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Türkei meldet steigende Inflation – zwei Prozent höher als Anleiherendite

Redaktion

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Türkei Flagge

Das türkische Statistikamt hat heute die Verbraucherpreise für den Montag Januar veröffentlicht. Im Jahresvergleich liegt die Inflation in der Türkei bei 12,15% nach 11,84% im Dezember und 8,55% im Tief im Oktober 2019. Ein Jahr zuvor im Herbst 2018 lag die Inflation in der Türkei noch bei über 25%. Bis Herbst 2019 schmolz sie also dramatisch ab, und seitdem geht es wieder spürbar bergauf mit der Teuerungsrate. Der folgende Chart zeigt diese Entwicklung.

Türkische Inflation im Januar

Für heute lagen die Markterwartungen knapp unter 12,0%, und 12,15% wurden es. Die Inflation in der Türkei nimmt also Fahrt auf. Alkohol und Tabak haben sich in einem Jahr um 42,2% verteuert, wie die folgende Grafik zeigt. Dieser Bereich explodiert regelrecht. Danach folgen viele Preise über dem Durchschnitt, so zum Beispiel Transport (Öl), Bildung, Gastro, Gesundheit etc. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel steigen mit +9% unterdurchschnittlich.

Türkei Inflation Bestandteile

Geldanlage in Staatsschulden der Türkei unattraktiver?

Die Rendite für zehnjährige türkische Staatsanleihen notiert mit aktuell 10,30% fast auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren nach 10,12% letzte Woche. Ende Dezember lag sie noch bei 12,3%. Während die Rendite also deutlich fällt, steigt die Inflation an. Somit liegt die Inflation inzwischen gut 2 volle Prozentpunkte über der Rendite für Staatsanleihen der Türkei. Damit werden Geldanlagen ausländischer Investoren in diesen Assets mehr und mehr unattraktiv, und es könnte einen Geldabfluss aus der Türkei geben.

Die türkische Zentralbank (Führungskräfte wurden durch Präsident Erdogan letztes Jahr neu eingesetzt) glaubt immer noch daran, dass die Inflation Ende des Jahres bei 8,2% landen wird. Von daher gibt es wohl (wenn man an diese Zahl glaubt) weiterhin Spielraum für eine Leitzinssenkung in der Türkei? Vor zwei Wochen senkte die Zentralbank zum vierten Mal innerhalb weniger Monate den Leitzins auf „nur noch“ 11,25% – mehr als eine Halbierung. Auch der Leitzins liegt nun noch deutlich tiefer als die Inflationsrate. Aber wenn die Zentralbanker daran festhalten, dass die Inflation fallen wird, können sie auch den Leitzins weiter absenken? Am 19. Februar werden sie das nächste Mal über den Leitzins entscheiden. Geht es dann weiter nach unten?

Türkische Lira unbeeindruckt

Die türkische Lira jedenfalls lässt sich derzeit nicht beeindrucken. US-Dollar vs Lira notierte heute früh vor Bekanntgabe der Inflationsdaten bei 5,98 – und jetzt Stunden später notiert das Währungspaar immer noch bei 5,98. Halten Zentralbank und/oder staatlich kontrollierte Geschäftsbanken in der Türkei mit Devisen-Verkäufen (Lira-Käufe) gegen eine möglichen Abwertungsdruck der Lira? Das ist natürlich rein spekulativ – aber gut denkbar nach konkreten Berichten schon vor einem Monat, dass solche Stützungsmaßnahmen durchgeführt werden.

USD vs Lira seit November
US-Dollar vs Türkische Lira seit Anfang November 2019. Der Abwertungsdruck auf die Lira (steigender Dollar) ist gut erkennbar. Noch hält sich die Lira.

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Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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