland von der Schuldenfessel zu befreien. Die kriminell hohe Überschuldung, produziert durch die Vorgänger, wollte man wegblasen.

Ideologisch auf Linie, wie es sich gehört, waren Griechenlands Staatsschulden eine Art Fußfessel, absichtlich durch die Gläubiger angelegt, um das griechische Volk zu unterdrücken. Und davon wollten die beiden das griechische Volk befreien. Und wenn sie so großspurig mit so einem Ziel an den Start gehen, müssen sie sich auch an den Resultaten messen lassen. Es ist arrogant zu glauben man lässt sich wählen, steigt in den Flieger nach Brüssel und sagt seinen Partnern, die auch gleichzeitig seine Gläubiger sind, sie sollen mal eben so auf ihre Forderungen verzichten, und die tun das dann einfach so. Es scheint so zu sein, dass Tsipras & Varoufakis nach den großen Wahlversprechen, und der grenzenlosen Euphorie des Wahlsiegs glaubten der „totale“ Schuldenschnitt und dazu noch ein dickes Hilfspaket aus Brüssel seien einfach so ohne Gegenwehr durchzusetzen. Und warum glaubten Sie daran? Weil sie fest davon überzeugt waren im Recht zu sein, während ihre „Gegner“ im Unrecht waren. Und wer im Recht ist, der kann seine Forderungen problemlos durchsetzen…

Und jetzt?

Alexis Tsipras dachte durch das erste Referendum ernsthaft (!) wenn er mit dem NEIN seines Volkes zur Verschuldung seines Landes nach Brüssel fliegt, wären die anderen Eurogruppen-Mitglieder derart beeindruckt, dass sie sich nicht gegen einen großen Schuldenschnitt wehren können. Sein Entsetzen, dass das nicht geschah, muss in der Tat groß gewesen sein. Das zeigt einen Mangel an Realitätssinn. Was danach geschah, war vorauszusehen. Wenn man von einem so hohen ideologischen Ross aus absteigt und nicht bekommt was man will, gibt man sein Scheitern nicht zu, sondern man begibt sich in eine Opferrolle. Dafür muss eine böse Verschwörung her, die gegen die eigenen Ideale intrigierte. Und in diese Opferrolle hat Alexis Tsipras sich jetzt begeben.

Er wird gezwungen ein Programm (3. Hilfspaket) umzusetzen, dass er nicht haben will, von dem er nicht überzeugt ist, aber es geht nicht anders. Er habe alles versucht, aber die Gläubiger hätten ihn nicht gelassen. Erstaunlich, dass er jetzt wiedergewählt wurde. Aber auf den zweiten Blick ist seine Wiederwahl doch nachvollziehbar – denn welche Alternative hätte der griechische Wähler gehabt? Zurück zu den beiden großen etablierten Parteien, die das Land vorher gegen die Wand gefahren hatten. Und so wird ein Mann, der unfassbare Versprechungen gemacht und im Großen und Ganzen keine davon gehalten hat, wiedergewählt. Jetzt muss er Schritt für Schritt gegenüber den Gläubigern nachweisen, dass er die verhassten Reformen auch wirklich umsetzt, sonst werden die einzelnen Tranchen des 3. Hilfspakets nicht weiter ausgezahlt. Angekommen in der Realität.

Im Gegensatz zu Alexis Tsipras blieb Yanis Varoufakis blieb nur ein Hollywood-reifer Abgang. Seine unterschwellige Aussage war „ich habe für das Gerechte und das Gute gekämpft, aber die bösen Mächte des Dunkeln waren stärker als ich – ich habe alles versucht“. Dann noch perfekt für die Weltpresse inszeniert vor seinem Ministerium mit seiner Frau aufs Motorrad schwingen und ab ins Sommerhaus auf eine Insel nahe Athen. Nachdem er jetzt medial bekannt ist wie ein bunter Hund, schreibt er fast täglich Kommentare und Kolumnen rund um das Thema „Varoufakis rettet die Welt“. Die Traumwelt des Theoretikers, der gerne die Welt gerecht und perfekt machen will, hatte er nie verlassen. Einen realistischen Reformplan hatte er nie. Mehr als schade, denn auch wir hatten bei seinem Amtsantritt Hoffnungen, dass sein frischer Wind eine Veränderung bringen könnte. Aber wenn man völlig ziel- und planlos auftritt, wenn man seine Gläubiger monatelang aufs Übelste beleidigt, kann man nicht vorankommen. Hätte er einen Plan gehabt für einen Teil-Schuldenschnitt + Laufzeitverlängerung der Restschulden, und hätte er diesen Plan in einer höflichen Art und Weise seinen Gläubigern präsentiert, wären seine Chancen auf Umsetzung sicherlich höher gewesen. Aber darüber kann man sich trefflich streiten.


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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

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Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

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Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

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Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

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