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Devisen

Türkische Lira zeigt Stärke – Erdogan meldet sich zu Wort – Achtung Zinsen!

Redaktion

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Türkei-Flagge - Türkische Lira zeigt sich robust

Die türkische Lira zeigt sich seit mehreren Tagen von ihrer robusten Seite. Seit genau einer Woche wertet sie auf. US-Dollar vs Türkische Lira fiel seitdem von 5,77 auf aktuell 5,69. Die Aufwertung der Lira vollzog sich immer in kleinen Schritten. Im Chartbild entsteht daraus insgesamt eine robuste kleine Aufwertung. Der Chart am Ende des Artikels zeigt den Verlauf von USDTRY seit dem 28. Oktober. Diese Robustheit ist umso erstaunlicher, als dass die Türkei ja in Syrien einmarschiert war. Eigentlich hätte man am Devisenmarkt Panik erwartet, aber diese neue geopolitische Eskalation wurde einfach so hingenommen. Die Türkei hat die USA in der Hand (man möchte wohl nicht auf den Luftwaffenstützpunkt Incirlik verzichten?). Und die EU hat man mit dem Flüchtlingsdeal auch in der Hand.

Konjunktur stützt die türkische Lira

Auch hat sich die Konjunktur in der Türkei in letzter Zeit erholt. Dies wirkt beruhigend auf die türkische Lira. Der Analyst David Iusow hat sich aktuell zur Lira geäußert. Auszugsweise zitieren wir ihn wie folgt:

Die türkische Wirtschaft hat sich seit Beginn des Jahres erholen können, nach einem starken Einbruch zuvor. Die Frage ist, wie weit fortgeschritten ist die Erholung bereits, denn sie läuft nun seit drei Quartalen. Um die Erholung zu unterstützen, hat sich die türkische Notenbank dazu entschieden die Zinsen zu senken und signalisierte, dass sie zu weiteren Zinssenkungen bereit ist. Die Inflation dürfte, laut Analysten allerdings in den letzten Monaten des Jahres wieder anziehen, sodass die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen für die kommenden Monate geringer ausfällt.

Ja, so ist es. Die Inflation in der Türkei war in den letzten Monaten deutlich rückläufig. Sie liegt aktuell nur noch bei 8,55%. Und die Notenbanker in Ankara hatten in den letzten Monaten auch drei Mal die Zinsen extrem deutlich gesenkt, nämlich insgesamt von 24% auf 14%. Dies ist der erste Aspekt, den Anleger und Trader mit Blick auf die türkische Lira beachten sollten. Zinsen und Inflation sind deutlich zurückgekommen. Aber nun soll die Inflation wieder etwas steigen. Kann die Notenbank dann den Zins auch wieder erhöhen?

Türkische Lira und die Zinsen

Und da kommen wir auch schon zum zweiten Aspekt, der mit dem ersten Aspekt in Verbindung steht. Es geht um die Zinsen in der Türkei. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Zinsen zum Teufel erklärt. Sie müssen ganz weit runter, die Konjunktur muss angekurbelt werden usw. Das ist alles schon bekannt. Seit Monaten drängt er die türkische Zentralbank zu Zinssenkungen. Sie konnte auch senken wegen der sinkenden Inflation – und außerdem wurde ja auch die gesamte Führungsriege durch Präsident Erdogan ausgetauscht. Aber jetzt gibt es neue Äußerungen von Präsident Erdogan.

Er wolle noch deutlich tiefere Zinsen in der Türkei sehen im nächsten Jahr, so seine heutige Aussage. Und er forderte türkische Unternehmen dazu auf neue Schulden in Lira zu machen, und eben nicht in Fremdwährungen. Denn ja, wenn die Lira abwertet, und somit Euro und US-Dollar aufwerten, verteuern sich die Kreditraten der Schuldner dramatisch. Diese Erfahrung machten türkische Kreditnehmer bereits, weil die Lira seit Jahren stark abgewertet war. So Gott es wolle, werde 2020 ein Jahr sein, wo die Zinsen in der Türkei noch viel weiter fallen werden, so Erdogan heute. Das Problem lautet also: Zieht die Inflation wieder an, und Erdogan fordert „seine“ Notenbanker dazu auf die Zinsen weiter zu senken, hat die Inflation freie Fahrt nach oben. Die aktuelle Aufwertung beziehungsweise Robustheit der Lira könnte dadurch gefährdet sein. Aber die türkische Lira reagierte in den letzten ein, zwei Jahren schon mehrmals völlig unerwartet auf eindeutig schlechte Daten. Man kann daher nur grundsätzlich sagen, dass die aktuelle Robustheit gefährdet sein könnte.

US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 28. Oktober

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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