Devisen

Türkei: Notenbankchef knickt ein

Von Markus Fugmann

Der permanente Druck auf den türkischen Notenbankchef Basci durch Erdogan und seine Handlanger scheint Erfolg zu haben: die Notenbank senkte die Zinssätze für einwöchige Einlagen in den Währungen Dollar und Euro massiv: für Dollar-Einlagen von 7,5% auf 4,5%, für Euros von 6,5% auf 2,5%. Die Begründung ist abenteurlich: die globaale Zinsentwicklung rechtfertige diesen Schritt.

Nun ist die globale Zinsentwicklung schon länger der Fall – ohne dass die Notenbank zu dieser Massnahme gegriffen hätte. Insbesondere die Größe des Schrittes ist nicht anders zu erklären als durch den politischen Druck Erdogans und seiner Gehilfen. Basci sieht sich seit Monaten heftigsten Attacken ausgesetzt, man wirft ihm vor, im Interesse fremder Mächte zu handeln. Seit den Angriffen auf Basci ist die Türkische Lira im Sinkflug und erreicht zum US-Dollar fast täglich ein neues Allzeittief.

Kurzfristig kann sich die Türkische Lira zum US-Dollar heute nach der Bekanntgabe der Senkung erholen:

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Aber das dürfte ein vorübergehendes Phänomen bleiben. So senkte die Credit Agricole ihre Prognose für die Lira für September 2015 von 2,32 auf 2,70, weil die politischen Risiken zunähmen. Es wird immer klarer, dass die türkische Regierung keine Skrupel kennt – ob sich Notenbankchef Basci das noch lange antun wird, ist eher unwahrscheinlich..



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