Europa

Türkei-Inflation erreicht 61 Prozent – Produzentenpreise 115 Prozent

Türkei-Flagge

Die Inflation in der Türkei rennt immer weiter nach oben. Nach bereits 54 Prozent im Februar hat die türkische Statistikbehörde heute den Wert für März veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen die Verbraucherpreise um 61,14 Prozent. Der Transportsektor (Ölpreis) ist mit +99,12 Prozent der stärkte Preistreiber. Aber auch die Preise für Lebensmittel explodieren mit +70 Prozent, Haushaltsgegenstände mit +69 Prozent. Die Kosten für Restaurantbesuche steigen um 60 Prozent. Es ist also ein breit angelegter Preisschub – siehe dazu die Details der zweiten Grafik. Im ersten Chart sieht man den Verlauf der Inflation in der Türkei in den letzten zehn Jahren. Währenddessen sind die Zinsen durch die türkische Zentralbank sogar noch gesenkt worden von 19 Prozent im Sommer letzten Jahres auf 14 Prozent bis zum Ende des Jahres.

Der grassierenden Inflation in der Türkei werden keine höheren Zinsen entgegengestellt

Der sinkende Leitzins in der Türkei kam zustande aufgrund des Drucks von Präsident Erdogan, der niedrigere Zinsen sehen will. Deswegen scheint eine weitere Erhöhung der Inflation in der Türkei denkbar zu sein. Zuletzt hatte die türkische Zentralbank am 17. März entschieden den abgesenkten Leitzins von 14 Prozent auch dort zu belassen. Andere Länder wie Polen oder Tschechien gehen derzeit mustergültig vor. Die Inflation steigt zwar, aber die dortigen Notenbanken heben ihre Zinsen deutlich an, um die Inflation einzudämmen. Die EZB belässt ihren Leitzins nah wie vor bei 0 Prozent – obwohl die Inflation in der Eurozone inzwischen bei 7,5 Prozent angekommen ist. Dennoch ist es eine ganz andere Dimension als in der Türkei.


source: tradingeconomics.com

Grafik zeigt Details der Inflation in der Türkei

Produzentenpreise lassen noch Schlimmeres befürchten

Auch wurden heute vom türkischen Statistikamt die Produzentenpreise für den Monat März veröffentlicht. Sie steigen im Jahresvergleich um 114,97 Prozent nach 105,01 Prozent im Februar. Produzentenreise sind sozusagen vorlaufende Preise für die letztliche Inflation, da die Produzenten ihre höheren Preise ja erst noch weitergeben müssen an die Großhändler, die sie an die Einzelhändler weitergeben, die sie dann wiederum am Ende der Preiskette auf die Verbraucher abwälzen. Ein Beispiel für diese Preiskette: Letzte Woche wurde bekannt, dass der staatliche Importeur Botas die Gaspreise für Industriefirmen in der Türkei um 50 Prozent und den für Haushalte um 35 Prozent angehoben hat.



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