Folgen Sie uns

Devisen

Türkische Lira kollabiert – Erdogan vertraut auf Gott

Redaktion

Veröffentlicht

am

Die türkische Lira kollabiert – das ist keine Untertreibung. Panik greift um sich, und diese Panik sorgt für noch mehr Panik. US-Dollar vs Lira stand gestern noch bei 5,30, und stieg heute früh bis auf 6,29 (aktuell 5,96). Das selbe Bild sieht man aktuell beim Euro vs Türkische Lira. EURTRY lag gestern noch bei 6,20, und stieg heute bis auf 7,19 (aktuell 6,83). (im Chart Euro und USD vs Türkische Lira seit Dezember 2017). Auch diese aktuell ein klein wenig gesunkenen Niveaus sind ein totales Debakel für die türkische Volkswirtschaft.

Türkische Lira

Türkische Lira ein Riesen-Problem für die türkische Volkswirtschaft

Denn sehr viele Waren müssen importiert und somit in Euro und Dollar bezahlt werden. Somit müssen Türken immer mehr Lira aufwenden um die Importwaren zu bezahlen. Oben drauf kommen noch die immens hohen Dollar-Kredite, welche Bürger und Unternehmen am Laufen haben. Es wird immer schwieriger bei solchen Kursen noch die Kredite zu bedienen. Die türkische Volkswirtschaft hat ein immenses Problem.

Und was macht die Zentralbank? Zinserhöhungen? Bis jetzt nichts. Die Zentralbanker haben wohl Angst von Präsident Erdogan entlassen zu werden. Und welche beruhigenden Worte findet Erdogan aktuell? Er sagt aktuell gegenüber Anhängern bei einer Rede am Schwarzen Meer, dass derzeit Kampagnen gegen die Türkei liefen. Man solle sie nicht beachten, denn es gäbe keinen Grund zur Sorge. Man habe das eigene Volk, und man habe Gott.

Die türkischen Diplomaten sind übrigens inzwischen zurück aus Washington, ohne irgendein Verhandlungsergebnis in Sachen des US-Pastors, der in der Türkei unter Hausarrest steht. Die Währungskrise in der Türkei sorgt aktuell vor allem bei europäischen Banken für Angst. Machen sie eventuell Milliardenverluste, wenn türkische Kreditnehmer ihre Raten nicht mehr zahlen können? Deswegen verliert heute beispielsweise die spanische Großbank BBVA 4% an der Börse, die französische BNP Paribas verliert 3,5%, die italienische UniCredit verliert 3,5%. Die Deutsche Bank ist heute mit -3,7% dabei. Auch wenn sie eventuell nicht so stark engagiert ist, wird sie dennoch mit runtergezogen – anfällig genug ist die Aktie ja sowieso.

Gott hin und her… wird er für günstigere Benzin- und Lebensmittelpreise in der Türkei sorgen bei einer stetig schwächeren Lira? Banker sind sich zunehmend einig. Helfen kann jetzt kurzfristig nur eine drastische Zinserhöhung und/oder eine Devisen-Hilfe des IWF. Aber wird Erdogan sich dazu durchringen? Werden die Notenbanker sich offen gegen ihn stellen, und doch noch die Zinsen anheben? Wenn ja, können sie damit vielleicht kurzfristig der Lira helfen – aber danach könnten sie ihren Job los sein, was der Lira massiv schaden würde. Vor nichts hat der Devisenmarkt mehr Angst als vor einer politisch gegängelten Notenbank.

Es gibt auch Gewinner

Ach ja… so eine billige Lira bringt natürlich auch Gewinner. Da wären zum einem beispielsweise europäische Importeure türkischer Waren, die in Lira bezahlen. Und vor allem wären da europäische und russische Urlauber zu nennen, die vielleicht gerade jetzt buchen. Ihr Urlaub sollte dramatisch günstiger werden, wenn die Reiseveranstalter den Währungsvorteil denn an die Urlauber weiterreichen.

