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Türkei: Riss Erdogan das Land in einen Abwärtsstrudel?

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Türkei Istanbul Skyline

Recep Tayyip Erdoğan wurde lange als Reformer gefeiert. Doch inzwischen sieht seine Bilanz verheerend aus: Rekord-Arbeitslosigkeit in der Türkei bei gleichzeitiger Rekord-Verbraucherverschuldung, Rezession, Inflation, Außenhandelsbilanzdefizite. Und es wird wahrscheinlich noch schlimmer werden.

Warum Erdogan überhaupt als Reformer angesehen wurde, ist rätselhaft. 1984 war er bereits Vorstand der Wohlfahrtspartei, die 1998 vom türkischen Verfassungsgericht wegen Sympathien zum Dschihad und zur Einführung der Scharia verboten wurde. Daraufhin wechselte er in die Tugendpartei, die aus den gleichen Gründen drei Jahre später verboten wurde. Schon 1998 wurde Erdogan wegen Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feinschaft unter Hinweis auf Unterschiede der Religion und Rasse zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Sieht so die Vita eines Reformers aus? Ich meine nein. Vielmehr zeigte sich schon seit Jahrzehnten Erdogans wahres Gesicht.

Erdogan zehrte von der Erholung nach dem 2000er Crash

Doch zumindest zum Beginn seiner ersten Amtszeit als Ministerpräsident verabschiedete das Parlament diverse Reformen, die das Land demokratischer und freiheitlicher machten. In diese Phase fällt auch der türkische Wirtschaftsboom. Wachstumsraten der Volkswirtschaft von teils mehr als 10% pro Jahr waren jedoch weniger einer Folge von Erdogans Staatsführung, als vielmehr ein Aufholeffekt nach der Rezessions zwischen 2001 und 2003, als die Wirtschaft am Tief mit einer Jahresrate von 10% schrumpfte.

Die Inflation ging nach Erdogans Amtsantritt zurück. Doch das war ebenfalls nicht sein Erfolg, sondern nur die Fortführung eines zehnjährigen Trends. Im Gegenteil sogar: Kurze Zeit nach Erdoğans Amtsantritt endete der steile Abwärtstrend und die Türken müssen seitdem mit Inflationsraten von 10% bis 20% pro Jahr leben. Das ist zwar weniger als vor der Ära Erdogan, aber eben ein abruptes Ende des lange währenden Abwärtstrends bei der Inflation.

Seine Beliebtheit dürfte auch dadurch zu erklären sein, dass die Türkei seit 2002 zunehmend auf Pump lebt. Die Handelsbilanz der Türkei war zwar schon vor Erdogan negativ. Doch sie hielt sich bei um die 2 Milliarden US-Dollar Defizit pro Monat. Erdogan hingegen steigerte das Defizit auf bis zu 10 Milliarden US-Dollar pro Monat. Die Türken erlebten also unter ihm eine importierte Wohlstandssteigerung. Diese wurde zusätzlich angeheizt durch einen wahren Verbraucherkreditboom. Seit Beginn des Jahrtausends stieg das Volumen ausgereichter Verbraucherkredite um den Faktor 142! Die im historischen Vergleich niedrigen Zinsen und das hohe Wirtschaftswachstum haben offensichtlich die Verbraucher zur Kreditaufnahme verleitet, wobei die auf Kredit gekauften Waren und Dienstleistungen das gefühlte Wohlstandsniveau ebenfalls erhöhten. Diese gefühlte Wohlstandssteigerung hat jedoch auch entscheidende Nachteile: die türkische Lira hat seit 2002 erheblich abgewertet. Gegenüber dem US-Dollar von 1,5 Lira pro US-Dollar auf heute 5,9 Lira.

