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T├╝rkische Lira weiter unter Druck: Zentralbank garantiert heimischer Wirtschaft besseren Wechselkurs

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Die t├╝rkische Zentralbank versucht aktuell etwas kreativer auf die Abwertung in der t├╝rkischen Lira zu reagieren, als man es denken w├╝rde. Zwar hatte man diese Woche erst die Zinsen drastisch erh├Âht, was die t├╝rkische Lira aber nur minimal und kurzzeitig nach oben brachte. Aber nun ergreift man heute eine Ma├čnahme, die nicht ├╝blich ist unter Notenbanken, die unter Druck stehen ihre W├Ąhrung zu st├╝tzen.

So verk├╝ndet man heute offiziell, dass man t├╝rkischen Exporteuren (die Vorfinanzierungen machen) erlaubt bis Ende Juli ihre in US-Dollar notierenden Kredite f├╝r einen Umtauschkurs von 4,2 Lira zur├╝ckzuzahlen. Der aktuelle Kurs liegt bei 4,73. Also m├╝ssen die Firmen aktuell 0,53 Lira weniger ausgeben um einen Dollar zu erwerben f├╝r die Kreditr├╝ckzahlung. Das macht sich durchaus bemerkbar bei gr├Â├čeren R├╝ckzahlungssummen.

Bei Krediten in Euro garantiert die Zentralbank einen Kurs bis Ende Juli von 4,90, was aktuell eine Ersparnis von 0,65 Lira pro Euro darstellt. Beim Pfund will man die 5,60 garantieren. Damit federt man f├╝r acht Wochen die dramatische Kreditverteuerung f├╝r die t├╝rkische Industrie ab, die Exporte ├╝ber Devisen-Kredite vorfinanziert hatte. Der Privatkonsument in der T├╝rkei hat davon nichts. Die Zeche zahlt letztlich die t├╝rkische Zentralbank (also der Steuerzahler), weil sie Dollar beispielsweise jetzt f├╝r 4,73 am Devisenmarkt kauft, und ihn dann f├╝r 4,20 an t├╝rkische Unternehmer weiterzuverkaufen.

Die t├╝rkische Lira selbst zeigt sich heute wenig beeindruckt. Als am Mittwoch die Zinsanhebung verk├╝ndet wurde, lag USD vs t├╝rkische Lira kurz vorher noch bei 4,84. Der jetzige Kurs von 4,73 liegt nur minimal darunter. Das ist aus t├╝rkischer Sicht (der Zentralbank) eine erneute Entt├Ąuschung in der Bem├╝hung der eigenen W├Ąhrung auf die Beine zu helfen.

Was hat das zu bedeuten? Entweder wartet der Markt auf eine richtige Kracher-Mitteilung der Notenbank in Form noch drastischerer Zinsanhebungen + Devisen-Intervention. Oder, was wir f├╝r wahrscheinlicher halten: Der Markt wartet auf Aussagen von Pr├Ąsident Erdogan, dass er nach der Wahl die Finger von der Notenbank l├Ąsst. Aber selbst wenn er dies sagen w├╝rde – wie verl├Ąsslich w├Ąre so eine Zusage? Die t├╝rkische Lira bleibt also weiterhin angeschlagen und angreifbar. Zinssenkung sowie die heutige Ma├čnahme scheinen zumindest nach aktuellen Stand der Dinge am Devisenmarkt verpufft zu sein.

Euro und US-Dollar vs T├╝rkische Lira seit dem 18. Mai
Euro und US-Dollar vs T├╝rkische Lira seit dem 18. Mai.

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Devisen

Schweizer Franken nach der Schweizer Zinsentscheidung: Das Problem hei├čt „Euro“

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Der Schweizer Franken bleibt einfach zu stark f├╝r eine Zinswende in der Schweiz. Und diese St├Ąrke liegt nicht am Franken selbst, sondern ist begr├╝ndet durch die Schw├Ąche des Euro. Das ist das Schlimmste, wenn die Notenbank einer kleinen Volkswirtschaft hilflos zusehen muss, wie sie mit ihrer Politik eigentlich nur reagieren kann auf einen viel gr├Â├čeren Wirtschaftsraum. In keinem Fall trifft das mehr zu als auf die Schweiz, die sich geografisch und wirtschaftlich quasi im totalen W├╝rgegriff der Eurozone befindet.

