Folgen Sie uns

Europa

Türkei: Rezession im Anmarsch

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Nach den gestern veröffentlichten Zahlen, die eine starke Ausweitung des Handelsbilanzdefizits der Türkei bei gleichzeitig einbrechenden Exporten des Landes zu den beiden wichtigsten Handelspartnern, der EU und Russland, (siehe dazu unseren Artikel „Türkei: Zeichen des ökomischen Abschwungs„) folgt heute die nächste Hiobsbotschaft: der von der Firma Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im August auf 49,3 (von Juli 50,1) und signalisiert damit Kontraktion. Besonders besorgniserregend: die Auftragseingänge sind nun den achten Monat in Folge rückläufig – der Trend ist also klar und eindeutig.

Stark zu schaffen macht den türkischen Firmen die steigende Inflation, die in Kombination mit der Schwäche der türkischen Lira, die nahe von Allzeittiefs gegenüber dem Dollar handelt, importierte Güter stark verteuert. Daher sinkt die Inlandsnachfrage nach den nun immer teureren ausländischen Gütern erheblich, Firmen beginnen, Mitarbeiter zu entlassen, die Arbeitslosigkeit ist im August gestiegen – erst das zweite Mal seit dem Juni 2009. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt deutet sich damit an.

Hinzu kommt die Unsicherheit im Vorfeld der Wahlen im November, aber vor allem die verschärfte Sicherheitslage angesichts des Kampfes gegen den IS und die PKK. Präsident Erdogan, der sich für einen möglichst frühen Wahltermin stark gemacht hatte nachdem die Koalitionsverhandlungen mit der CHP gescheitert waren, muss nun hoffen, dass der Abschwung bei großen Teilen der Bevölkerung im November noch nicht angekommen sein wird. Seine Popularität basiert insbesondere auf der starken Expansion der türkischen Wirtschaft im Gefolge billiger Dollars, die in das Land geströmt waren. Dieser Trend ist aber mit einer absehbaren Zinsanhebung durch die Fed sowie dem Abschwung in China beendet – seit Monaten flieht Kapital aus der Türkei.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Demokrat

    1. September 2015 13:43 at 13:43

    Wiedermal Türkei-Erdogan Bashing vom Feinsten…da kann Mainstream-Media vor Neid platzen :-)

    Der Abschwung ist völlig normal ja sogar ist niedriger ausgfeallen als ich erwartet habe! Wenn man die die aktuell Situation in der Türkei vor Augen führt, bitte aber Bashing-Brille abnehmen, dann sollte der Abschwung keinen wundern…
    1- über 4 Millionen inoffizielle Flüchtlinge in der Türkei
    2- Wirtschaft im Osten-Türkei wegen PKK-Teror völlig lahm gelegt worden
    3- Abschwung in China, auch in der EU und Russlandkrise trägt seinen Teil dazu
    4- Regierungskrise, da keine Regierung zustande gekommen ist, im November Neuwahlen!
    5- Krieg in Syrien und Irak dauert unvermindert weiter.
    .
    .

    …trotz all dessen bleibt Türkei recht stabil. Und wenn die AKP die Neuwahlen im November mit absoluter Mehrheit gewinnen sollte , wird Erdogan – der Busen-Freund Herrn Fugmann :-) – vom Staatspräsidenten zum NEU-OSMANISCHEN PASCHA aufsteigen. Um das zu verhindern, arbeiten die westlichen geheimdienste (BND- CIA- MOSSAD- M15, M16 und SIS) mit der PKK und PYD eng zusammen. Bei den Letzten Angriffen der Türkei auf die PKK ist ein deutscher und ein englischer Agent getötet worden, nur davon liest man in der westlichen Mainstream-Media nix! Naja wie man das schon kennt, wird dies wieder als Verschwörungstheorie abgestempelt werden…aber kurz überlegen und nachdenken…

    ISIS wurde von den AMIS, Israel und Engländern erschaffen, um in dieser Region KAOS und eine Flüchtlinsgwelle zu verursachen, die Türkei wirtschaftlich in die Knie zwingen und in den Krieg gegen ISIS einzubinden sollte.Das tat der kluge Erdogan von Anfang an nicht. Das Spiel der westlichen Mächte mit den Flüchtlingen ist völlig nach hinten geschoffen, weil die Flüchtlinge nicht in der Türkei geblieben sind, sondern nach Europa weiter ziehen, wie man ja zur Zeit in den Medien lesen und sehen kann…das ist erst der Anfang…den Rest könnt ihr euch selber zusammenreimen…

    • Avatar

      Korkutdede

      1. September 2015 18:25 at 18:25

      Nö, kein „Erdogan Bashing vom Feinsten“ Aber Handelsbilanzdefizit hat ja die Regierung noch nie interessiert. Und wer sein Geld nun „abzieht“ ist der pöse pöse Zinslobbyist!

  2. Avatar

    binischhier

    1. September 2015 20:11 at 20:11

    verstehe das staendige geheule und das gerechtfertige nicht. ist das paranoia oder mangelnde kritikfaehigkeit? in welcher zeile wurde denn erdoarsch kritisiert?

  3. Avatar

    bigben

    1. September 2015 23:29 at 23:29

    and the winner is …, demokrat !!!

    mein kontraindikator schlechthin…

    alles tuti unterm halbmond ;)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

ifo Index schwächer, erster Rückgang seit sechs Monaten

„Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für Oktober veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 92,7 (Prognose war 93,0; Vormonat August war 93,4) – der erste Rückgang nach fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,3 (Prognose war 89,9 ; Vormonat war 89,2)

– Erwartungen: 95,0 (Prognose war 96,5; Vormonat war 97,7)

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

„Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 92,7 Punkte gesunken, nach 93,2 Punkten[1] im September. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Ihre aktuelle Situation beurteilten sie hingegen etwas besser als im Vormonat. Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu.

Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Deutlich mehr Firmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Unternehmen konnten ihre Kapazitätsauslastung im letzten Quartal deutlich von 75,3 auf 79,8 Prozent steigern. Der zuletzt aufgekommene Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat aber einen merklichen Rückschlag erhalten.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima hingegen merklich verschlechtert. Die Dienstleister waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Zudem ist der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung wieder verschwunden.

Im Handel ist Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Während die Händler pessimistischer auf die kommenden Monate schauen, waren sie mit den laufenden Geschäften zufriedener.

Auch im Bauhauptgewerbe ist die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas gestoppt. Die Unternehmen korrigierten ihre sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen etwas pessimistischer aus.“

weiterlesen

Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

weiterlesen

Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen