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Devisen

Türkische Lira: Festhalten bitte, Erdogan hat Russen-Raketen bereits gekauft

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Allesamt bitte festhalten. Traden Sie die Türkische Lira oder haben es vor? Dann sollten Sie jetzt genau lesen. Am 22. Mai schrieben wir Türkei: Warum der Druck auf Lira, Aktien und Anleihen bald enorm steigen könnte. Es ging darum, dass die Türkei Raketen in Russland einkaufen möchte. Und das als NATO-Mitglied! Die USA sehen das erstens als Affront, weil Herr Erdogan lieber bei Putin Raketen kauft als bei Trump. Und die Russen bekämen laut US-Befürchtung mutmaßlich Einblicke in NATO-Geheimnisse (vereinfacht ausgedrückt).

Tja, die USA drohten in den letzten Tagen mit der Einstellung der Ausbildung von türkischen Piloten am F-35 Fighter. Und viele weitere Sanktionen sind ebenfalls möglich. Und jetzt? Aktuell wird bekannt, dass die Türkei die Rakten in Russland bereits gekauft hat! Die Lieferung soll im Juli erfolgen. Dies sagte Präsident Erdogan gestern Abend gegenüber Parteimitgliedern. Wummmmmms!


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Das dürfte Donald Trump überhaupt nicht gefallen. Überhaupt nicht! Erdogan sagte auch, er wolle noch vor dem G20-Gipfel mit Trump telefonieren und seine Argumente für diesen Kauf erläutern. Ohhhh, das klingt aber so, als müsse Erdogan sich Trump gegenüber rechtfertigen? Das ist doch eine Rolle, in der er sich eigentlich überhaupt nicht gerne sieht!

Türkische Lira reagiert noch nicht

In den letzten Stunden ist die Türkische Lira nur minimal gefallen, was aber daran liegen könnte, dass der Devisenmarkt erst mal so richtig realisieren muss, was da los ist. USDTRY steigt seit heute Nacht „nur“ von 5,80 auf 5,84. Aber man bedenke: Nun ist sehr, sehr viel möglich, was gegen die Türkische Lira arbeiten könnte. Donald Trump könnte wutentbrannt Sanktionen gegen die Türkei androhen (durchaus denkbar), oder sonstige Maßnahmen ergreifen. Man denke nur daran, wie negativ die Lira reagierte, als es vor einigen Monaten „nur“ um den in der Türkei inhaftierten Pastor ging.

Und hier geht es ja wohl um deutlich mehr, nämlich um die militärische Kooperation zwischen der Türkei und den USA, und um das Gesamtgefüge der NATO. Ob die Türkische Lira nun wirklich abschmiert, wissen auch wir nicht. Donald Trump fängt ja meist gegen Mittag deutscher Zeit an zu twittern. Wird er sich heute schon zu dem Thema äußern? Man sollte USD vs Lira und Euro vs Lira auf jeden Fall im Blick behalten!

USD vs Türkische Lira seit September 2018.
USD vs Türkische Lira seit September 2018.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. md

    13. Juni 2019 14:48 at 14:48

    hallo fmw. ihr seid gold wert. hab einen schönen gewinn eingefahren. danke vielmals.

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Devisen

Aktuell: Merkel spricht, Brexit-Hoffnung, Pfund steigt, EURUSD steigt

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Mutti Angela Merkel meldet sich aktuell zu Wort. Wo wir heute noch vom „felsenfesten Festhalten“ der Festland-Europäer am bisherigen Brexit ausgingen (EU wird nicht neu verhandeln), da gibt Merkel den Briten ganz aktuell ein klein wenig Hoffnung. Zwar sagte sie vorhin auch, dass es nicht nötig sei den Deal neu zu öffnen. Aber sie sagte auch das Thema Backstop sei eine Frage der politischen Darstellung, und nicht des Austrittsvertrags. Man solle über praktikable Lösungen nachdenken. Also, sucht Merkel für die Briten irgendeinen faulen politischen Kompromiss für die irische Grenze zu UK? Das Pfund steigt aktuell gegen den USD um 50 Pips, und gegen den Euro um 45 Pips. Euro gegen USD steigt aktuell um 10 Pips. Ob diese kurze, schnelle Mini-Euphorie lange anhält? Mehr als fraglich!

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Devisen

US-Dollar so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr

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Der Dollar-Index, ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere große Währungen wie Euro, Pfund und Yen, notiert aktuell auf dem höchsten Stand seit 2017. Der folgende Chart zeigt das große Bild. Und im „großen Bild“ glaubt der Markt wohl daran, dass Europa und Co stärker die Geldpolitik lockern als die USA. Außerdem läuft immer noch der „Risk Off Trade“, den wir in den letzten Tagen bereits angesprochen hatten. Aus Schwellenländern werden Gelder zurückgeholt in den Dollar-Raum.

Dollar-Index seit 2017

Im folgenden kürzerfristigen Chart sieht man, dass vor allem ab dem 13. August ein Aufwärtstrend im USD erkennbar ist. Der Dollar-Index steigt seitdem von 97,25 auf 98,29 Indexpunkte.

