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Devisen

Türkische Lira wertet ab, nachdem die Zentralbank „entkernt“ wird

Redaktion

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Die türkische Lira (jüngst auch Teflon-Lira genannt) ist seit Wochen am Steigen. Für die meisten Marktbeobachter ist das ein Mysterium. Hat Präsident Erdogan die Marktmechanismen per Zauberhand umgedreht? Stark sinkende Zinsen führen jetzt zur einer steigende Währung? Wir haben ja unlängst vermutet, dass die türkische Zentralbank am Devisenmarkt interveniert, und die türkische Lira stützt. Aber das ist nur eine Vermutung ohne jeden Beleg.

Der folgende Chart zeigt US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 25. Juli. Das Währungspaar ist seitdem von 5,67 bis gestern auf 5,45 gefallen. Also eine deutliche Aufwertung für die Lira. Und das trotz der großen 4,25% Zinssenkung, trotz der Entlassung des Zentralbankchefs durch Präsident Erdogan. Ach ja, und wir haben ganz vergessen zu erwähnen, dass am Montag vermeldet wurde, dass die Inflation in der Türkei wieder gestiegen ist. Aber egal. An der Teflon-Lira glitt einfach alles ab. Bis jetzt.

USD vs Türkische Lira seit 25. Juli

Aktuell dreht die türkische Lira ein klein wenig gen Süden. USDTRY steigt seit gestern von 5,45 auf 5,50 an. Das liegt daran, dass jüngst bekannt wurde, dass die türkische Zentralbank gerade kräftig entkernt wird. Präsident Erdogan hatte ja unlängst gefordert, dass die Zentralbank umgebaut werden müsse. Nicht nur, dass Erdogan höchst persönlich den Chef der Bank vor die Tür setzte und durch jemanden ersetzte, der seinem Wunsch nach Zinssenkungen nachkam. Jetzt werden laut Berichten diverse wichtige und alt gediente Experten in der Bank gefeuert. Neun führende Mitarbeiter sollen entlassen worden sein, darunter auch der Chefvolkswirt. Offenbar (so darf man es vermuten) ist diese Aktion das „Großreinemachen“ (unser Wortspiel), wie es Präsident Erdogan angekündigt hatte.

Damit hat er seinen Schwiegersohn als Finanzminister und eine Notenbank, die de facto das umsetzt, was er wünscht. Wir werden also aller Voraussicht nach weiter fallende Zinsen in der Türkei erleben, egal wie sich die Inflationsrate entwickelt? Und die türkische Lira? Bleibt sie die Teflon-Lira, oder geht die aktuell in einem winzigen Schritt stattfindende Abwertung weiter? Am 12. September findet die nächste reguläre Zinsentscheidung der Zentralbank statt. Gibt es dann die nächste kräftige Zinssenkung? Oder schon vorher?

18 Kommentare

18 Comments

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    Sali

    10. August 2019 10:11 at 10:11

    Die Berichterstattung oder besser gesagt diese Nachricht riecht regelrecht nach wann geht die Türkei unter. Die Türkei also auch die Türkei auch wir würden unser hab und Gut jederzeit verwenden dafür einsetzen für unser Land. Die Türkei hat an allen vier Seiten nur Geier die darauf warten ein Stück von der Beute Türkei abzubekommen.
    Möge Allah niemals dies zulassen. Wir haben nie niemals werden wir vergessen wie Europa Jugoslawien Zerstückelung zugeschaut hat. Das selbe wollen viele viele für Türkei.
    Sali N.!!!

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      Goldi

      11. August 2019 15:03 at 15:03

      Inschallah @Sali!
      Musst du aufpassen, nicht dass irgendein leftuti deine Rechtschreibfehler zählt und hier auf dicke Hose macht.

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        leftutti

        11. August 2019 21:28 at 21:28

        @Goldi, aber nicht doch… Wie Sie wissen, zähle ich die Rechtschreibfehler nur bei denen, die sich die Reinerhaltung des deutschen Blutes und der deutschen Identität sowie die Rettung der deutschen Kultur so stolz auf die schwarz-rot-goldene Fahne geschreben haben. Denn zur Kultur gehören nun mal auch Redewendungen, Sprache und das geschriebene Wort. Und weil genau diese Leute offensichtlich regelmäßig von Montag bis Donnerstag die Schule (zumindest Deutsch, Naturwissenschaften, Politik, Sozialkunde und Geschichte) geschwänzt hatten, möchte ich hier einen kleinen pädagogischen Beitrag zur Kompensation dieser Defizite leisten.