Türkische Lira USD
USD vs Türkische Lira seit 20. Juli.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    10. August 2018 16:13 at 16:13

    Moin, moin,

    die Staaten dieser Welt stehen alle auf wackeligen Beinen. Voran sicher auch die Türkei. Eine Ein-Mann-Regierung in der Hauptrolle, Wirtschaftkompetenz irgendwo auf Volkshochschulniveau und von sich maßlos überzeugt, wie so oft bei männlichen Türken. Jeder ist der Größte. Mit Hafengesang alleine gehts nicht.
    Global, also im größeren Maßstab gesehen, geht es nicht nur um die Türkei oder die Lira. Die Welt steht am Abgrund. Das seit 1945 geltende System ist vor seinem Aus. Wenn man es so will, dann stehen die Staaten dieser Welt wie in einer Dominokette. Es bleibt nur zu warten, bis die ersten Steine fallen und dann die ganze Kette.
    Meine Prognose ist somit, auf Länder wie bspw. die Türkei zu schauen. Sie dürfte sicher mit bei den ersten Steinen sein, wir folgen später. Was bleibt zu erwarten? Vielleicht ein Mix aus den 20/30iger Jahren des letzten Jahrhunderts.
    Also, der Abgesang einer Währung, hier der türkischen, zeigt doch, dass niemand gerne diese Währung besitzen möchte. Das werden Herr Erdogan und seine Berliner Geldgeber nicht stoppen, ggf. etwas verzögern.

  2. Avatar

    Beobachter

    10. August 2018 18:23 at 18:23

    Ich hatte schon vor einiger Zeit meine Bedenken kommentiert, nachdem bei der Italienkrise einer geschrieben hat, dass die Italienbanken mit faulen Krediten auch noch sehr stark in der Türkei als Kreditgeber involviert seien u. auch Frankreich – Banken. Bis jetzt wurde das schön totgeschwiegen u. plötzlich kann man es nicht mehr negieren. So gibt es noch viele andere Probleme , die die Börsen noch nicht eingepreist haben.
    Wenn es Trump nicht gelingt den Dollar tief zu halten, könnte er das Rezept bei Erdogan holen,! !

  3. Avatar

    LookOut

    11. August 2018 02:02 at 02:02

    Die Türken sind nicht umsonst Goldfans :)
    Diese Tugend sollten sie beibehalten.

    Ob wegen einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Türken und den Amis die Welt unter geht ? Bestimmt nicht.

    Das war heute eher eine Kaufgelegenheit für Aktien, nächste Woche werden wir wieder steigende Kurse sehen DAX/Dow und Nasdaq so oder so immer.

  4. Avatar

    Aufgewachter

    11. August 2018 12:58 at 12:58

    Apropos : Gold = Teufel

    GOTT : „Habe ich Euch nicht geholfen aus Sklaverei und dem Machtbereich des Pharaohs zu entfliehen?“

    Gottesvolk : „Aber ja Vater, wir waren erfolgreich, Vater!“

    GOTT : „Und warum sind dann alle Legionen des Pharaohs hinter Euch her?“

    Das Gottesvolk zitterte plötzlich, wie Espenlaub und zeigte auf einen großen Berg voller Glänzendes.

    GOTT : „Warum habt Ihr denn all den Goldschmuck des Pharaohs mitgenommen? Das Zeug ist doch höllisch schwer und läßt Euch im Wüstensand versinken!“

    Nach ein paar Sekunden des Schweigens.

    GOTT : „Ihr wollt damit doch nicht etwa ein Tauschsystem aufbauen oder Euch gar einen Handelsvorteil verschaffen, um die Menschheit zu versklaven?“

    Gottesvolk : „Aber nein, Vater! Wir brauchen das viele Gold nur für den Fall, daß wir in der Wüste auf Tiger und Löwen stossen, damit wir es wegwerfen können, um dann schneller laufen zu können!“

    Seit diesem Tag an irrte das abtrünnige Gottesvolk fast 40 Jahre lang durch die Wüste ohne dabei auf nur einen einzigen Tiger gestossen zu sein.

    Die Wüsten-Irrläufer
    https://aufgewachter.wordpress.com/2018/05/29/die-wuesten-irrlaeufer/

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Euro vs US-Dollar: Wird der Euro die 1,17 Marke verteidigen können?

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar befindet sich langfristig nach wie vor in einem Aufwärtstrend. Der Major erfährt aber momentan eine gesunde Korrektur. Die Marke von 1,1700 spielt für den Euro jetzt eine wichtige Rolle. Dieses Niveau kann demnächst darüber entscheiden, ob der Euro vs USD seinen übergeordneten Aufwärtstrend fortsetzen wird oder nicht. Wer also längerfristig orientiert ist und kurz vor der Entscheidung steht, eine neue Position in EUR/USD zu eröffnen, ist sicherlich gut beraten, wenn er noch ein wenig Geduld mitbringt. Das weitere Schicksal vom Euro zum USD wird sich bald klären.

In der gestrigen Handelssitzung hat das Währungspaar erneut eine leichte Reaktion auf der Unterseite erfahren. Der Widerstand bei 1,1755 wurde zwar in der Nacht zum Mittwoch kurzfristig getestet, doch diese Hürde konnte in der asiatischen Session nicht überwunden werden. Im Chart hat sich ein Spike ausgebildet, der den Bullen schnell gezeigt hat, dass der Euro keine ausreichende Kraft entwickeln konnte, um diesen Widerstand nach oben zu durchbrechen. Diese bekannte Chartformation hat die Short-Trader sofort ins Spiel gebracht. Der Euro wurde gegen den USD abverkauft und der Major verlor erneut an Wert.

In den gestrigen Morgenstunden, hat sich die Abwärtsbewegung weiter beschleunigt. Auf dem Niveau von 1,1720 verlief zu diesem Zeitpunkt der wichtige 420er Moving Average. Diese Unterstützung hat nur kurzfristig gehalten. Als die Break-Out Trader aber dann zugeschlagen haben, gab es für den Euro keinen Halt mehr. Mit einem schnellen Move auf der Unterseite wurde der Ausbruch vollzogen. Der Euro vs USD ist tiefer gefallen und erreichte schon am frühen Vormittag die Unterstützung bei 1,1695. Dieser Support war stark und konnte den Euro vor einem weiteren Fall schützen. Unter der 1,1700 „big figure“ lagen viele Kauforders, die zu einem Rebound bei EUR/USD geführt haben.

Hilfreich dabei war auch der 120er Moving Average, der ebenfalls bei 1,1695 verlief.
In den Nachmittagsstunden, während der amerikanischen Session, konnte sich der Euro zum USD wieder ganz gut erholen. Die Bullen haben erneut zugeschlagen und den Kurs in die nördliche Richtung geschickt. Zwischenzeitlich erreichte der EUR/USD sogar die Marke von 1,1750. Dieser Widerstand hat aber dann gehalten. Die kurzfristigen Daytrader haben angefangen ihre Long-Positionen zu schließen und EUR/USD ist anschließend wieder leicht gefallen. Im späten Handel notierte der Major bei ca. 1,1720.

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Donnerstagmorgen, notiert der Euro zum USD knapp über 1,1745. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, bewegte sich das Währungspaar nur wenig. Die Volatilität war gering, weil sich viele Händler noch zurückhalten und auf den nächsten Ausbruch warten. Dieser wird wahrscheinlich am heutigen Tag stattfinden. Wenn es den Bullen gelingt, die 1,17 „big figure“ erfolgreich zu verteidigen, steigen die Chancen auf den Break-Out auf der Oberseite. Der nächste signifikante Widerstand befindet sich bei 1,1753. Sollte auch diese Hürde überwunden werden, kann der Major das Niveau von 1,1781. Ob die 1,1800 Marke heute erreicht wird, kann man momentan noch nicht sagen. Es wird von der Dynamik und der Indikatorenlage abhängig sein. Auf der Unterseite hat EUR/USD die wichtigste Unterstützung bei 1,1701. Dieser Bereich sollte halten, da sich ansonsten die Gesamtlage für den Euro verschlechtern würde. Der Daily Pivot Point beim Euro zum USD liegt heute bei 1,1720.

