Devisen

Türkische Lira verliert weiter – für Freitag noch höhere Inflation erwartet

Lira-Geldscheine

Die türkische Lira steht weiter im Fokus des Devisenmarktes, denn die Abwertung läuft weiter. Die türkische Wirtschaft ist im letzten Quartal im Jahresvergleich um 7,4 Prozent gewachsen. Diese heutige Meldung kann aber nicht vom wirtschaftlichen Hauptproblem der Türkei ablenken, nämlich der immer weiter fallenden Landeswährung. Nach einem Verkaufsstopp hatte Apple jüngst seine iPhones in der Türkei wieder zum Kauf angeboten – mit einem Preisaufschlag von 25 Prozent, um die Abwertung der Lira auszugleichen. Das ist nur ein Beispiel für die Auswirkungen einer stark fallenden Währung.

Türkische Lira wertet weiter ab – ungünstiges Szenario

Laut jüngsten Berichten (hier im Focus) lässt Präsident Erdogan jetzt sogar aktiv nach den „Schuldigen“ für die Abwertung der Lira suchen. Denn wenn die türkische Lira fällt, muss es ja irgendjemanden geben, der sie gegen Euro oder US-Dollar eingetauscht hat. Recep Tayyip Erdogan hat den „Staatlichen Kontrollrat“ angewiesen Schuldige ausfindig zu machen. Er soll Institutionen identifizieren, die große Beträge ausländischer Währung gekauft haben, und eine Manipulation zu prüfen. Die Behörde ist ermächtigt von Unternehmen relevante Informationen und sensible Dokumente anzufordern.

Recep Tayyip Erdogan übt schon das ganze Jahr über massiv Druck auf die Zentralbank in Ankara aus, deren Führungskräfte er auch in diesem Jahr bereits ausgetauscht hat. In den letzten Wochen gaben die Notenbanker seinem Druck nach und senkten den Leitzins von 19 auf 15 Prozent – und das obwohl die Inflation immer weiter steigt auf zuletzt 19,89 Prozent. Am Freitag wird das türkische Statistikamt die Inflationsrate für November vermelden. Und für die nächste Zinsentscheidung der Zentralbank am 16. Dezember sind weitere Zinssenkungen möglich – das ist ein denkbar schlechtes Szenario für die türkische Lira! Und der Markt preist es diese Woche weiter ein mit einem weiter fallenden Kurs gegen Euro und US-Dollar.

Warten auf aktuellsten Daten zur türkischen Inflation am Freitag

Je weiter die türkische Lira fällt, desto teurer werden Importwaren für die türkische Bevölkerung, siehe das iPhone als nur ein prominentes Beispiel. Laut Berichten erwartet ein Analyst von der französischen Societe´Generale sogar in den nächsten Monaten eine Inflationsrate für die Türkei bei 30 Prozent. Ein kurzfristiger Spitzenwert von 27 Prozent wäre ein optimistisches Szenario. Umfragen zeigen eine durchschnittliche Analystenerwartung von 20,7 Prozent für die Inflationsmeldung am Freitag. Wird sie über 20,7 Prozent veröffentlicht, kann es dramatisch zugehen in der Lira.

Aktuell scheint der Markt eben dieses Szenario vorab einzupreisen. Denn auf dem Chart sieht man das Rekordtief der Lira vom 23. Oktober (Chart spiegelverkehrt). Da kostete 1 US-Dollar 13,37 türkische Lira. Dann kam danach eine gewisse Erholung – aber seit Freitag letzter Woche ging die Abwertung wieder los, und seitdem läuft sie weiter auf aktuell 13,26 Lira pro Dollar. Noch zum Jahresanfang musste man „nur“ 7,41 Lira pro Dollar aufbringen.

US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten zehn Tagen
US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten zehn Tagen.



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3 Kommentare

  1. Endlich wird Herrn Erdogan der Marsch geblasen! Ich hoffe, dass ihm noch viele weitere ekelhafte Despoten in den Orkus folgen werden…

    1. https://m.star.com.tr/amp/ekonomi/dunyada-sayili-proje-icin-imzalar-atildi-tam-812-milyon-dolar-haber-1671419/

      kannst du auf übersetzen drücken und auf deutsch lesen.

      in der türkei wird erneuerbare energie, solarenergie gebaut. 1750 megawatt.

      @lausi mein guter, du als links-grüner, was sagst du dazu.

      andere reden, erdogan handelt, gestern auf dem tisch gehabt heute unterschrieben und los kanns gehen mit dem bau.

      jetzt müsste der erdo, dich und meinen freund den leftutti doch überzeugt haben. :)

      du und leftutti würdet euch zumindest in klimafragen mit dem erdo bombastisch verstehen. ;))

      vg md

      1. @md, mein Freund, vor über einem Jahr etwa im September 2020 habe ich dir geschrieben: Ich bin seit Jahresbeginn 2020 long im EUR/TRY und freue mich gleich in mehrfacher Hinsicht über die Entwicklung des Devisenpaares. Heute morgen habe ich meine letzten Positionen aufgelöst, und ich danke Erdo dafür, was er in seiner unendlichen Dummheit für mich getan hat.

        Und gleichzeitig freue ich mich natürlich, dass türkische Firmen wie Kalyon Enerji in oder mit oder unter seinem Namen endlich kapiert haben, dass Solarenergie in sonnenreichen Ländern auch zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Nur glaube ich nicht, dass der reaktionäre Lump und egomanische Diktator damit Ziele verfolgt, die außerhalb seiner kleinen egoistischen Interessen liegen.

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