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Türkische Lira wertet immer weiter ab – drei Gründe

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Türkei Flagge

Die türkische Lira wertet Tag für Tag immer weiter ab. Im folgenden Chart sieht man den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 6. Dezember. Die Entwicklung begann letzten Donnerstag, wo USD vs Lira noch bei 5,77 notierte. Inzwischen ist der Kurs bei 5,91 angekommen. Man muss also jetzt mehr Lira ausgeben um 1 Dollar kaufen zu können. Was ist seit letztem Donnerstag passiert?

US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 6. Dezember

Türkische Lira unter Druck durch drei Faktoren

Letzten Donnerstag senkte die türkische Zentralbank den Leitzins. Mit 2 Prozentpunkten Senkung fiel der Zinsschritt stärker aus als erwartet. Zunächst reagierte die türkische Lira darauf nicht negativ, aber diese Zinssenkung wirkt nach als schwächender Faktor für die türkische Währung! Dann diesen Montag drohte Präsident Erdogan den USA damit den Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Südosttürkei zu schließen, der für die USA strategisch extrem wichtig ist! Grund dafür ist die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch die USA und mögliche US-Sanktionen gegen die Türkei, weil sie Waffen in Russland einkaufte. Solche Drohungen verschrecken Anleger tendenziell natürlich, und sorgen in der Regel für einen Reflex. Raus aus der Lira, rein in den Dollar (die vermeintlich sichere Leitwährung).

Und heute nun geht es weiter. Die türkische Regierung zeigt sich aktuell verärgert über die USA. Man spricht gar von Feindseligkeit der USA gegen die Türkei. Es geht um ein Gesetz, das im US-Senat verabschiedet wurde. Es fordert Donald Trump dazu auf gegen die Türkei Sanktionen zu verhängen, und die Belieferung der Türkei mit F35-Jets einzustellen. Der US-Kongress respektiere souveräne Entscheidungen der Türkei nicht, so die Regierung in Ankara. Damit ist der Kauf von Raketensystem in Russland gemeint, was die NATO-Partner natürlich brüskiert. Auch diese aktuellen politischen Nachrichten schwächen die Lira weiter.

Tendenz weiter negativ?

Geht es weiter bergab für die türkische Lira? Die Inflation war jüngst wieder spürbar gestiegen von 8,55% auf 10,56%. Geht es im Dezember so weiter (Zahlen dann Anfang Januar), wäre das ein weiteres Argument für eine schwächelnde Lira. Denn die türkische Zentralbank hat den Leitzins jetzt in vier Zinsschritten binnen weniger Monate halbiert. Das könnte der Inflation in der Türkei wieder mehr Raum zum Atmen geben, um es mal so zu formulieren. Aktuell jedenfalls wirkt es so, als laufe der Trend einer weiteren Lira-Abwertung. Im folgenden Chart haben wir nochmal das etwas größere Bild dargestellt. US-Dollar vs Türkische Lira sieht man hier im Verlauf der letzten zwölf Monate. Auch hier ist die jüngste Lira-Abwertung (steigender Dollar) gut erkennbar. Vom alten Dollar-Hoch gegen die Lira bei 7,20 aus August 2018 ist man aber noch etwas entfernt. Damals war die Inflationsrate in der Türkei aber auch deutlich höher.

Dollar vs Lira in den letzten zwölf Monaten

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Rüdiger Born: Feiertag in den USA, Idee im Euro

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Die USA haben heute einen Feiertag, von daher ist die US-Börse geschlossen. Euro vs US-Dollar könnte eine interessante Trading-Idee sein. Mehr dazu im folgenden Video. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“  (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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Pfund fällt deutlich – aktuelle UK-Daten vermiesen die Laune

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Das britische Pfund konnte im Verlauf diese Woche eigentlich gut zulegen von 1,2970 gegen den US-Dollar am Montag bis auf 1,3118 im Hoch heute früh. Und dann? Heute früh um 10:30 Uhr deutscher Zeit wurden in Großbritannien die Einzelhandelsumsätze für Dezember vermeldet. Und die waren überhaupt nicht gut. Im Monatsvergleich zu November ist es ein Minus von 0,6% bei Erwartungen von +0,5%, und einem vorigen Wert von -0,8%. Also den zweiten Monat eine rückläufige Zahl! Im Jahresvergleich sind die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien um 0,9% gestiegen. Die Erwartungen lagen bei +2,6%, und die vorherige Zahl lag bei +0,8%.

Der Devisenmarkt scheint davon überrascht zu sein, denn das Pfund ist seitdem von 1,3108 ganz schnell auf 1,3040 gefallen (erster Chart zeigt GBPUSD seit Anfang der Woche). Damit ist der Aufwärtsdrang im Pfund erstmal unterbrochen. Kommentatoren auf der Insel sprechen aktuell sogar von einem echten Schock, den diese Zahlen mit sich bringen! In den Monatsveränderungen bei den Einzelhandelsumsätzen gab es jetzt fünf Monate nacheinander keinen Anstieg, was es seit Beginn der Aufzeichnungen in den 70er nicht gegeben habe. Man denke daran: Am 30. Januar tagt die Bank of England bezüglich des Leitzinses. Werden die PMI-Daten (Einkaufsmanagerindex) für Großbritannien am 24. Januar auch schlecht ausfallen, so steigt die Wahrscheinlichkeit für einen sinkenden Leitzins in UK am 30. Januar weiter deutlich an.