Der Euro schw├Ąchelt seit Wochen dank der neuen Regierung in Italien, und in wenigen Tagen vielleicht auch wegen der Regierungskrise in Deutschland? Ist der Euro schwach, wertet der Schweizer Franken damit automatisch auf. Und genau das will die Schweizerische Nationalbank (SNB) doch eigentlich nicht. Sie will den Schweizer Franken schw├Ąchen. Deswegen veranstaltet sie schon seit Jahren eine gigantische Gelddruck-Orgie, um dann mit neuen Franken Dollar und Euro zu kaufen. Ebenso liegt der Leitzins schon lange bei -0,75%.

Heute hat die SNB in ihrer aktuellen Zinsentscheidung wie es zu erwarten war verk├╝ndet, dass der Leitzins bei -0,75% bleibt. Die Geldpolitik werde nicht ver├Ąndert. Wie auch, wenn der schwache Euro alle eigenen Anstrengungen zunichte macht. Es muss frustrierend f├╝r die Notenbanker der SNB sein. Man rechne f├╝r das laufende Jahr 2018 mit einem BIP-Wachstum von 2% und einer Inflationsrate von 0,9% (vorherige Sch├Ątzung 0,6%).┬áDennoch kann und wird die SNB auch in naher Zukunft wohl nichts ├Ąndern, und auch keine Andeutung f├╝r ├änderungen vornehmen. Der (nervige?) Euro gibt es einfach nicht her. Hier auszugsweise im Zitat von der SNB:

Seit der Lagebeurteilung im M├Ąrz 2018 hat sich der Wert des Frankens insgesamt kaum ver├Ąndert. Der Franken ist weiterhin hoch bewertet. Nach der Lagebeurteilung wertete er sich zun├Ąchst gegen├╝ber dem US-Dollar und dem Euro leicht ab. Vor dem Hintergrund politischer Unsicherheit in Italien setzte aber zwischenzeitlich vor allem gegen├╝ber dem Euro eine Gegenbewegung ein. Die Lage am Devisenmarkt ist also weiterhin fragil, und der Negativzins sowie die Bereitschaft der Nationalbank, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, bleiben deshalb unver├Ąndert notwendig. Die Attraktivit├Ąt von Anlagen in Franken wird damit tief gehalten und der Druck auf den Franken verringert.

Hier finden Sie die komplette heutige Ver├Âffentlichung der SNB.

Dieser Chart zeigt es ganz gut. Der Euro hatte gegen den Schweizer Franken im April eigentlich schon die 1,20-Marke erreicht, aber dann setzte vor allem dank Italien die Euro-Unsicherheit ein. Die Euro-Schw├Ąche (Franken-St├Ąrke) geht auch aktuell weiter. Seit der heutigen Entscheidung f├Ąllt EURCHF leicht weiter um 30 Pips auf jetzt 1,1490. F├╝r Trader w├Ąre eine erste kleine Unterst├╝tzung bei um die Marke von 1,14 zu finden.

Euro vs Schweizer Franken seit November 2017
Euro vs Schweizer Franken seit November 2017.

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R├╝diger Born: Gold, Dollar, US-Indizes

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Gold ist derzeit spannend auf der Abw├Ąrtsseite. Auch m├Âchte ich die US-Indizes ansprechen, die sich derzeit nicht einheitlich pr├Ąsentieren. Wie lange bleibt der Dollar noch stark? Dazu mehr im Video.

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Bank of England: Zinsen unver├Ąndert, Entscheidung 6 zu 3 Stimmen – Pfund steigt – UPDATE 13:11 Uhr

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Die Bank of England (BoE) hat soeben ihre j├╝ngste Entscheidung verk├╝ndet. Der Leitzins bleibt unver├Ąndert bei 0,50% (zuletzt gab es am 2. November 2017 gab es einen Zinsschritt von 0,25% auf 0,50%).

Die Abstimmung fiel mit 6:3 Stimmen nicht eindeutig aus.

Die Erwartungen lagen bei 7 Stimmen im Zentralbankrat f├╝r unver├Ąnderte Zinsen zu 2 Stimmen f├╝r eine Zinsanhebung.

Das britische Pfund vs USD reagiert nach wenigen Augenblicken mit +60 Pips auf 1,3190. Das ist verst├Ąndlich, weil sich das Abstimmungsverh├Ąltnis leicht Richtung Zinsanhebung verschoben hat. Somit w├Ąchst die Wahrscheinlichkeit f├╝r die August-Sitzung, dass dann die Zinsen angehoben werden.