Inflationsbereinigt gibt es keinen Boom in der Türkei

Bei der Beurteilung von Kennzahlen müssen Sie stets die aus deutscher Sicht enorme Inflation in der Türkei mit berücksichtigen. So hat sich der Wert des türkischen Aktienindex BIST 100 seit 2002 unter der Ära Erdoğan zwar verneunfacht. Doch seitdem nahm die Kaufkraft der Lira auch um 78,5% ab. In realer Kaufkraft stieg der Wert des Aktienindex in diesen 17 Jahren also nur um 94%. In realer Kaufkraft gerechnet hat sich der DAX hingegen im gleichen Zeitraum fast verdreifacht. Ganz ohne einen angeblichen Reformer-Erdoğan an der Regierungsspitze.
Insofern können wir vermuten, dass Erdogan weder ein mutiger Reformer im Jahr 2002 noch ein überzeugter, religiöser Quasi-Diktator im Jahr 2020 ist. Vielmehr war er schon immer ein Opportunist, der tat, was nötig erschien, um an die Macht zu kommen und dort auch zu bleiben. 2002 waren das demokratische Reformen. Als sich die Wirtschaft einzutrüben begann und Erdoğans Nimbus zu verblassen begann, zog er die Religions- und Diktator-Karte. Doch damit beschleunigte Erdoğan das Erodieren der wirtschaftlichen Basis seiner Beliebtheit nur noch. Die Lira wertet schneller ab, seitdem er Kritiker gnadenlos verfolgt und ins Gefängnis steckt. Wer will schon in ein Land investieren, in dem kaum noch Rechtssicherheit herrscht?

Die Weltwirtschaft wächst, die türkische Wirtschaft nicht mehr

Das Haushaltsdefizit seiner Regierung lag 2018 bei -2% des Bruttoinlandsprodukts. Das sieht nicht nach viel aus. Doch mit Ausnahme der Jahre 2009 und 2010, als finanzkrisenbedingt fast alle Staaten weltweit mehr ausgaben, kamen seine Regierungen stets mit deutlich weniger Defizit aus. Und 2018 war nur der Auftakt zu einer viel größeren Schuldenorgie. Im Dezember 2019 stieg das Monatsdefizit auf den höchsten Stand seit 13 Jahren, was das Jahresdefizit auf 3% des Bruttoinlandsprodukts erhöht.

Gleichzeitig rutschte die Türkei 2019 in die Rezession. Ohne die dreiprozentige Neuverschuldung des Staates hätte die Schrumpfung der Wirtschaft im Tief nicht -2,6% (Jahresrate) betragen, sondern mindestens -5,6%! An der Spitze lag die Arbeitslosenquote so hoch wie während der Wirtschaftskrise 2009. Es sind hausgemachte Probleme der Türkei, schließlich geht es der Weltwirtschaft noch vergleichsweise gut. Sollte auch die Weltwirtschaft in die Rezession rutschen, kann es in der Türkei nur schlimmer werden.

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    md

    15. Januar 2020 17:40 at 17:40

    hallo Herr Schumann, sie haben noch in der erdophobi schublade gefehlt :).

    1) falsche info:
    Schon 1998 wurde Erdogan wegen Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feinschaft unter Hinweis auf Unterschiede der Religion und Rasse zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

    richtig ist.
    als Ministerpräsident verabschiedete das Parlament diverse Reformen, die das Land demokratischer und freiheitlicher machten

    er musste ins gefängnis weil er als politiker einen religiösen auftritt hatte. und die damalige türkei welche sozialistisch und komunistisch geprägt war strikt gegen religion war. die türkei wurde sehr radikal laizistisch geführt. zb mit kopftuch durfte eine frau noch nicht mal ins zb krankenhaus jemanden besuchen.
    gott sei dank sind solche von linken – glaubenfeindlichen radikalitäten passé.
    und dank wem und welcher partei, genau erdo und der akp.

    weiterhin, haben sie recht wenn sie von hoher arbeitslosigkeit reden, aber sie müssen auch erwähnen das wir eine sehr junge gesellsxhaft haben und dem 3 kinder aufruf vom erdo an alle neu vermählten viele dem wunsch nachgekommen sind. demzufolge haben wir nun sehr viele arbeitssuchende jungendliche.

    die inflation ist doch sehr gesund da die löhne mitsteigen.

    die türkei ist an lebensfreude, lebenssinn, besseren gesundheitspflege, mittlerweile besseren infrastrucktur, besseren klima, viel ansprechendere bauweise von gebäuden, zur zeit sogar viel besseren politischen luft ( nicht dieses knistern in der luft wie hier bei uns zwischen grün/links vs afd/rechts ) lebenswerter.

