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Türkei: Außenhandelsdaten katastrophal, Lira kurz vor neuem Abwertungsschub

Die Außenhandelsdaten der Türkei zeigten sich zuletzt katastrophal. Wie die jüngst veröffentlichen Daten der türkischen Zentralbank zeigen, stieg das Leitungsbilanzdefizit der Türkei (Außenhandel + Kapitalflüsse etc) im Januar binnen 12 Monaten um…

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FMW-Redaktion

Die Außenhandelsdaten der Türkei zeigten sich zuletzt katastrophal. Wie die jüngst veröffentlichen Daten der türkischen Zentralbank zeigen, stieg das Leitungsbilanzdefizit der Türkei (Außenhandel + Kapitalflüsse etc) im Januar binnen 12 Monaten um 4,4 Milliarden Dollar auf 7,09 Milliarden Dollar – ein gigantischer Anstieg in so kurzer Zeit!

Türkei mit eklatantem Außenhandelsproblem

Der folgende Chart (seit 2008) zeigt, dass das addierte Defizit für 12 Monate mit -51,5 Milliarden Dollar immer weiter ansteigt. Je tiefer die Linie im Chart, desto größer das Defizit. Das reine Außenhandelsdefizit für Januar liegt laut dem offiziellen türkischen Statistikamt bei 9 Milliarden Dollar, was gegenüber Januar 2017 eine Verdoppelung darstellt – katastrophal, möchte man da sagen!

Die Exporte im Januar hatten ein Volumen von 12,4 Milliarden Dollar (+10,7% im Jahresvergleich), bei Importen in Höhe von 21,5 Milliarden Dollar (+38%). Dabei ist binnen 12 Monaten vor allem das Importvolumen von Vorprodukten, die in der Türkei weiter verarbeitet werden, um 5 Milliarden Dollar gestiegen. Der Exporte von (fertigen) Industrieprodukten stiegen aber nur um 1 Milliarde Dollar.

Weil nach Verrechnung mit den türksichen Exporten immer noch so eine enorme Geldsumme übrig bleibt, die aus der Türkei ins Ausland fließt um dort gekaufte Waren zu bezahlen, bleibt auch die türkische Lira schwach. Denn die türkischen Importeure müssen ihre Lira verkaufen und im Gegenzug Euro und US-Dollar kaufen, um in diesen Währungen ihre ausländischen Lieferanten bezahlen zu können.

Die Inflation könnte zuletzt übrigens auf sehr hohem Niveau gebremst werden mit im immerhin noch 10,26% im Februar nach 10,35% im Januar. Den Höhepunkt hatte man im November 2017 mit 12,98% erreicht.

Türkische Lira vor weiterer Abwertung

Aus charttechnischer Sicht, die aber durch die vorhin genannten Fundamentaldaten untermauert wird, ist die türkische Lira massiv unter Druck, schon aufgrund des Geldflusses, der gegen die Währung drückt. Wir haben schon mehrmals darauf hingewiesen, dass die türkische Lira sich schon in der Vergangenheit mehrmals monatelang gegen Euro und US-Dollar stemmte, aber dann jedes Mal eine weitere Abwertung der Lira erfolgte (im Chart steigender Euro vs fallende Lira). Seit November 2017 hat der Kurs von EURTRY mehrmals an der Marke von 4,72 gekratzt. Und heute notiert er nun genau dort, am Allzeithoch. Der weitere Ausbruch nach oben (weitere Abwertung der Lira) könnte jetzt bevorstehen.

Türkei Türkische Lira Euro
Euro vs türkische Lira seit 2015.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    m.d

    12. März 2018 16:01 at 16:01

    Danke für den Hinweis. Bin long gegangen 🙂

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Indien gerät in den globalen Abwärtsstrudel

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Das Taj Mahal ist eines der Symbole für Indien

Die nach Kaufkraftparität drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Indien erlebt eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Die Expansionsrate des indischen BIP fällt auf das niedrigste Niveau seit über 6 Jahren zurück. Ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft.