Chart zeigt Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Devisen

Schweizer Franken: Die verpuffte 90 Milliarden-Intervention der Schweizerischen Nationalbank

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Mehrere Schweizer Franken-Geldscheine

Der Schweizer Franken soll gefälligst abwerten, so die Hoffnung und das Drängen, welches die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren von sich gibt. Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen. Deswegen interveniert die SNB seit Jahren am Devisenmarkt. Es werden vereinfacht ausgedrückt Schweizer Franken gedruckt, und dann gegen Euro und US-Dollar verkauft. Damit sollen diese Währungen steigen und der Franken fallen.

Gigantische Summen werden aufgewendet für die Franken-Schwächung

Aber seit Jahren scheitert die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Politik. Denn der Schweizer Franken wertete weiter auf, anstatt wie gewünscht zu fallen. Alleine von Anfang 2018 bis Ende 2019 verlor der Euro gegen den Franken von 1,1750 auf 1,0850. Eine deutliche Aufwertung im Schweizer Franken fand also statt. Und dann, im Corona-Jahr 2020? Der Drang in den „Sicheren Hafen“ wie Gold oder Franken zu fliehen, ist latent vorhanden. Wie man heute aus frisch veröffentlichten Bilanzdaten der Schweizerischen Nationalbank ersehen kann, hat sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 90 Milliarden Franken für Deviseninterventionen ausgegeben, um den Franken zu schwächen!

Schweizer Franken tut nicht was die SNB will

Mit wenig Erfolg, um es freundlich auszudrücken. Der folgende Chart zeigt seit Oktober 2019, wie Euro gegen Schweizer Franken (Linie in rot-grün) von 1,0850 auf 1,0640 noch weiter verloren hat. Also hat der Franken weiter aufgewertet, obwohl die Schweizerische Nationalbank 90 Milliarden Franken einsetzte, um eine Abwertung zu bewirken! Im Chart zeigen wir als blaue Linie parallel die Entwicklung von Euro gegen US-Dollar. Dass der Euro gegen den Franken seit  Sommer wieder ansteigt (Franken-Abwertung), wird wohl kaum am schwächeren Franken oder an SNB-Interventionen liegen, sondern eher an der eigenen Stärke des Euro! Die blaue Linie zeigt nämlich, wie der Euro auch gegen den US-Dollar seit Mai deutlich gestiegen ist.

Chart zeigt Euro gegen Schweizer Franken und Euro gegen US-Dollar

weiterlesen

Devisen

US-Dollar: Ist die Welt bereit für einen Wechsel im Währungssystem?

Avatar

Veröffentlicht

am

Selbst Nicht-Börsianer blicken öfters auf die Entwicklung beim US-Dollar im Vergleich zur heimischen Währung. Zu dominant ist sein Einfluss auf das tägliche Leben, nicht nur für Exporteure, Rohstoffhändler oder Vermögensverwalter. Auch Privatpersonen spüren seine Schwankungen, ob an der Zapfsäule oder als Tourist (was in Corona-Zeiten aber nicht sehr bedeutsam ist). Könnte die aktuelle US-Politik mit ihrer Verschuldungsorgie oder der Abschottungspolitik etwas daran ändern?

Allzweckwaffe US-Dollar

Seit vielen Jahrzehnten bestimmt sich die Macht der USA nicht nur durch ihren wirtschaftlichen Status, ihren gigantischen Militärapparat und -haushalt, sondern insbesondere durch die Ausnahmestellung des US-Dollar. Wer sich gegen die Interessen der USA stellt, den weist man schon mal mehr oder wenig deutlich daraufhin, dass man dieses Land vom Handel mit dem US-Dollar ausschließen könnte. Angewendet im Sanktionsfall gegen den Iran, gegen Russland oder in Ansätzen beim Versuch der Verhinderung der Fertigstellung der Ostseepipeline Nord Stream 2.