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      Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah

      11. August 2019 20:39 at 20:39

      @Sali, meinst du mit der Zerstückelung Jugoslawiens den demokratischen Prozess, bei dem in Volksabstimmungen etwa 90% der Bürger in den verschiedenen Teilrepubliken für die staatliche Souveränität gestimmt haben? Da hätte man doch aber wirklich einschreiten müssen!
      https://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawien#Zerfall_Jugoslawiens_ab_1991

      Und keine Angst wegen der Türkei: Etwa 2,5 der vier Seiten sind von Meer umgeben, und soweit ich weiß, stehen Geier nicht so auf Salzwasser ;)

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      Hans Wurst

      12. August 2019 14:40 at 14:40

      @Sali, netter Versuch, hier einen auf Türken zu machen. Etwas zu viel Erkan und Stefan oder Kaya Yanar geguckt? 😂😂😂 Fehlende Kommasetzung und völlig unglaubwürdiges Radebrechen können jedoch nicht über die fehlerfreie Rechtschreibung und den korrekten Einsatz der Versalien bei den Substantiven hinwegtäuschen.

      Wie gesagt, netter Versuch, aber etwas zu offensichtlich, dafür sehr amüsant!

      • Avatar

        😂😂😂

        12. August 2019 17:45 at 17:45

        Da bin ich ganz Ihrer Meinung @leftutti

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    Alpaslan

    11. August 2019 14:54 at 14:54

    Meine lieben deutschen Hochverdienten Analysten, Finanzexperten. Hunderte Prognosen über den Absturz der Lira zerplatzen wie Seifenblasen. Erdoğan hat mit all seien Entscheidungen wieder einmal allen kritikern eine Osmanische Schelle verpasst. Es erfreut mich zutiefst, wenn Ich euren anstrengungen zusehe.

  3. Avatar

    Roberto

    12. August 2019 18:27 at 18:27

    @Hadschi halef…, Ja und wenn Alpasan dann in der Türkei Karriere machen möchte und ganz aus versehen ein falsches Wort sagt, das seinem hochgelobten Präsidenten nicht passt oder er er falsch versteht, dann kommt der Alpasan erst mal ganz schnell in den Türkischen Knast damit er gaaaanz viel Zeit hat über die deutschen Finanzexperten nachzudenken.
    Diese Leute ticken nicht richtig….ich darf das sagen weil meine Eltern in den sechziger Jahren nach Deutschland eingewandert sind…aber aus einem anderen europäischen Land. Wir sind aber nach Deutschland gekommen weil wir in Deutschland leben wollten und wir nicht über die deutschen meckern wollten. Wir sind mittlerweile alle deutsche Staatsbürger und unsere Bundeskanzelrin in Angela Merkel und niemand anders…Meine Frau ist deutsche und unsere Kinder sind Deutsche und Europäer. Jeder der nach Deutschland kommt um NUR die Vorzüge zu geniessen aber sich nicht wirklich integrieren will, der sollte doch einfach wieder dort hingehen wo er hergekommen ist. Was würde wohl aus einem deutschen werden der in die Türkei auswandert und dann ständig öffentlich über die Türken meckert ??? KNAST, sonst nix…sorry, aber das musste mal sein…diese Leute sind einfach nur irgendwo im Mittelalter hängen geblieben.

    • Avatar

      Holzmichl

      12. August 2019 20:03 at 20:03

      Schwarz-Rot-Gold über Allen in der Welt?
      Überheblich, überlegen
      Übernehmen, übergeben
      Überraschen, überfallen
      Deutschland, Deutschland über allen?

    • Avatar

      Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah

      12. August 2019 20:48 at 20:48

      @Roberto, gute Frage: „Was würde wohl aus einem deutschen werden der in die Türkei auswandert und dann ständig öffentlich über die Türken meckert ???“ Vermutlich hätte der Menschenrechtsverletzer und Völkermordleugner da aus wirtschaftlich-politischen Gründen noch mehr Skrupel, als bei den eigenen Landsleuten oder gar den ethnischen Minderheiten im Land.

      Alpaslan, der heldenhafte Börsen-Löwe hingegen, gähnt faul in Deutschland rum und freut sich über eine steigende Lira, während er völlig vergisst, dass die Inflation seiner Landsleute zuhause durch die Zinssenkungen weiter befeuert wird. Eine starke Lira mag zwar für Fanatiker eines starken Staates verlockend klingen, sie mag sogar internationale Gläubiger und Ratingagenturen kurzfristig in den Sommerferien beruhigen, es stellt sich jedoch die Frage, wie lange sich die Devisenmärkte noch die osmanische Schelle verpassen lassen.

      • Avatar

        Holzmichl

        12. August 2019 23:36 at 23:36

        …übermächtig, überflüssig
        Übermenschen, überdrüssig
        wer hoch steigt, der wird tief fallen
        Deutschland, Deutschland über allen….?
        Deutschland, mein Herz in Flammen
        Will dich lieben und verdammen
        Deutschland, dein Atem kalt
        So jung, und doch so alt
        Deutschland, deine Liebe
        Ist Fluch und Segen
        Deutschland, meine Liebe
        Kann ich dir nicht geben
        Deutschland!