Indien bleibt weit hinter seinen Wachstumsambitionen zurück

Mit 2,7 Billionen US-Dollar ist das Bruttoinlandsprodukt des südasiatischen Landes fast gleichauf mit dem Frankreichs. Bereinigt um die Kaufkraft liegt das Land sogar an dritter Stelle der größten Volkswirtschaften weltweit – noch vor Japan und Deutschland. Daher ist der Einbruch des indischen BIP-Wachstums im dritten Quartal für die Weltwirtschaft durchaus relevant.

Kaufkraftbereinigtes BIP - Indien auf Platz 3

Die Expansionsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte im dritten Quartal 2019 mit annualisiert nur noch 4,5 Prozent das tiefste Niveau seit dem zweiten Quartal 2013. Der im Vorfeld mehrfach nach unten revidierte Konsens der Ökonomen lag um 0,2 Prozent höher bei 4,7 Prozent.

Damit befindet sich das Land zwar weit jenseits einer Rezession aber dennoch unter seinem langjährigen Durchschnitt: Die jährliche Wachstumsrate des BIP in Indien betrug von 1951 bis 2019 durchschnittlich 6,18 Prozent und erreichte im ersten Quartal 2010 ein Allzeithoch von 11,40 Prozent und im vierten Quartal 1979 ein Rekordtief von -5,20 Prozent. Für ein Entwicklungsland ist allein der starke Verlust an Wachstumsdynamik schon problematisch und sorgt für soziale und politische Spannungen. Zumal die Versprechen der indischen Regierung in den letzten Jahren sehr vollmundig klangen: Indien sollte China überflügeln und die am schnellsten wachsende Wirtschaftsmacht der Welt werden.

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Aktuell – Larry Kudlow: Trump nicht bereit für Deal mit China

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Soeben hat sich Larry Kudlow in einem TV-Interview

– Trump empfindet die China-Gespräche positiv

– Trump wird finalen Deal machen

– China muß sich in den schwierigsten Punkten weiter bewegen

– Trump nicht bereit, einen Deal mit China zu unterschreiben

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Neuer Krisenauslöser in den USA? Die Mega-Eruption des Vulkans rückt näher

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Cadillac Escalade - Autokredite als der nächste Krisenauslöser?

Vulkan-Forscher können vor einer Mega-Eruption oft beobachten, wie sich der Berg aufbläht. Daran erkennt man oft, dass sich darunter ein Stau an Gestein und Lava bildet, der früher oder später ausbrechen wird. Nur wann genau diese Aufblähung eines Vulkans explosionsartig in einer Mega-Eruption mündet, das kann vom Zeitpunkt her kein Experte exakt vorhersagen. So ist es auch mit Zusammenbrüchen im Finanzsystem. Was wird der nächste Krisenauslöser sein?

Autokredite als Krisenauslöser statt Immobilien vor 12 Jahren?

Der letzte große Zusammenbruch kam vor zwölf Jahren ab 2007 durch den völlig kaputten Markt für US-Immobilien. Die Verbraucher hatten sich völlig überschuldet. Millionen Amerikaner hatten sich bei viel zu geringem Gehalt viel zu teure Häuser von Kredit-Verkäufern aufschwatzen lassen. Das System musste kollabieren. Man schaue auf die Daten der Federal Reserve. 2008 hatten die Immobilienschulden der Haushalte in den USA einen Höchstwert von 9,99 Billionen Dollar erreicht. Ende September 2019 liegen sie bei 9,83 Billionen Dollar. Nach einem „Tiefpunkt“ von 8,4 Billionen Dollar im Jahr 2013 hat die Verschuldung bei Immobilien jetzt wieder fast exakt das alte Hoch erreicht.