  2. Avatar

    md

    16. Januar 2020 02:46 at 02:46

    ich nochmal. ich wollte mich für das falsch schreiben ihres namens entschuldigen.
    aber, Herr Schuhmanns eine frage hätte ich noch. also die türkei ist alleine auf sich gestellt rezession, inflation und folglich abwertung der try gegen den euro.
    nun meine frage: wo wären die kurse von den einzelnen ländern in europa wenn es den euro nicht gäbe. also zb dm gegen franz franc ( letztmalig war 1 mark / 3,4 franc wert ) gegen über griechenland italien um ein paar zu nennen. wenn ich mir die staatsschulden von frankreich anschaue mit 3,1 billion usd und nen bip von 2,8 billionen und mir gleichzeitig die türkei mit 600 milliarden usd schulden und nem bip von 2,5 billionen dann steht auf papier wer besser da. wie und von wem wird der wert einer währung festgelegt. ich glaube es geht schon gar nicht mehr nach angebot und nachfrage, oder liege ich falsch. ich hab das gefühl das system von den handvoll machern ist aufgefallen. auch gerade im hinblick auf so manch eine börse bzw anleihe oder indizes usw,
    vg md

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    Eren

    16. Januar 2020 10:30 at 10:30

    Die Staatsverschuldung der Türkei in Relation zum Bruttoinlandsprodukt beträgt 30,78%. Dieser Wert ist fast nichts. Im Vergleich hat Deutschland eine Verschuldung von 61,9%.
    Frankreich 98,4%!
    Italien 134,8%!!
    Griechenland 181,2%!!!

    Da frage ich mich echt welche Länder tatsächlich auf Pump leben…
    Die Inflation der letzten Jahre hatte in der Türkei nur politische Gründe, nicht zu vergessen sind die Drohungen des Verrückten in Washington, wobei sich die türkische Wirtschaft dennoch sehr schnell erholt hat. Und auch die Zinssenkungen, vor der ständig gewarnt wurde, hat die Türkei heil überstanden und sogar eine Aufwertung der Lira erzielt im Gegensatz zu den Prognosen der europäischen Banken die eine Katastrophe vorhersagten…

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    Mehmet

    16. Januar 2020 12:45 at 12:45

    Lieber MD, über Ihren Beitrag musste ich schmunzeln. Erdo wünscht 3 Kinder, also wird das prompt erledigt. Vermutlich leben Sie nicht in der TR wie wir und haben keinerlei Ahnung, wie es wirtschaftlich in diesem Lande aussieht? Z.B. die zuletzt genannte Inflationsrate von unter 10 % ist unglaublich geschönt und entspricht in keinster Weise der Realität. Im Urlaub mit € in der Tasche sieht die Welt natürlich anders aus. Wenn in der TR alles so toll ist, warum leben Sie nicht für einige Zeit hier mit einem Einkommen in TL? Ich bin mir sicher, Sie werden sehr schnell wieder nach D zurückkehren wollen. Einen solchen Schritt könnte man auch vielen anderen A Haber und Co. Verblendeten empfehlen. Und ja, es gibt „kein knistern in der Luft zwischen pol. Parteien“
    Der AKP sei gedankt. Iyi günler noch…

    • Avatar

      Hakan

      16. Januar 2020 15:20 at 15:20

      Da haben Sie den Nagel genau auf den Kopf getroffen Mehmet es werden nur frisierte Zahlen auf A Haber und andere Sender präsentiert.
      Es gibt in der TR zu viele verblendeten die noch daran glauben.

