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Türkische Lira fällt unter 10 pro Dollar – Donnerstag wird entscheidender Tag

Türkei Fahne

Die türkische Lira ist am späten Freitag Abend und heute früh erneut unter die große Runde Marke von 10 Lira für 1 US-Dollar gefallen. Das ist ein herber Schlag für die türkische Lira. Sie hat eine lange Strecke der Abwertung hinter sich. Anfang des Jahres lag der Kurse noch bei 7,41 – im Jahr 2015 zahlte man noch weniger als 3 Lira für 1 Dollar. Aktuell kommt der Wechselkurs von USDTRY leicht zurück auf 9,95. Aber der Abwertungsdruck gegen die türkische Lira scheint anzuhalten.

Gründe für den Druck auf die türkische Lira

Letzte Woche Donnerstag sprachen wir bereits vom doppelten Druck, der derzeit die türkische Lira immer weiter abwerten lässt. Auf der einen Seite sieht man seit der Verkündung der gestiegenen Inflation letzte Woche Mittwoch in den USA einen stärker gewordenen US-Dollar. Auf der anderen Seite ist hochproblematisch, dass Präsident Erdogan die Zentralbank in Ankara seit Monaten dazu drängt den Leitzins für die Türkei möglichst kräftig zu senken. Zahlreiche Zentralbank-Funktionäre wurden dieses Jahr bereits durch ihn ausgetauscht. Zuletzt gab man seinem Drängen 2 Mal nach und senkte den Leitzins, obwohl gleichzeitig die Inflation immer weiter ansteigt, und nun mit 19,89 Prozent satte 3,89 Prozentpunkte über der Inflationsrate liegt. Das ist ein denkbar schlechtes Gesamtszenario für die Lira.

Donnerstag Zinsentscheidung

Am Donnerstag den 18. November voraussichtlich um 13 Uhr deutscher Zeit wird die türkische Zentralbank ihre nächste Zinsentscheidung verkünden. In den letzten Wochen senkte sie bereits den Leitzins deutlich von 19 auf 16 Prozent, was für den Markt eine überraschend kräftige Senkung darstellte. Wird man weiter senken? Bei der politischen Einflussnahme auf die Geldpolitik der Türkei ist die Lage unklar. Sinkt der Leitzins weiter, wäre eine weitere Abwertung für die türkische Lira denkbar.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen US-Dollar vs Türkische Lira im Verlauf der letzten 30 Tage.



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1 Kommentar

  1. einen schönen guten Morgen ,
    ich wollte mal meinen Kommentar los werden, weil ich immer wieder fasziniert bin von dem hohen Maß an Unwissenheit , was an den Finanzmärkten herrscht. Die Unart, die Leitzinsen anzuheben bei Inflationsgefahren ist der größte Humbug der in der Finanzwelt kursiert. Die Zinsen sind bekanntlich der Preis für Kredite und je höher der Preis für Kredite gemacht wird, desto höher wird der Preis für Waren und Dienstleistungen, demzufolge wird mit der Erhöhung der Leitzinsen die Inflation immer weiter angeheizt. Daß der Zusammenhang zwischen steigenden Zinsen und der Bekämpfung von Inflation schlichtweg falsch ist, ist schon längst von cleveren Tradern an der Börse, die jahrzehntelang Erfahrung haben mit dem Forexhandel, widerlegt worden . Um nur mal Beispiele zu nennen, wenn höhere Zinsen gut für eine Währung wären und niedrige Zinsen schlecht, wie es jetzt bei der türkischen Lira unterstellt wird, dann müssten ja Venezuela und Argentinien die stärkste Währung haben und Japan, die schon seit ca. 30 Jahren Null Zinsen haben, die schwächste Währung haben. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Jetzt fragt man sich, wie alle Finanzpolitiker , Notenbänker und Experten allesamt die gleiche Meinung haben, wo man annimmt, das sind die besten und gebildetsten Leute ihres Faches, die müssten es doch wissen und richtig liegen. Da kann man nur als Beispiel dagegen halten, daß es im Mittelalter die Unart gab in der Medizinwelt, wenn es einem Menschen schlecht geht , sollte man einen Aderlass machen um schlechtes Blut ablaufen zu lassen damit sich neues bilden kann. Die Ärzte haben Leuten, die schwere Unfälle hatten oder Frauen mit schweren Geburten oder der Gleichen, also Leuten die schon viel Blut verloren hatten, dann zusätzlich noch einen Aderlass zukommen lassen. Heutzutage weiß man es natürlich besser, jeder halbwegs denkende Mensch weiß, wenn man eine begrenzte Menge an Blut in sich hat und hat davon schon einiges verloren, ist es nicht ratsam einen Aderlass zu machen um weiteres Blut ablaufen zu lassen, und das war gängige Praxis im Mittelalter. Exakt so ist das mit den Notenbanken auf der ganzen Welt, wo man sich fragt wie sowas sein kann. Ich finde daß Erdogan in der Türkei ein ziemlich schlimmer Diktator ist und sollte dort kein Präsident sein, aber was die Notenbankpolitik betrifft , ist das einzige richtige was er macht ,alle Leute rauszuschmeißen, die höhere Zinsen befürworten. Und was die Lira betrifft, der einzige Grund warum die Lira weiter fällt seit dem die Zinsen gesenkt wurden, ist die Tatsache, daß sie von Ahnungslosen und unwissenden Spekulanten massiv verkauft wird, das hat mit den Zinssenkungen überhaupt nichts zu tun. Die „realistischen Bewegungen“ setzen sich ja fast immer eine Weile später durch. so bleibt zu hoffen für die Währung und die dort lebenden Menschen, daß die Zinsen in der Türkei weiter massiv gesenkt werden.
    mit freundlichen Grüßen
    Uwe Rausch

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