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Türkei: Zeichen des ökomischen Abschwungs

FMW-Redaktion

Die Zeichen für eine harte Landung der türkischen Wirtschaft mehren sich. Wie heute veröffentlichte Daten zeigen, hat sich das Handelsbilanzdefizit der Türkei auf nun 6,5% ausgeweitet. So stieg das Defizit von 6,6 Milliarden Dollar vor einem Jahr (Juli 2014) auf nun 7,3 Milliarden Dollar, wie Zahlen der Statistikagentur TUIK zeigen.

Haupttreiber des zunehmenden Defizits sind stark einbrechende Export in die EU, dem größten Handelspartner der Türkei. gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Exporte der Türkei in die EU um 13,8% gefallen – dennoch stieg der Anteil der EU an den Exporten der Türkei von 45% im Vorjahresmonat auf nun 46,3%. Besonders drastisch ist der Einbruch im Handel mit Russland, dem vor einem Jahr noch zweitgrößten Handelspartner der Türkei: die Schiffstransporte fielen um 48%.

Insgesamt sind die Exporte der Türkei gegenüber dem Vorjahresmonat um 16,2% gefallen – ein herber Rückgang. Zwar fielen auch die Importe um 8,7%, doch die starken Export-Rückgänge vergrößern das Handelsbilanzdefizit erheblich. Um dieses Defizit weiter finanzieren zu können, bräuchte die Türkei Zuflüsse von Kapital – doch viele Investoren haben sich aufgrund der Unsicherheit über den weiteren Fortgang der politischen Landschaft vor den Wahlen zurück gezogen.

Die Türkei steht dabei exemplarisch für die Probelem der Schwellenländer: mit der ultralaxen Geldpolitik der Fed floss viel Kapital in die Türkei, doch haben sich die Finanzströme umgekehrt, seit die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank gestiegen sind. Hinzu kommt die Unsicherheit über die ökonomische Lage Chinas, die sich vor allem auf die Schwellenländer negativ auswirkt.

Dass sich die Exporte der Türkei in die EU so stark abgeschwächt haben, ist insbesondere vor dem Hintergrund der Schwäche der türkischen Lira erstaunlich: die billige Lira müsste normalerweise türkische Waren günstiger machen und so den Exporten einen Schub geben. Dass dies nicht passiert, zeigt die schwindende Wettbewerbsfähigkeit der Türkei. Hier der Chart Euro-Türkische Lira seit Beginn des Jahres, der den fast freien Fall der Lira zeigt:

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