Britisches Pfund vs US-Dollar seit Montag

Also, gibt es bald sinkende Zinsen auf der Insel? Der folgende Chart zeigt das Pfund vs USD in den letzten 12 Monaten. Sieht man, wie das Pfund seit Sommer 2019 von 1,20 auf jetzt 1,30 gestiegen ist, sollte oder könnte bei sinkenden Zinsen Abwärtspotenzial für das Pfund vorhanden sein? Natürlich geht es jetzt auch darum, ob und wie stark dieses Szenario schon vor dem 30. Januar in den Wechselkurs eingepreist wird. Entscheiden Sie selbst, wir werfen nur die Frage einer Pfund-Abwertung in den Raum.

Pfund vs USD in den letzten 12 Monaten

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Schweizer Franken-Aufwertung! Druck aus der Schweiz + Hypothese

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Symbolbild für Schweizer Franken

Der Schweizer Franken konnte in den letzten vier Tagen deutlich aufwerten. Am Dienstag berichteten wir über den größten Aufwärtsschub. Als Hauptgrund für die Aufwertung darf man annehmen, dass die USA die Schweiz auf ihre Beobachtungsliste für eine mögliche Währungsmanipulation gesetzt hatten. Manipuliert die Schweiz also den Franken? Dies wurde zurückgewiesen.

Hypothese zur Aufwertung im Schweizer Franken

Die Story läuft so. Die Amerikaner üben mit der Aufnahme auf diese Liste unterschwellig Druck aus auf die Länder, die dort gelistet sind. Hat die Schweiz Angst vor irgendwelchen Repressalien durch die USA, könnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) sich genötigt fühlen ihre Interventionen im Fränkli auszusetzen. Denn seit Jahren druckt die SNB in extrem großem Umfang Schweizer Franken, und verkauft sie gegen Dollar und Euro, um damit den Franken zu schwächen. Man will nämlich nicht, dass Schweizer Produkte und die Schweiz als Urlaubsland für Ausländer zu teuer werden. Hat die SNB nun aus Angst vor den Amerikanern ihre Interventionen am Devisenmarkt gestoppt? Oder hat der Devisenmarkt diese Woche die Veröffentlichung des US-Finanzministeriums lediglich als Anlass genommen den Franken hochzupushen, in der Annahme, dass die SNB ihre Interventionen erstmal einstellen könnte? Auch könnte man theoretisch noch einen Schritt weiter gehen und hypothetisch annehmen, dass die SNB sogar aktiv Franken kauft? Man weiß es nicht, denn die SNB veröffentlicht nie offizielle Daten zu ihren Transaktionen.

Druck aus der Schweiz

Auch mit dem Negativzins von -0,75% versucht die SNB seit geraumer Zeit den Schweizer Franken am Aufwerten zu hindern. In den letzten zwei Jahren ohne großen Erfolg, wo der Franken nur am Aufwerten war. Aber mehr und mehr rumort es in der Schweizer Bankenbranche, wo man vor dem selben Problem steht wie bei den Banken in der Eurozone. Abgeschaffte Zinsen und dazu sogar noch Negativzinsen, die zusätzlich belasten. Die Zinsmargen sind futsch, damit somit auch gute Teile der Einnahmen der Banken. Und die Kunden sind sauer, dass die Banken ihnen als Ersatz für die Zinsmarge immer höhere Gebühren belasten. Aktuelle Berichte aus der Schweiz zeigen, dass die Schweizer Bankiers auch öffentlich immer aktiver gegen die Negativzinspolitik der SNB argumentieren. Pensionskassen und Versicherungen könnten ihre Anlagerenditen kaum noch erwirtschaften. Der Immobilienmarkt drohe zu kollabieren usw.

Dieser Druck ist natürlich kein zwingendes Argument für die SNB ihre Negativzinsen nun anzuheben. Aber unterschwellig könnte der Devisenmarkt annehmen, dass die Tendenz mittelfristig eher zu steigenden Zinsen in der Schweiz geht, also rauf auf vielleicht nur noch -0,50% oder -0,25%? Nichts genaues weiß man nicht. Es geht viel um eine Gefühlslage, dass die SNB genötigt zu sein scheint ihre Zinspolitik zu überdenken, wie auch ihre Interventionspolitik am Devisenmarkt. Dies gepaart mit globalen Unsicherheiten und dem globalen Nullzinsumfeld sorgt dafür, dass eine weitere Aufwertung im Schweizer Franken denkbar ist. Wissen tun auch wir es natürlich nicht. Aber argumentativ scheint einer weiteren Aufwertung wenig im Weg zu stehen. Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle auch gerne einen interessanten Artikel in der NZZ, welche Argumente für einen stärkeren Franken sprechen.

Aktuell weiter aufwertend

Aktuell befindet sich der Schweizer Franken gegen den Euro auf dem höchsten Niveau seit April 2017. EURCHF stand Dienstag noch bei 1,0820, und notiert aktuell bei 1,0741. Auch ganz aktuell wirkt die Tendenz eher weiter aufwertend für den Franken (wir haben aber keine Glaskugel). Dass die SNB kurzfristig ihre Zinspolitik ändert, ist kaum zu erwarten. Auch wird sie wohl kaum öffentlich konkret zu ihren Interventionen Stellung nehmen. Es geht bei der derzeitigen Franken-Aufwertung wohl eher darum, alles drum herum (Druck durch Schweizer Banken und die USA etc) zu interpretieren, und zu schauen was das für den Franken bedeuten könnte. Harte Fakten gibt es also nicht. Kommt eine Verschärfung im Handelskrieg hinzu oder sonst eine neue geopolitische Unsicherheit, könnte das den Run des Kapitalmarkts hin zum Franken noch verschärfen.

Euro vs Schweizer Franken seit 2015
Euro vs Schweizer Franken seit 2015.

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