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    md

    16. Januar 2020 14:08 at 14:08

    lieber mehmet, unter welchen umständen oder welche vorraussetungen muss ein politiker erfüllen das tatsächlich menschen ( dazu noch junge ) dem ruf eines politikers ohne zwang folgen.

    kann es nicht sein das dieser politiker und seine partei dem land bzw menschen endlich mal zu demokratisxheren, freiheitlicheren leben verholfen hat.
    das er dem ruf der mensxhen gefolgt ist bessere lebensstandarts, bessere gesundheitswesen für alle ( nicht nur für reiche ), bessere infrastrucktur, bessere arbeitsverhältnisse, bessere wohnqualität für arme mensxhen, sich gegen die elite gestellt hat und für den kleinen mensxhen – politiker als wäre er ein gewerkschaftsmensch vom kleinen mann.
    er ist von reichen und medien verhasst da nicht käufbar. für einen gesunden staat muss eine regierung die medien und ihre journalisten immer im auge behalten, beim kleinsten fehler immer abmahnen, ansonsten wirst du ein spielball der medien. also der mann macht vieles richtig.

    • Avatar

      Mamo

      17. Januar 2020 01:39 at 01:39

      Hallo MD,
      Nur eine kurze Frage: wie kann Erdi 2003 an die Macht kommen und die nach seinem Aufruf (nehmen wir mal an, dass er diesen Aufruf 2003 getan hat, 3 Kinder zu bekommen) etwa 2004 auf die Welt gekommenen Drillinge pro Jungfamilie (nehmen wir mal an, dass nach dem Aufruf sofort alle Jungfamilien ins Ehebett hüpften und durchwegs Drillinge zeugten) bereits 2019 – also mit 15 Jahren – so eine extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit verursachen?
      Mit Verlaub, selbst wenn sie ein „Wissender“ mit wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildung sind, haben sie offenbar bei grundlegenden mathematischen Aspekten nur vorbeigeschrammt.
      Den Rest muss man wohl nicht mehr kommentieren.

  6. Avatar

    Mehmet

    16. Januar 2020 18:40 at 18:40

    Lieber MD, Ihr Beitrag ist so unglaublich naiv- voller Erfolg für die AKP gesteuerte Medienlandschaft. Wollte daher zuerst überhaupt keine Stellung nehmen, dennoch kurz etwas dazu;
    1) in der türk. Verfassung benötigt ein Präsident ein Universitätsdiplom – bis heute hat er den entsprechenden Nachweis nicht erbrach.
    2) Infrastruktur; z.B die 3. Bosporus Brücke ist ein Milliardengrab, da zu teuer, zu wenig genutzt. Oder z.B. der neue Flughafen Istanbul wurde viel zu schnell auf Sand und trotzt bedenklicher Umweltprognosen gebaut mit sehr vielen getöteten Arbeitern. Wird derzeit überwiegend nur von THY genutzt und liegt inmitten von kreuzenden Vogelfluglinien. Wir werden niemals dort landen und weichen auf Sabiha G. aus.
    3.) bessere Wohnqualität; Wohnraum ist in den Zentren mittlerweile für Normalverdiener fast unerschwinglich geworden. Jetzt in der Kälte ist die Luft sehr schlecht, da viele mit billiger sibirscher Kohle oder sonst etwas heizen müssen – Öl, Gas und Strom sind sehr teuer geworden.
    4.) Gesundheitssystem; natürlich ist es besser geworden, jetzt aber müssen aufgrund von Kosteneinsparungen z.B. Augenärzte Notfallbehandlungen im Nachtdienst übernehmen, obwohl sie dafür nicht geeignet sind. Viele Ärzte und Akademiker haben und werden noch das Land verlassen (brain drain)
    5.) sie schreiben etwas von Freiheit oder Demokratie; wissen sie eigentlich, das sie verhaftet werden können, wenn sie anderer Meinung als Erdogan und seine Vasallen sind (in der Regel Terrörist oder Fetö Anhanger oder Beleidigung des Türkentums als Begründung).
    6.) in dem Land gibt es so gut wie keine unabhängigen Medien mehr.
    7) Erdo versprach, nur mit einem Siegelring zu gehen. Wissen sie, wie viel er und sein gesamter Clan mittlerweile u.a. in Katar angesammelt haben? Und die kaufwütige Emine gerne für Unsummen shoppen geht? Und er ist nicht käuflich lol
    Man könnte dazu noch Romane schreiben, das soll es aber jetzt gewesen sein.