Konsumschulden total in den USA

Aber die Schulden der Amerikaner außerhalb der Immobilienkredite, die sind nach einem Höhepunkt 2008 von 2,69 Billionen Dollar auf aktuell 4,12 Billionen Dollar kräftig auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Es geht immer weiter bergauf. Die folgende Grafik zeigt die „sonstigen Kreditarten“ im Detail. Oben in rot sieht man die explodierenden Studentendarlehen, welche den Amerikanern nach ihrem Studium die Luft zum Atmen nehmen. Sie sind systemisch aber kein Mega-Risiko, weil die meisten Forderungen nicht bei privaten Gläubigern liegen. Schaut man unten auf den grünen Bereich, sieht man die Entwicklung der Autokredite in den USA. Sie sind seit 2008 von 800 Milliarden auf jetzt 1,32 Billionen Dollar angestiegen. Noch lieber als sein Häuschen hat der Amerikaner sein Auto, und hier zunehmend seinen SUV, für den er/sie auch immer mehr Geld ausgibt.

Konsumschulden USA ohne Immobilienkredite

Die Amerikaner wollen immer neue Autos haben

Das Problem liegt auch in der Konsum-Struktur der Amerikaner. Wie bei Häusern ist es auch bei den Autos. Man kauft nicht und zahlt dann jahrelang ab, bis man schuldenfrei ist. Nein. Schon nach ein paar Jahren will man ein neues Haus oder ein neues Auto haben, auch wenn das aktuelle noch völlig in Ordnung ist. Es wird dann umgeschuldet. Das ist natürlich gut für die Autohersteller, die so ständig neu produzieren und verkaufen können. Damit wird aber das systemische Risiko immer größer, denn neben den neuen Schulden verbleibe ja auch die Altschulden. Der Schuldenberg wird immer größer. Bricht dieses Schuldenkarussell zusammen, stehen GM, Ford, Toyota und Honda in den USA ohne eine große Zahl konsumfreudiger Nachfrager da. Das könnte auf die US-Volkswirtschaft eine verheerende Auswirkung haben.

Von dem ständig schlimmer werdenden Schneeballsystem, wo Amerikaner trotz Altschulden immer weiter neue Autos kaufen, und so immer mehr in die Schuldenfalle geraten, berichtete SPON auch vor Kurzem sehr anschaulich im Gespräch mit einem Konkursanwalt in New Jersey. Auch wenn die Leute eigentlich wissen müssten, dass ihre Schulden immer weiter steigen, und dass ihre Autos eigentlich völlig ok und fahrtüchtig sind, wollen sie eben immer neue SUVs haben, alle paar Jahre.

In den letzten zehn Jahren sollen die inflationsbereinigten Ausgaben für ein Auto in den USA im Schnitt um 5.299 Dollar gestiegen sein, während die Löhne der Amerikaner nur um 3.646 Dollar zulegen konnten. Das zeigt ein strukturelles Problem. Trotz brummender Konjunktur in den USA – die Konsumausgaben (und somit die Schulden) steigen viel schneller als die Löhne. Dazu explodieren die Zinsen bei den Auto-Umschuldungen extrem nach oben. Und Autokredite werden in den USA als Pakete verbrieft (die Anleger reißen sich um diese „Geldanlage“) wie früher die Schrott-Hauskredite. Die immer deftigere Schuldenlast bei Autokrediten wandert also kreuz und quer durch das US-Finanzsystem, wie früher auch.

Die nächste große Krise?

Vielleicht können Banken und Paket-Aufkäufer auch wegen der geringeren Gesamtsumme im Vergleich zu den damaligen Immobilienkrediten eine große Finanzkrise abwenden. Aber: Sollte es diesen Autokredit-Crash in den USA geben, kommt hier noch hinzu, dass die Autohersteller in den USA erst einmal einen massiven Absatzeinbruch erleben werden – was bei den Herstellern, Zulieferern etc zu Massenentlassungen führen würde, was wiederum eine Kettenreaktion für die US-Volkswirtschaft auslösen könnte. Soweit das Szenario. Wie lange es noch so weiter geht mit der aktuellen Autoblase in den USA… das kann niemand sagen. So, nun genug Mießmacherei. Genießen wir alle erst einmal weiterhin die schöne Dauer-Hausse an den Märkten. Wir wollten die Sache mit den Autokrediten als möglichem Krisenauslöser ja „nur mal“ erwähnt haben!

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