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Türkische Lira fällt auf Rekordtief gegen den Euro

FMW-Redaktion

Die türkische Lira hat im Laufe der Jahre immer weiter gegen den Euro abgewertet. Im Jahr 2004 kostete 1 Euro noch 1,70 Lira. Im Januar 2017 waren es dann in der Spitze 4,18 Lira. Dieser Wert wurde heute nun überschritten, und man musste heute schon bis zu 4,1935 Lira für 1 Euro ausgeben. Somit werden Waren aus der Eurozone, die in der Türkei verkauft werden, dort immer teurer. Umgekehrt werden aber türkische Waren in Europa immer billiger, und europäische Touristen bekommen in der Türkei theoretisch immer mehr für ihren Euro.

Den letzten Schub zur Schwächung der Lira löste die deutsche Bundesregierung vor zwei Wochen aus mit der Ankündigung, dass man nun eine härtere wirtschaftliche Gangart gegen die Türkei an den Tag legen werde. Mit dazu gehörte unter anderem die Ankündigung die für deutsche Exporteure so wichtigen Hermes-Bürgschaften für Exporte in die Türkei auf den Prüfstand stellen zu wollen. Denn die sind wirklich wichtig. Damit können sich Exporteure gegen Zahlungsausfall-Risiken ausländischer Käufer absichern.

Gäbe es diese Sicherheit für Exporte in die Türkei nicht mehr, könnte die Handelsaktivität zwischen den beiden Ländern ernsthaft gestört werden. Das verunsichert in den letzten beiden Wochen den Devisenmarkt. Deswegen stieg der Euro seit dem 20. Juli gegen die Lira von 4,0670 auf jetzt 4,19.


Euro vs türkische Lira seit Dezember 2016.


Euro vs türkische Lira seit 2004.

Und was macht die Lira gegen den US-Dollar? Im Langfrist-Trend wertete sie ebenfalls immer weiter ab. 2003 kostete 1 Dollar noch 1,5 Lira, im Januar 2017 wurde dann das Hoch bei 3,94 Lira erreicht. Aber anders als beim Euro ging es ab Anfang 2017 nicht weiter mit der Abwertung der Lira. Gegen den Dollar erholte man sich seitdem leicht auf 3,53 (zweiter Chart). Der Grund hierfür ist wohl darin zu suchen, dass der Unsicherheit in Sachen Türkei die Unsicherheit der USA dem gegenübersteht (Trump-Chaos).


USDTRY seit 2003.


USDTRY seit Dezember 2016.



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1 Kommentar

  1. Diese Etatlöcher werden gewiss mit deutschen Steuereuros geschlossen. Kein Bange, der Derwisch wird schon nicht am Hungertuch nagen müssen.
    Sein Volk wohl eher.

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