Devisen

Türkische Lira wertet weiter ab dank Handelsdaten und Erdogan

Die türkische Lira wertet heute weiter ab gegen Euro und US-Dollar. Seit der Vereidigung Erdogans Anfang der Woche sowie seiner Ernennung des eigenen Schwiegersohns zum Finanzminister ist der US-Dollar vs türkische Lira gestiegen von 4,56 auf jetzt 4,80. Damit ist aus charttechnischer Sicht der Weg frei für einen Anlauf Richtung Allzeithoch bei 4,92 vom 23. Mai (Allzeittief der Lira).

Euro vs türkische Lira stieg von 5,38 auf 5,64. Damit ist auch hier der Weg frei für einen Anlauf Richtung Allzeithoch bei 5,76 vom 23. Mai. Weit weg ist man von diesen Marken nicht mehr. Wie wir es vor Kurzem schon beschrieben hatten, tut Erdogan derzeit alles dafür die türkische Lira weiter zu schwächen – aber er scheint dies wohl gar nicht mitzubekommen. Sein Schwiegersohn als neuer Finanzminister scheint (wie man hört) ebenfalls wie Erdogan die Linie zu vertreten, dass niedrige Zinsen gut sind um Inflation und Lira-Verfall zu bekämpfen. Kein Wunder, dass er deshalb für dieses wichtige Amt ernannt wurde.

Auch hat Erdogan vor wenigen Minuten gesagt, dass der US-Dollar gegen die Lira bald abwerten werde. Und er sagte soeben auch, dass die Zinsen in der Türkei in seiner neuen Amtszeit sinken werden. Dass sich diese beiden Aussagen aus ökonomischer Sicht völlig widersprechen – egal…

Aber die heutige Abwertung der Lira wird ebenfalls untermauert durch das heute verkündete Leistungsbilanzdefizit der Türkei, welches mit 5,89 Milliarden Dollar für den Monat Mai (aktuellste Daten) höher ausgefallen ist als im April (5,45) und 516 Millionen Dollar höher als im Mai 2017 (5,37). Für heute erwartet wurde ein Defizit von 5,4 Milliarden Dollar.

Im folgenden Chart mit Zeitraum seit Februar haben wir Euro und US-Dollar übereinander gelegt gegen die türkische Lira. Beim roten Strich erreichen sie ihre Allzeithochs (Lira mit Allzeittief).

Euro + USD vs Türkische Lira

Die Rendite für zehnjährige türkische Anleihen klettert immer weiter an. Heute lag sie im Hoch schonbei 17,91%. Der Chart seit 2013 steigt den dramatischen Anstieg von unter 9%. Dieser Renditeanstieg ist als Risikoprämie zu betrachten. Anleger sehen das steigende Risiko von Zahlungsausfällen, wenn türkische Staatsschulden fällig werden.



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