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Türkische Lira wertet ab – Erdogan droht, türkische Banken verkaufen Dollar

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Türkei Flagge

Die türkische Lira wertet heute weiter ab. Und das in einer Woche, wo sich alles um den türkischen Einmarsch nach Nordsyrien dreht. Seit Montag ist der US-Dollar gegen die türkische Lira gestiegen von 5,70 auf jetzt fast 5,90 (Chart). Nach immer konkreter werdenden Ankündigungen begann die Türkei gestern mit dem Angriff auf kurdische Stellungen in Nordsyrien. Daraufhin fiel die Lira ein klein wenig gegen den Dollar.

US-Dollar vs Türkische Lira seit letztem Freitag

Türkische Lira wertet ab, aber nicht zu stark

Auch heute gibt es aktuell einen weiteren Rutsch für die türkische Lira. USDTRY steigt von 5,87 auf fast 5,90. Das ist alles noch erträglich. Man könnte eigentlich denken, dass die Lira bei so einem riesigen geopolitischen Ereignis viel stärker abwertet? Unter Umständen könnte die Erklärung für diese eher geringe Abwertung darin liegen, dass laut einem aktuellen Bericht staatliche türkische Banken seit drei Tagen US-Dollar verkaufen, um die Lira zu stützen, damit sie nicht zu stark abfällt. Das würde Sinn ergeben. Würde die Lira-Abwertung ohne diese Intervention noch stärker ausfallen?

Erdogan droht

Aktuell gibt es gute Gründe dafür, dass weiterer Druck gegen die türkische Lira entstehen könnte. Wie SPON aktuell berichtet, droht der türkische Präsident Erdogan der EU. Sie solle aufwachen, und die Operation der Türkei in Nordsyrien nicht als Invasion bezeichnen. Tue sie dies doch, werde die Türkei 3,6 Millionen Menschen (syrische Flüchtlinge) nach Europa lassen.

Die Lage in der Region eskaliert womöglich nun Schritt für Schritt. Aktuelle Berichte sprechen von 16 toten kurdischen Kämpfern. Frage: Wann, wie und in welchem Umfang macht Donald Trump seinen Drohungen wahr, die er erst vor Kurzem gegen die Türkei ausgesprochen hatte? Er wolle die Türkei nämlich wirtschaftlich vernichten, wenn sie zu weit gehe (damit meint er wohn Sanktionen). Problematisch für die USA sind Angriffe gegen die Kurden in Nordsyrien, mit denen die USA Seite an Seite gegen den IS gekämpft hatten. Kann nun jederzeit ein Tweet von Donald Trump für Turbulenzen in den Kursen sorgen? Die Lira jedenfalls wertet derzeit langsam weiter ab.

US-Dollar vs Türkische Lira aus den letzten 30 Tagen
Chartbild US-Dollar vs Lira für die letzten 30 Tage.

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Trump: Die Impeachment-Anhörung im US-Kongreß – Live-Feed

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Zu Beginn der Anhörungen im Impeachment-Verfahren gegen US-Präsiden Donald Trump werden vor dem US-Abgeordnetenhaus der Top-US-Diplomat in der Ukraine Bill Taylor und Deputy Assistant Secretary George Kent angehört. Hier der Live-Feed:

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Tesla baut europäische Gigafactory nahe dem BER in Brandenburg

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Was für eine Ankündigung. Tesla-Chef Elon Musk erschien gestern überraschend bei der Preisverleihung der „Auto Bild“ in Deutschland. Und zack, da sagte er (im Video ab Minute 43 sichtbar), dass Tesla übrigens seine erste Produktion in Europa, die weltweit vierte sogenannte Gigafactory, nahe Berlin bauen werde, genauer gesagt nahe dem im Jahr 2198 fertiggestellten Flughafen „BER“. Der Standort werde genauer gesagt laut Tagesspiegel auf einer Fläche im brandenburgischen Grünheide im Landkreis Oder-Spree südöstlich von Berlin liegen. Auf Twitter wurde Musk später präziser, und sprach davon, dass dort Batterien, Antriebsstränge und Autos gebaut werden sollen. Ab 2020 werde das Modell Y auf den Markt kommen, und es werde auch in der Fertigung in Brandenburg gebaut als erstes Modell gebaut. Und, so Musk, man werde beim Bau der Fabrik definitiv ein höheres Tempo vorlegen müssen als beim Flughafen BER.

Und wie man aktuell zum Beispiel SPON entnehmen darf, zeigen sich Politiker aus Brandenburg und Berlin begeistert über diese Nachricht. So sagt zum Beispiel Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, er sei glücklich, es sei eine hervorragende Nachricht für das Bundesland. Man habe sich dafür seit längerem in intensiven Gesprächen und mit guten Argumenten eingesetzt. Und so weiter, und so weiter… Was für Argumente waren das? Wenn man daran denkt, dass Brandenburg nicht gerade als Autostandort bekannt ist, dann ist die Frage: Warum gerade diese Region? Frage: Werden Brandenburg, Bund und EU Tesla mit Fördergeldern und Subventionen zuschütten? Mal sehen was da noch alles ans Licht kommt. Für die Region ist diese Ansiedlung natürlich ein Segen, wenn man an tausende neue Arbeitsplätze denkt.

