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Türkei: Notenbank erhöht Leitzins, Türkische Lira wertet auf!

Redaktion

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Die türkische Zentralbank hat vor wenigen Minuten den Leitzins angehoben von 16,50% auf 17,75% angehoben. Die „one week repo auction rate“ wurde erst vor Kurzem als Leitzins von der Zentralbank neu ausgesucht. Andere wichtigere Zinsen sollen laut Zentralbank an diesen Zins gekoppelt werden, womit er real an Bedeutung gewinnt. Erst vor zwei Wochen wurden die Zinsen um volle 3% angehoben, heute also um weitere 1,25%.

Vor drei Tagen wurden für die Türkei die aktuellsten Inflationsdaten veröffentlicht (hier die Details). Es geht jüngst einfach viel zu stark rauf mit den Preisen. Da mussten die Notenbanker reagieren. Klar dürfte damit auch sein: Gewinnt Erdogan die Wahl am 24. Juni, dürfte die Wahrscheinlichkeit stark sinken, dass diese Notenbanker im Amt bleiben – denn Erdogan hat in hohen Zinsen den Teufel erkannt, den er bekämpfen will.

Die Notenbanker sagen es in ihrem aktuellen Statement ganz klar. Die Inflation muss gebremst werden, und man sei auch bereit weitere Schritte zu unternehmen. Das ist auch ein Zeichen für die türkische Lira. Zitat:

Cost factors have been the main driver of the recent upsurge in inflation. On the other hand, price increases have shown a generalized pattern across subsectors. Despite the mild outlook for demand conditions, elevated levels of inflation and inflation expectations continue to pose risks on the pricing behavior. Accordingly, the Committee decided to further strengthen the monetary tightening to support price stability. The Central Bank will continue to use all available instruments in pursuit of the price stability objective. Tight stance in monetary policy will be maintained decisively until inflation outlook displays a significant improvement. Inflation expectations, pricing behavior and other factors affecting inflation will be closely monitored and, if needed, further monetary tightening will be delivered.

Türkische Lira

Die Türkische Lira reagiert entsprechend. Sie wertet auf gegen Euro und US-Dollar. Euro vs Türkische Lira verliert heute von 5,42 auf 5,28. Man muss also weniger Lira aufbringen um einen Euro kaufen zu können. US-Dollar vs Lira fällt von 4,58 auf 4,47. Der zweite Chart zeigt im Langzeitverlauf, dass der heutige Absturz von EURTRY nur eine minimale Aufwertung der Lira darstellt. Die Angst ist eben immer noch sehr groß – was wird ab dem 24. Juni, wenn Erdogan die Wahl gewinnt?

Türkei Euro vs Türkische Lira seit heute früh
Euro vs Türkische Lira seit heute früh.

Euro vs Türkische Lira
Euro vs Türkische Lira seit Oktober 2017.

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Einzelhandelsumsätze boomen in der Coronakrise – bis auf ein Segment

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum als Symbol für die Coronakrise

Wenn man in der Coronakrise schon kein Geld für Restaurants, Theater, Kinos oder Urlaubsreisen ausgeben kann, dann kann man doch immerhin noch sein Haus, seine Wohnung oder den Garten verschönern? Und zuhause gut essen ist ja auch drin. Dementsprechend wandeln sich die Einzelhandelsumsätze in den letzten Monaten.

Unterm Strich geben die Deutschen deutlich mehr aus als noch im Vorjahr, und auch mehr als direkt vor Ausbruch der Coronakrise. Dies wird untermauert durch die vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Oktober. Sie steigen im Vergleich zu Oktober 2019 um 8,2 Prozent, und im Vergleich zu Februar 2020 um 5,9 Prozent. Das ist eindeutig. Der Onlinehandel boomt am Stärksten, die Heimwerkermärkte boomen, und auch der Lebensmitteleinzelhandel. Ein klarer Wink hin zu mehr Konsum in den eigenen vier Wänden. Nur der stationäre Einzelhandel mit Bekleidung ist spürbar rückläufig. Klar, wenn man deutlich weniger ausgeht, hat man auch weniger den Drang neue Klamotten zu kaufen. Hier die Detailangaben der Statistiker über die Einzelhandelsumsätze im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Oktober 2020 real 7,3 % und nominal 10,3 % mehr um als im Oktober 2019. Dabei lag der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkte real 7,9 % und nominal 10,9 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 3,0 % und nominal 6,5 % mehr um.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im Oktober 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 9,0 % und nominal um 9,4 %. Das größte Umsatzplus mit real 29,8 % und nominal 31,1 % erzielte der Internet- und Versandhandel. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 14,2 %. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau waren dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren und der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -6,4 % und -2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Einzelhandelsumsätze für Oktober im Detail

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Autoindustrie: Die Stimmung hat sich brutal verfinstert!

Claudio Kummerfeld

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Riesiger Parkplatz mit unzähligen Autos

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie (Hersteller und Zulieferer) hat sich brutal verfinstert. Laut heute früh veröffentlichten Umfrageergebnissen des ifo-Instituts ist die aktuelle Geschäftslage der Branche zwar noch akzeptabel mit einem Wert von +7,2 Punkten nach -2 Punkten im Oktober. Aber die Geschäftserwartungen der Autoindustrie sinken aktuell dramatisch ab, von +16,3 im Oktober auf -4 Punkte im November! Der Chart zeigt den Absturz der Stimmungslage in der Autoindustrie in den letzten Monaten. Im Moment läuft es noch, aber der Blick in die Zukunft macht die Firmen gegenwärtig nicht glücklich, so ifo aktuell in seiner Headline-Aussage. Weitere Aussagen hier im Wortlaut:

„Im Oktober haben wir einen Einbruch bei den gewerblichen Neuzulassungen gesehen. Das wird sich wahrscheinlich fortsetzen, aufgrund der großen Unsicherheit bei den Unternehmen“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Die Unternehmen gaben an, ihre Produktion deutlich drosseln zu wollen. Der Indikator sank von plus 38,6 Punkte auf minus 0,5 Punkte. Die Exporterwartungen fielen deutlich von plus 19,0 Punkten im Oktober auf minus 5,0 Punkte. Auch gab immer noch die Mehrheit der Unternehmen an, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 34,6 Punkte.

Der Auftragsbestand konnte zuletzt nicht mehr so stark zulegen. Der entsprechende Indikator sank deutlich auf 6,2 Punkte, nach 29,3 im Oktober. Der Bestand im Fertigwarenlager ist allerdings weiterhin geringer als saisonüblich. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 4,9 Punkte.

Chart zeigt Verlauf der Geschäftserwartungen der Autoindustrie

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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