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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am

Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Devisen

Große Pfund-Wette übers Wochenende, US-Dollar und der Goldpreis

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Symbole für Pfund Euro, Yen und US-Dollar

Über das bevorstehende Wochenende hinweg wird womöglich eine große Pfund-Wette laufen. Die läuft folgendermaßen. Entweder das Pfund wird nächste Woche weiter deutlich fallen, oder es passiert gar nichts. Denn heute Mittag hat der britische Premier Boris Johnson mit einem harten Brexit gedroht. Die EU bewege sich nicht und habe nie ernsthaft verhandelt, so Johnson (hier mehr dazu). Daraufhin war das britische Pfund gegen den US-Dollar und gegen den Euro seit 12:50 Uhr gefallen.

Und die EU-Kommission hat geantwortet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass man weiterhin an einem Deal arbeite, aber nicht zu jeden Preis (sie will wohl nicht als erpressbar in der Öffentlichkeit da stehen). Wie bereits geplant, werde das Verhandlerteam der EU nächste Woche nach London aufbrechen, so ihr kurzer Text. Also: Entweder die Drohung von Boris Johnson sollte lediglich seine eigene Verhandlungsposition verbessern (auf dicke Hose machen), oder es kommt nächste Woche zu einer Konfrontation, die sich nicht mehr lösen lässt. Das wäre wahrscheinlich für das britische Pfund ein ziemlich schlechtes Signal. Den ersten Vorgeschmack gab es vorhin. Euro gegen Pfund steigt von 0,9047 auf 0,9090. Pfund gegen US-Dollar fällt von 1,2957 auf 1,2920. Das waren noch keine Riesen-Bewegungen, aber der Devisenmarkt hat negativ auf die Johnson-Aussagen reagiert. Wer jetzt noch vorm Wochenende eine Pfund-Position öffnet, geht ein großes Risiko ein. Denn man weiß nicht, wie sich die politische Lage übers Wochenende entwickelt.

US-Dollar

Der US-Dollar stand vorhin unter der Fuchtel von US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr wurden die Einzelhandelsumsätze deutlich besser gemeldet als erwartet. Dann um 15:15 Uhr folgten Daten zur US-Industrieproduktion, die schlechter gemeldet wurden als erwartet. Und vorhin um 16 Uhr dann der dritte Akt heute Nachmittag. Daten der Universität von Michigan zeigen ein etwas besser als erwartetes Vertrauen der US-Verbraucher. Der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb) hat sich durch diese drei Daten bis jetzt nur minimal geändert mit einem Anstieg von 93,56 auf 93,63 Indexpunkten.

Goldpreis

Der Goldpreis hat seit 14 Uhr von 1.913 auf jetzt 1.905 Dollar verloren. Wir erinnern an unsere Berichterstattungen der letzten Tage. Immer wieder gab es Anläufe im Goldpreis über die Marke von 1.900 Dollar, sogar deutlich stärker als heute – und immer wieder fiel der Goldpreis unter diese runde Marke. Gold ist seit Tagen nicht stabil und zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtsmove. Hauptsächlich schuld ist der US-Dollar, der sich seit Montag im Aufwärtstrend befindet, und Gold auf dem Weg nach oben blockiert. Im Chart sehen wir seit Wochenanfang den Goldpreis in rot-grün gegen den Dollar-Index in blau.

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar im Kursverlauf

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Allgemein

Brexit: Boris Johnson – steuern auf No Deal zu, harter Abgang wahrscheinlich

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Kommt doch der harte Brexit? Boris Johnson hat genau das soeben angedeutet: solange sich die EU nicht bewege, so der britische Premier, werde es einen No Deal beim Brexit geben. Man würde dann eine Vereinbarung haben wie zwischen der EU und Australien, so Johnson.

Johnson weiter in Schlagzeilen:

– der von der EU vorgeschlagene Deal wie zwischen der EU und Kanada wird nicht funktionieren

– die EU hat nicht wirklich ernsthaft verhandelt, daher sollten wir uns auf einen Brexit ohne Deal vorbereiten

Das britische Pfund zunächst stärker unter Druck, nun aber doch mit einer (volatilen) Erholungsbewegung. Vermutlich gehen die Märkte davon aus, dass doch zu viel auf dem Spiel steht und halten daher die Aussagen von Johnson für eine Drohgebärde ohne wirklich ernsten Hintergrund. Aber aus unserer Sicht meint es Johnson durchaus ernst..

Ein harter Brexit wird wahrscheinlicher, sagt Premier Johnson

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