    Schönen Abend noch / Iyi aksamlar

    • Avatar

      Savas

      16. Januar 2020 20:08 at 20:08

      Hallo Mehmet, ich stimme Ihnen zu, dass die wirtschaftliche Lage in der Türkei nicht sehr gut ist.
      Aber trotzdem war früher fast alles viel schlechter. Das Gesundheitssystem ist heute besser, die Straßen sind besser, die Schulen sind besser und die Löhne sind real deutlich höher. Und vieles mehr. Die rechtliche Lage sollte bei der wirtschaftlichen Betrachtung keine so große Rolle spielen. Länder wie China oder Singapur sind auch keine Demokratien haben aber trotzdem beträchtliche Erfolge erzielt. Es geht darum, dass das Land für Investoren attraktiv bleibt. Die Investoren wissen, dass sie nichts zu befürchten haben, wenn sie sich politisch nicht engagieren. Nur für die die sich politisch engagieren kann es eng werden. So wie in China oder Singapur.

      Ich glaube dass der Herr Schuhmanns zu pessimistisch ist. Zunächst möchte ich erwähnen, dass der Dax auch hauptsächlich deshalb so stark zulegen konnte, weil wir hier sehr niedrige Zinsen haben. Wie sähe die Lage bei uns in D. aus, wenn wir 5% Zinsen hätten. Dann müsste der Herr Schuhmanns seine Analyse deutlich revidieren.
      Außerdem hat er wahrscheinlich nicht gewusst, dass die Türkei letztes Jahr in mehreren Monaten einen Leistungsbilanzüberschuss erzielt hat. Zum ersten mal seit fast 20 Jahren!!! Man sollte auch nicht vergessen, das in der T. noch die Bevölkerung wächst, währen D. auf eine demographische Katastrophe zusteuert, wie viele europäische Länder. Außerdem ist die Staatsverschuldung in der T. zum BIP im OECD Vergleich sehr niedrig. Auch die privaten Schulden in der Türkei sind im OECD Vergleich sehr niedrig.
      Ich finde es traurig, dass der Herr Schuhmanns keine Prognose für die Türkei abgibt und sich stattdessen hinter „wenn“ Analysen versteckt. Vielleicht weiß er ja selbst, dass es um die türkische Wirtschaft nicht so schlecht bestellt ist. Die Krise von 2018 war ein reinigendes Gewitter. Nun geht es wieder bergauf. Ich prognostiziere hiermit folgendes: Die türkische Wirtschaft wird dieses Jahr um etwa 3% wachsen. Die Inflationsrate wird weiterhin hoch bleiben, aber trotzdem niedriges sein als in 2019 und in einigen Monaten werden die Realzinsen negativ bleiben, da der Leitzins weiter sinken wird. Die Arbeitslosigkeit wird sinken. Die Lira wird schlimmstenfalls in Euro 1/7,2 betragen. Die Investitionen werden zunehmen und die Türkei wird ein höheres Wachstum erleben als die meisten europäischen Länder. Und trotzdem werden die westlichen Medien überwiegend negativ über die türkische Wirtschaft berichten. Außerdem werden die amerikanischen Sanktionen kommmen aber die werden nicht sehr schwerwiegend sein. Das werden Sanktiönchen sein, die der Türkei nicht massiv schaden werden.

  7. Avatar

    Mehmet

    17. Januar 2020 07:22 at 07:22

    Ich persönlich halte die türkische Wirtschaft für sehr labil und anfällig auf Einwirkungen von außen. 2018 hustete Donald Trump mal kurz per Twitter (Erhöhung der Zölle für Stahl) und die türkische Währung rauschte in den Keller. Und die Frage ist doch, ob die Türkei für ausländische Investoren wirklich noch attraktiv ist wenn z.B. die Zentralbank wie jetzt aktuell nicht mehr unabhängig ist. Das schafft kein Vertrauen. Aber; das türkische E-Auto TOGG soll ja bald gebaut werden. Viel Erfolg damit ;-)

    • Avatar

      Hakan

      22. Januar 2020 09:28 at 09:28

      Die Türkei ist im Ausland hoch verschuldet sie liegen bei 60% des BIP dazu noch 25% Fremdwährungskredite von Unternehmen.
      Im Oktober Preissteigerung von 8,6%und im Dezember bei 12%.
      Sie haben wohl zu viel A Haber geschaut:))

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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