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Türkische Lira fällt immer weiter – Allzeittief gegen Euro bald erreicht

Redaktion

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Türkische Lira Geldscheine

Die türkische Lira wertet gegen den Euro immer weiter ab. Seit dem Ausbruch der Coronakrise in Europa konnte Euro vs Lira deutlich zulegen von 6,86 auf jetzt 7,92. Der Chart zeigt den Verlauf von EURTRY in den letzten zehn Jahren. Im August 2018 war der Höhepunkt des Euro mit einem Kurs von 8,17 erreicht. So wie es derzeit aussieht, läuft das Währungspaar in großen Schritten wieder in diese Richtung, und die Lira damit in Richtung eines neuen Allzeittiefs.

Doppeltes Problem für die türkische Lira

Dabei sieht sich die türkische Lira derzeit mit einem doppelten Problem konfrontiert. Auf der einen Seite gibt es die Schwäche der Lira selbst. Die Inflation in der Türkei steigt jüngst wieder, und liegt dank zahlreicher Zinssenkungen der Zentralbank in Ankara spürbar über dem Leitzins. Das ist nicht gut für die heimische Währung. Auch die Coronakrise schwächt die türkische Wirtschaft, vor allem den Tourismus. Aber auf der anderen Seite muss man auch erwähnen: Eine so schwache türkische Lira lässt das Land als Tourismus-Ziel eigentlich stetig attraktiver erscheinen, weil das Land für Euro-Zahler immer günstiger wird, wie auch türkische Produkte, die in den Euroraum exportiert werden.

Als zweiten Grund für die aktuell immer weiter fallende türkische Lira muss man einfach sagen, dass der Euro seit einiger Zeit eine kräftige eigene Stärke aufweist. Europa scheint die Coronakrise relativ gut zu meistern. Und jüngst hat die EU mit ihrem 750 Milliarden Euro-Paket einen weiteren Nachbrenner für die Konjunktur eingeschaltet. Dies stärkt den Euro gegen den US-Dollar, aber auch gegen andere Währungen wie die Lira. Anfang Juli musste man noch 7,70 Lira für einen Euro zahlen, jetzt sind es wie gesagt 7,92 Lira.

Dollar-Schwäche

Der US-Dollar ist gegen die Lira zuletzt nicht weiter gestiegen, weil der Dollar selbst derzeit immer weiter schwächelt (gut sichtbar im Dollar-Index). Also zeigt die türkische Lira derzeit keine eigene Stärke gegen den Dollar. Seit gut fünf Wochen klebt US-Dollar vs Lira an der Marke von 6,85. Dies kann auch zu tun haben mit möglichen Interventionen staatsnaher Banken. Aber nichts Genaues kann man nicht beweisen.

Zentralbank

Interessant sind jüngste Entwicklungen rund um die türkische Zentralbank, welche das Vertrauen internationaler Beobachter in ihre Unabhängigkeit noch weiter erschüttern. Das ist  tendenziell auch schlecht für die türkische Lira. So hat die türkische Regierung jüngst ein Dekret erlassen, wonach Direktoren anders als bislang keine zehnjährige Erfahrung mehr in dem Beruf haben, sondern jetzt nur noch ein Studium vorweisen müssen. Auch der Grundsatz, wonach der stellvertretende Gouverneur der Zentralbank nur auf Empfehlung des Chefs für fünf Jahre ernannt werden kann, gilt nicht mehr. Es wirkt so, als wolle die Regierung ihren Einfluss auf die Zentralbank weiter stärken.

Chart zeigt Euro gegen türkische Lira im Verlauf der letzten zehn Jahre

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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