Devisen

Türkische Lira fällt auf neues Allzeittief – die aktuelle Lage

Türkei Flagge

Die türkische Lira wertet immer weiter ab. Berichteten wir erst letzte Woche über die fallende Lira und einen Stand von 7,92 Lira für 1 Euro, so sehen wir heute ein neues Rekordtief! Im August 2018 musste man 8,20 Lira für 1 Euro bezahlen, heute erreicht der Wechselkurs die Marke von 8,21. Dafür gibt es Gründe. Schauen wir uns die aktuelle Lage an.

Türkische Lira mit neuem Allzeittief gegen den Euro

Viele Gründe sind schon lange bekannt, warum die türkische Lira seit Monaten und Jahren gegen die Hauptwährungen schwächelt. Wir haben auch schon darüber berichtet. Hier nochmal in Kurzform, vorab bevor wir zur Aktualität kommen: Die Zinsen in der Türkei liegen deutlich unter als die Inflationsrate. Die Türkei ist stark in Auslandswährungen verschuldet, vor allem in US-Dollar. Dazu kommt noch die Kapitalflucht raus aus der Türkei. Und oben drauf kommt auch ein seit geraumer Zeit sinkendes Vertrauen in die Unabhängigkeit der Zentralbank in Ankara, deren Führungskräfte unlängst durch die Politik ausgetauscht wurden – eben damit die Zinsen möglichst stark gesenkt werden.

Dazu kam dieses Jahr noch die Coronakrise, die angreifbare Schwellenländer-Währungen noch weiter schwächte, und vermeintlich sichere Häfen stärkte. Und diese Woche, was schwächt jetzt die türkische Lira? Aktuell kursieren Ängste wegen möglichen Sanktionen der EU gegen die Türkei, weil es Spannungen gibt zwischen Griechenland und der Türkei im Zusammenhang mit der Suche nach Öl- und Gasvorkommen. Aber ob die EU da wirklich etwas durchzieht? Bei der Angst der EU vor dem Öffnen der türkischen Seegrenze für Flüchtlinge, die dann nach Europa strömen könnten?

Auch könnte es sein, dass der türkischen Zentralbank und/oder türkischen Banken die Devisen ausgehen, mit denen sie bislang offenbar die Lira gestützt hatten. Aktuell gibt es am Markt neue Gerüchte, dass türkische Banken, die dem Staat nahe stehen, wieder größere Devisensummen verkauft haben, um die türkische Lira zu stützen. Ist nun die Vermutung nahe, dass diese Interventionen zu einem Ende kommen könnten, so könnte dieses Szenario eine Welle an Spekulationen gegen die Lira auslösen. Denn wer am Devisenmarkt als angreifbar angesehen wird, wird angegriffen.

US-Dollar erwacht gegen die Lira

Und die türkische Lira könnte nun gegen den Euro noch weiter abwerten, wo das Rekordtief aus 2018 unterschritten wurde? Gegen den US-Dollar hing die Lira seit Wochen wie angenagelt an der Kursmarke von 6,85. So klar, wie der Kurs dort hing, kann man vermuten, dass sich die Interventionen vor allem auf das Währungspaar US-Dollar vs Türkische Lira konzentrierten, und dass dem Euro freier Lauf gelassen wurde. Nun also könnte der Dollar aufholen gegen die Lira. Seit Montag ist er nämlich erwacht, und steigt bis heute Nachmittag von 6,85 auf 6,97 gegen die Lira. Er könnte noch jede Menge Nachholpotenzial haben.

Also könnte die türkische Lira noch weiter abwerten, nachdem Euro nun auch gegen den US-Dollar. Nach dem Motto „da kann man noch so viel intervenieren. Wenn die Fundamentaldaten (wie Relation von Zinsen vs Inflation etc) nicht stimmen, dann bringt das auf Dauer nichts“? Das musste die Schweizerische Nationalbank nach jahrelanger Intervention ja auch einsehen, weshalb es 2015 zum großen Schweizer Franken-Debakel kam. Also, es könnte (nicht muss) für die türkische Lira nun auch eine weitere deutliche Abwertung gegen den US-Dollar anstehen, wo sie gegen den Euro jetzt ein neues Rekordtief erreicht hat. Das bisherige Tief lag im Mai 2020 bei 7,26 Lira für einen Dollar, jetzt liegt der Kurs wie gesagt bereits bei 6,97.

Der Chart zeigt den Verlauf von Euro gegen Türkische Lira seit 2017



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7 Kommentare

  1. hoffe, daß die türkische Lira noch weiter fällt, denn anders ist diesen fanatikern nicht beizukommen. Mit den geldscheinen kann man la in der Hagia Sophia die Bilder/Mosaike der Ungläugigen zupflastern. Dafür können die Muslima ihre Währung so gerade noch brauchen.

    1. Einfach nur ein dummer Kommentar. Es ist die FMW, nicht die „ich schreine meinen Frust in die Welt“ – Seite!

    2. Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah

      Also mir gefällt der Kommentar!

      1. niveaulos, schätze schlechte Erziehung.

  2. Es wäre an der Zeit, sich für oder gegen Europa zu entscheiden. Erdo bohrt illegal in griechischen (europäischen) Gewässern, bedroht französische (europäische) Schiffe. Die Türkei wird mehr und mehr zum Brückenkopf für islamistische Radikale und kassiert viele Milliarden, ohne selber Leistung oder auch nur ansatzweise guten Willen zu zeigen.

    Die Türkei ist inzwischen weder Partner, noch Freund, noch Verbündeter von Europa. Die wirtschaftlichen Beziehungen, die Milliarden aus Tourismus und die Wählerstimmen von europäischen Türken sind willkommen. Als Einbahnstraße, zurück kommt nichts.

    Was mich persönlich betrifft, könnte man aus historischen Steinhaufen wie der Hagia Sophia, dem Petersdom, dem Felsendom, aus Mekka, der al-Aqsa-Moschee und was auch immer, gerne Zentren internationalen Verständnisses und kulturellen Austausches machen. Für Symbole von Hass, Ausgrenzung, politischer Ideologien und religiöser Dogmen haben sie zwei Jahrtausende gedient, obwohl die Götter und Propheten dahinter doch nur Liebe, Frieden, Verständnis und Toleranz predigen.

  3. Die Türkei ist nicht nur Erdogan. Es gibt sehr viele, sehr gastfreundliche Menschen und es ist schade, daß man wegen Corona momentan nicht in die Türkei gehen kann.

  4. Diese ganzen spießigen Despoten wie Erdogan & Co. werden bald ausgeschi… haben. Wenigsten ein positiver Aspekt der auf uns zurollenden Krise.

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