Tesla-Chef Elon Musk
Elon Musk. Foto: JD Lasica CC BY 2.0

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Für Lockerung der Geldpolitik ist laut EZB keine Rezessionsgefahr notwendig

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Vereinfacht gesagt galt bisher für die Eurozone: Je näher die Volkswirtschaften an die Rezession heranrücken, desto mauer läuft auch die Inflation. Also kann man im Umkehrschluss sagen: Wir (die EZB) senken Zinsen und kaufen Anleihen, damit die Konjunktur angekurbelt wird und nicht in die Rezession rutscht, und somit letztlich auch die Inflation wieder ansteigt. Man bedenke. Das Inflationsziel der EZB lautet nach wie vor „2% oder knapp unter 2%“. Aber zuletzt waren die Verbraucherpreise immer weiter gefallen auf zuletzt 0,7% für Oktober. Nun könnte die EZB ihr neues Anleihekaufprogramm, welches gerade erst Anfang des Monats startete, mit Rezessionsgefahr rechtfertigen. Aber nein.

Das Risiko einer Rezession sei sehr gering, so die EZB aktuell. Es gehe darum, dass sich die Inflationsaussichten weiter abschwächen, wenn es bei einem über Jahre eher geringen Wirtschaftswachstum bleibe. Aha. Also geht es jetzt nicht mehr um eine Rezessionsgefahr, sondern um die Angst vor einem Wirtschaftswachstum, dass zwar vorhanden ist, aber nicht groß genug um die Inflation endlich Richtung 2% hoch zu pushen. Tja, man braucht halt immer elegante Lösungen um sein Tun zu rechtfertigen? Zitat aus einem aktuell veröffentlichten Interview mit Luis de Guindos, Vizepräsident der EZB (ganzer Text hier nachzulesen):

Frage: Angesichts der positiveren Entwicklung der Euro-Wirtschaft zuletzt: Würden Sie das Lockerungspaket von September inklusive der Neuauflage breiter Anleihekäufe (Quantitative Easing, QE) weiter als angemessen bezeichnen – oder war es doch eine Überreaktion, wie auch Kritiker im EZB-Rat öffentlich gesagt haben?

Antwort EZB: Das September-Paket war und ist die absolut richtige Entscheidung. Wie gesagt: Das Risiko einer Rezession ist sehr gering. Aber es gibt diese andere Gefahr, dass nämlich das Wachstum über Jahre sehr niedrig und weit unterhalb der Potenzialrate bleibt. Bei niedrigerem Wachstum und geringer Inflation können sich die Inflationserwartungen aus ihrer Verankerung lösen…

Frage: … also dauerhaft vom Bereich des EZB-Inflationsziels von unter, aber nahe 2% entfernen.

Antwort EZB: Die Inflationserwartungen sind zuletzt deutlich gesunken, aber sie haben sich noch nicht aus ihrer Verankerung gelöst. Das könnte sich aber ändern, so wie im Jahr 2015, als das Risiko einer Deflation real war. Deshalb haben wir das Paket im September beschlossen.

Übrigens: Wer noch glaubt die EZB werde keine weiteren Lockerungen vornehmen, oder sie habe dazu nicht den Mut, der lese die folgenden Aussagen aus dem selben Interview. Ja, wenn es weiter mau läuft, wird die EZB auch noch weiter eine Schippe drauf packen. Davon darf man ausgehen. Zitat:

Frage: Hat die Geldpolitik, hat die EZB die Grenzen dessen erreicht, was sie überhaupt tun kann?

Antwort EZB: Nein!

Frage: Das ist mal sehr eindeutig.

Antwort EZB: Ja, das ist eindeutig. Wir können – falls erforderlich – die Leitzinsen weiter senken. Wir können unser Wertpapierkaufprogramm aufstocken. Wir können die Bedingungen für unsere Langfristkredite TLTROs weiter verbessern. Wir haben ganz sicher noch nicht unsere Grenzen erreicht. Wir können weiter handeln und wir werden weiter handeln, falls das nötig werden sollte. Genauso offensichtlich ist aber eben auch, dass die negativen Nebeneffekte immer deutlicher werden. Und es kommt noch etwas hinzu: Im aktuellen Umfeld mit noch länger sehr niedrigen Zinsen ist die Wirkung der Fiskalpolitik auf die Konjunktur sehr viel stärker als sonst.

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Quelle: DonkeyHotey – Planet of the Euros – Cartoon CC BY 2.0

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