Und wo der Dollar steigt, da schwächelt natürlich der Euro. Euro vs USD notiert aktuell nur wenige Pips über seinem Tief vom 1. August, was den tiefsten Stand seit Anfang 2017 darstellte. Im Chart sieht man EURUSD seit September 2018. Nach EZB-Äußerungen aus letzter Woche nimmt der Markt immer mehr an, dass die Zinssenkungen und/oder Anleihekäufe der EZB (Verkündung 12. September) kräftiger ausfallen werden als bislang gedacht. Diese erwartete Schwächung baut der Markt jetzt schon mal mit dem fallenden Euro in die Kurse ein.

 

Vom steigenden USD ist natürlich auch die türkische Lira betroffen. Vorhin berichteten wir schon über eine aktuelle noch kleine Trendwende bei Dollar vs Lira. Neben Maßnahmen der Zentralbank in Ankara zu den Mindestreserveanforderungen gibt es am Markt derzeit Gerüchte, dass ausländische Spekulanten vermehrt ihre Long-Positionen in der Lira glattstellen, und somit Gelder zurück in den Dollar ziehen.

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Pfund fällt, nachdem Boris Johnson einen Brief geschrieben hat

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Das britische Pfund fällt. Das Tief von 1,2014 gegen den US-Dollar vom 12. August hat man noch nicht erreicht. Aber vom zwischenzeitlichen Hoch bei 1,2175 letzte Woche ist man jetzt wieder deutlich gefallen auf aktuell 1,2086. Tendenz aktuell: Weiter fallend (Chart seit 8. August).

Pfund vs USD seit 8. August

Johnson mit Brief Richtung Brüssel

Boris Johnson hat einen Brief an die EU geschrieben, aus dem letztlich hervorgeht: Er versucht das selbe wie Theresa May. Obwohl er doch versichert hatte er werde „einen viel besseren Deal“ bei der EU rausschlagen für die Briten, so hat er doch nur das selbe Instrumentarium parat. Hoffen und bitten um neue Verhandlungen. Denn es ist, wie es ist. Egal wo auf der Welt, egal worum es geht. Der deutlich kleinere Verhandlungspartner ist stets in einer schlechteren Verhandlungsposition!

Boris Johnson geht es (ohhh Wunder) um den Backstop. Die EU will damit verhindern, dass nach dem Brexit Warenkontrollen zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland eingeführt werden. Aber Johnson sagt aktuell, dass es das Ziel sein müsse den Backstop aus dem Brexit-Abkommen zu streichen. Und ansonsten… wie immer… Johnson stellt auf Twitter aktuell immer wieder klar, dass er auch anders kann. Wenn es keine Einigung gibt, dann gehe man eben ganz ohne Deal aus der EU. Ja, das kann er auch machen. Nur ist UK dann der weitaus größere Verlierer als die EU!

 

Boris Johnson wird morgen in Berlin Angela Merkel treffen, und dann Donnerstag Emanuel Macron in Paris. Das darf man wohl als Charmeoffensive bezeichnen. Johnson versucht die beiden wichtigsten Staatsschefs in der EU weichzuklopfen, damit die wiederum in Brüssel für neue Verhandlungen werben. Aber vor allem bei den Franzosen dürfte das nichts bringen. Die Chance, dass Brüssel sich bewegt, ist fast gleich Null. Jean-Claude Juncker und so ziemlich alle wichtigen Funktionäre haben nun schon unendlich oft gesagt: Nein, die EU wird nicht neu verhandeln. No way. Ein Abweichen davon wäre ein Gesichtsverlust für Brüssel. Boris Johnson gerät immer weiter in eine Falle, die er sich selbst gebaut hat. Seit Monaten schreiben wir darüber, wie sich vorher auch Theresa May immer im Kreis gedreht hat. Es ist wie ein Trichter, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Tendenz im Pfund abwärts gerichtet

Aber nochmal zurück zum Pfund. Wird ab Donnerstag, wenn die beiden Treffen vorbei sind, noch deutlicher, dass nichts voran geht in Sachen Brexit? Gegen den US-Dollar lautet der Tiefpunkt beim Pfund 1,2014. Davon ist er jetzt noch gut 70 Pips entfernt. Im großen Bild gesehen ist die Tendenz für das Pfund weiter fallend. Aber kommt vielleicht „mal wieder“ von Jeremy Corbyn oder sonst wem aus London ein „Störfeuer“ auf dem Weg zum harten Brexit, und das Pfund schöpft mal wieder Euphorie? Auch wir können den Kursverlauf nicht vorhersehen, und Gott bewahre, wir geben hier keinerlei Handelsempfehlungen. Aber die aktuelle Lage zeigt ein ziemlich hoffnungsloses Bild für die britische Regierung in Sachen Brexit.

Bei Euro vs Pfund ist die Lage natürlich eindeutiger als gegen den US-Dollar (Chart EURGBP seit Ende 2017). Hier kann man vor allem seit Mai 2019 die Stärke des Euro gegen das Pfund deutlich erkennen.

Euro vs Pfund

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