Auch wenn die Wirtschaftsdominanz der USA wackelt – durch den Aufstieg Chinas ist der Anteil an der Weltwirtschaft von 20 auf etwa 15 Prozent gefallen – man hat aber eben die Weltreservewährung, den US-Dollar. Durch dessen Dominaz ergeben sich eine Reihe von Vorteilen:

  • Trotz des Anstiegs der Staatsschulden auf über 23 Billionen Dollar fällt es den USA leicht sich weiter zu verschuldenBei 90 Prozent aller Transaktionen am Devisenmarkt ist der US-Dollar im Spiel
  • Ebenso bei über 80 Prozent des Handels im Rohstoffbereich
  • Über 60 Prozent ist immer noch der Anteil des Greenback an den Weltreservedevisen
  • Etwa die Hälfte aller Überweisungen im Zahlungssystem Swift werden in Verbindung mit dem US-Dollar ausgestellt
  • Hinzu kommt eine Notenbank, die von allen Staaten als die Bezugsgröße schlechthin akzeptiert wird. Der Zinssatz der 10-jährigen US-Treasury ist eine Benchmark für die billionenschweren Kreditmärkte, nicht nur in den USA.

Europas Anleihemärkte können trotz der Größe des Wirtschaftsraums nicht mit den US-Dollar gehandelten Märkten konkurrieren. Der zersplitterte Markt in Kontinentaleuropa ist gerade einmal 9,2 Billionen Dollar schwer. Der weltweit als sicherer Hafen betrachtete Markt deutscher Anleihen (Bunds) hat auch nur ein Volumen von 1,7 Billionen Euro – und Deutschland ist die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt.

Fazit

Ist die Welt bereit für einen Wechsel im Weltleitwährungssystem?

Ein kleiner Game Changer hat sich in letzter Zeit durch die Entwicklung der Zinsen in den USA ergeben. In den letzten Jahren hatten US-Staatsanleihen stets eine positive reale Rendite im Gegensatz zur Eurozone, erst recht gegenüber Japan. Daher auch das Nachgeben des US-Dollar gegenüber vielen anderen Währungen, es gibt plötzlich die risikolose Anlage am Kapitalmarkt nicht mehr, die noch Zinsen abwirft. Auch hat das Währungsspiel des Carry Trade derzeit Pause.

Den chinesischen Währungsmarkt kann man da in diesem Zusammenhang noch vergessen. Aber dies hat sich spätestens mit dem Beginn der Coronakrise leicht geändert. Die übrigen Kapitalmarktzinsen in den Vereinigten Staaten sind auch oft im Negativbereich (Realrenditen) angesiedelt und die Staatsverschuldung geht rasant in die Höhe. Ob hier langfristig die Stärke des Dollarraums erhalten bleiben kann, auch angesichts der protektionistischen Entwicklungen?

Eine Chance hätte der Euroraum, aber hierfür müsste es erst einen großen einheitlichen Kapitalmarkt mit einheitlichen Regeln geben. Auch der 750 Milliarden-Euro-Aufbaufonds hat daran noch nicht viel geändert. So ist es noch ein weiter Weg bis zu einer Änderung im globalen Finanzsystem, schließlich sind auch Dutzende Entwicklungsländer in US-Dollar verschuldet. Der Greenback sollte seine Position als Fluchtwährung noch eine Zeit behalten, allein schon daran erkennbar, wie stark die Federal Reserve während des Coronacrashs am Markt intervenieren musste, weil bei vielen Ländern plötzlich ein Dollarmangel geherrscht hat. Es wird also noch dauern..

Verliert der US-Dollar absehbar seine dominante Stellung?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen