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Türkische Lira wertet seit Tagen ab – aufgewacht aus einem Traum?

Der 25. Juli war ein wichtiger Tag. Da senkte die türkische Zentralbank ihren Leitzins um 4,25% auf 19,75%. Ein drastischer Schritt, der stärker ausfiel als von vielen Beobachtern erwartet. Und obwohl die türkische Lira eigentlich hätte abwerten müssen nach diesem Schock, wertete sie auf. Mutmaßliche Gründe dafür gab es viele. Gab es am Devisenmarkt doch viele Teilnehmer, die diese Zinssenkung als gerechtfertigt ansahen, weil die Inflation in der Türkei binnen acht Monaten von 25% auf 15% gefallen war? Aber hey, 15% sind immer noch enorm hoch! Zuletzt war sie übrigens wieder leicht gestiegen.

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Türkische Lira wertete unerwartet auf – nur ein Traum?

Der folgende Chart zeigt USD vs Türkische Lira seit April. Seit Mai war die Lira am Aufwerten. USD vs Lira fiel von 6,10 auf 5,45 am 8. August. Eine merkwürdige Entspannung trat ein in der Lira. Und das, obwohl Präsident Erdogan die Zentralbank de facto komplett entmachtet hatte (Personal ausgewechselt). Gut, die Inflation ging deutlich zurück. Das half. Aber immer noch sind 15% verdammt hoch. Aber auch nach der Zinssenkung am 25. Juli ging es mit der Aufwertung der Lira weiter von 5,71 auf 5,45 Lira für einen Dollar.

USD vs Türkische Lira seit April

Türkische Lira seit 8. August wieder am Abwerten

Ist die türkische Lira in den letzten Tagen aus einem Traum erwacht? Denn seit dem 8. August kam die langsame Trendwende (im Chart gut sichtbar). Noch waren es kleine Schritte. Aber erst ab dem 19. August gab es die richtige Trendwende. Nicht die Zinsen, sondern die Lockerung der Mindestreserveanforderungen durch die Zentralbank ließ die türkische Lira von da an abwerten. USD vs Lira stieg seitdem von 5,59 auf 5,76 bis zum 23. August. Dann vor drei Tagen zum Wochenstart sorgten japanische Devisenhändler für einen Flash Crash im Handel von Yen vs Türkische Lira. Dieser blitzartige Crash übertrug sich auch auf USD und Euro vs Lira, wie man in den Charts unzweifelhaft sehen kann. Das Merkmal bei solchen Flash Crash-Ereignissen: Sie sind ganz kurz, heftig, und korrigieren sich danach wieder zurück auf Normal-Niveau. Aber die türkische Lira hat seitdem weiter vorsichtig abgewertet. USD vs Lira stiegt von Freitag Abend bis jetzt unterm Strich von 5,76 auf 5,83

Wie geht es weiter?

Die türkische Lira gilt nach wie vor als Schwellenländer-Währung und ist für plötzliche Ereignisse anfällig. Auch war sie zum Beispiel vor Kurzem Teil eines Risk Off-Trades, wo Anleger Gelder aus Schwellenländer-Währungen zurück in den Dollar-Raum holen. Auch das trug zur jüngsten Abwertung der Lira bei. Dieses Phänomen kann erneut auftreten. Wie geht es weiter? Man kann nicht oft genug darauf hinweisen. Am 12. September findet die nächste reguläre Zinsentscheidung der Zentralbank in Ankara statt. Präsident Erdogan hat schon oft Druck gemacht, dass die Zinsen weiter sinken müssen. Erfolgt eine weitere Senkung, so wird das diesmal die türkische Lira negativ beeinflussen? Wir wissen es natürlich auch nicht. Lesen Sie hier einen aktuellen Artikel einer türkischen Zeitung, wo der Fokus auf Präsident Erdogan und seiner Politik liegt. Ist es langfristig seine harte Hand, die schwächelnd auf die Lira wirkt?

Der Broker capital.com hat in einer aktuellen Analyse die Lira besprochen. Die Rede ist von internen und ausländischen Faktoren, die auf die Lira wirken. Der Handelskrieg zwischen USA und China sei so ein Faktor, der die exportlastige türkische Wirtschaft beeinflusse. Auch verweist man auf den IWF, der von einer Überhitzung der türkischen Wirtschaft spricht, aufgrund einer Fortsetzung expansiver Politiken, die ursprünglich gerechtfertigt gewesen seien. Wie geht es nun weiter für die türkische Lira? Weitere Abwertung? Oder kann sie an die Aufwertung anschließen, die von Mai bis Juli stattfand? Stand jetzt (aber das kann sich natürlich ändern) scheint der 12. September der Tag der Tage zu sein. Auch bedenke man bitte das Monatsende, wo Inflationsdaten etc veröffentlicht werden. Und natürlich können externe Faktoren (Handelskrieg etc) auf die Lira einwirken. Die Lage ist also nicht mal eben „einfach zu überschauen“.



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