Zur Begr├╝ndung sagt die Bank of England sinngem├Ą├č, dass die Inflation j├╝ngst leicht zur├╝ckgegangen sei. Sie solle aber wieder leicht ansteigen aufgrund des starken ├ľlpreis-Anstiegs. Die Anleihe-Aufk├Ąufe werde die Notenbank erst reduzieren, wenn der Leitzins die 1,5% erreicht hat (kann also noch dauern). Zusammengefasst kann man sagen, dass die BoE die britische Konjunktur weiterhin stark sieht. Entscheidend ist aber wohl, dass ein weiteres Notenbank-Ratsmitglied die Seiten gewechselt hat. Also, Zinsanhebung im August?

Das Pfund klettert aktuell weiter gegen den USD, aktuell um 13:11 Uhr bei ├╝ber 1,32. Euro vs Pfund f├Ąllt dementsprechend von 0,8786 auf jetzt 0,8736.

Hier der Text der Bank of England im Wortlaut:

In the MPCÔÇÖs most recent projections, set out in the May Inflation Report, GDP was expected to grow by around 1┬ż% per year on average over the forecast, conditioned on the gently rising path of Bank Rate implied by market yields at the time. In those projections, growth continued to rotate towards net trade and business investment and away from consumption. While modest by historical standards, the projected pace of GDP growth over the forecast was nevertheless slightly faster than the diminished rate of supply growth, which averaged around 1┬Ż% per year. As a result, a small margin of excess demand was projected to emerge by early 2020, feeding through into higher rates of pay growth and domestic cost pressures. Nevertheless, CPI inflation continued to fall back gradually as the effects of sterlingÔÇÖs past depreciation faded, reaching the 2% target in two years.

A key assumption in the MPCÔÇÖs May projections was that the dip in output growth in the first quarter would prove temporary, with momentum recovering in the second quarter. This judgement appears broadly on track. A number of indicators of household spending and sentiment have bounced back strongly from what appeared to be erratic weakness in Q1, in part related to the adverse weather. Employment growth has remained solid. Although manufacturing output recorded a decline in April, and this was accompanied by a fall in goods exports, surveys of business activity have been stable and, as a whole, point to growth in the second quarter in line with the CommitteeÔÇÖs May projections.

Internationally, activity data have been mixed. Indicators suggest that US growth bounced back strongly in Q2 from the softness in Q1. Euro-area growth has been weaker than expected, and downside risks have increased in some emerging markets, in part reflecting tighter financial conditions. More broadly, the prospects for global GDP growth remain strong, and while financial conditions have tightened somewhat, they continue to be accommodative.

CPI inflation was 2.4% in May, unchanged from April. Inflation is expected to pick up by slightly more than projected in May in the near term, reflecting higher dollar oil prices and a weaker sterling exchange rate. Most indicators of pay growth have picked up over the past year and the labour market remains tight, suggesting that domestic cost pressures will continue to firm gradually, as expected.

The CommitteeÔÇÖs best collective judgement remains that, were the economy to develop broadly in line with the May Inflation Report projections, an ongoing tightening of monetary policy over the forecast period would be appropriate to return inflation sustainably to its target at a conventional horizon. For the majority of members, an increase in Bank Rate was not required at this meeting. All members agree that any future increases in Bank Rate are likely to be at a gradual pace and to a limited extent.

In addition to its discussion of the immediate policy decision, the Committee reviewed its previous guidance on the level of Bank Rate at which the MPC will consider whether to start to reduce the stock of purchased assets. The MPC continues to expect to maintain the stock of purchased assets until Bank Rate reaches a level from which it can be cut materially, reflecting the CommitteeÔÇÖs preference to use Bank Rate as the primary instrument for monetary policy. Since the previous guidance, the Committee has reduced Bank Rate from 0.5% to 0.25% in August 2016 and has noted that it could lower it further if required. Reflecting this, the MPC now intends not to reduce the stock of purchased assets until Bank Rate reaches around 1.5%, compared to the previous guidance of around 2%. Any reduction in the stock of purchased assets will be conducted at a gradual and predictable pace. Decisions on Bank Rate will take into account any impact of changes in the stock of purchased assets on overall monetary conditions, in order to achieve the inflation target. In the event that potential movements in Bank Rate are judged insufficient to achieve the inflation target, the reduction in the stock of assets could be amended or reversed.

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