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Türkische Lira vor kräftiger Abwertung? Aktuelles Szenario – aufpassen!

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Die Türkische Lira steht zunehmend unter Druck, auch wenn sie aktuell noch nicht abstürzt. Bevor wir zur Tagesaktualität kommen, erst mal einen Schritt zurück. Am letzten Wochenende hatte Präsident Erdogan den Zentralbankchef gefeuert. Mitte dieser Woche dann wurde bekannt, dass Erdogan dazu gesagt hatte, dass der Zentralbankchef halt nicht Erdogans Anweisungen gefolgt sei. Tja, das war es dann endgültig mit der Unabhängigkeit der Zentralbank in der Türkei. Auch will Erdogan die Zentralbank komplett umbauen. Am 25. Juli steht die nächste offizielle Zinssitzung an. Man darf annehmen, dass der neue Zentralbankchef die Zinsen senken wird. Dies dürfte die Lira schwächen.

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Russische Raketen für die Türkei

Und jetzt das. Wie es angekündigt wurde (Lieferung im Juli), sind erste Teile der russischen S-400-Raketen in der Türkei eingetroffen. Das bestätigt das türkische Verteidigungsministerium. Dieser Kauf der Türken in Russland gilt als offener Affront des NATO-Mitglieds Türkei gegen seine Bündnispartner, und vor allem gegen Donald Trump. Abgesehen von diesem Abschwenken der Türken vom Einkaufen bei NATO-Partnern dürfte es in den USA eher nicht gut ankommen, dass Erdogan gerade die US-Hersteller im Regen stehen lässt.

S-400 Raketen aus Russland
Älteres Beispielfoto für S-400 Raketen aus Russland. Foto: ru:Участник:Goodvint CC BY-SA 3.0

Die USA hatten der Türkei mit Sanktionen gedroht, falls Ankara wirklich die Raketen in Russland einkaufen werde. Zuletzt aber klang man nicht mehr so aggressiv gegenüber der Türkei. Vielleicht, weil den Amerikanern die extreme Wichtigkeit ihrer Luftwaffenbasis in der Südost-Türkei klar ist, in unmittelbarer Nähe zum Iran und Syrien? Aber wie wir es schon mehrfach schrieben. Jetzt sieht man wohl ab heute die Bilder von russischen Raketen auf türkischem Boden. Wird Donald Trump in einer spontan impulsiven Reaktion doch Maßnahmen gegen die Türkei ergreifen?

Szenario für die türkische Lira

Dazu kommt noch wie schon vorhin beschrieben die Unsicherheit um die Zentralbank. Dieser Faktor dürfte kurz- und mittelfristig deutlich schwerer wiegen als der Raketen-Streit. Präsident Erdogan hat das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Zentralbanker quasi ausgelöscht. Kommt die Zinssenkung, könnte (nicht muss) die Lira sprungartig abwerten. Ob die Zentralbank wirklich die Zinsen senkt? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, aber was ist heutzutage schon zu 100% sicher? Kommt die Zinssenkung erst am 25. Juli oder schon vorher? Kommen US-Sanktionen gegen die Türkei?

Dies sind die Schreckensszenarien, wenn man derzeit über die türkische Lira nachdenkt. Aktuell reagiert die Währung mit einer leichten Abwertung. US-Dollar vs Türkische Lira steigt von 5,67 heute früh auf jetzt 5,72. Wir haben keine Glaskugel. Aber eine weitere Abwertung für die türkische Lira könnte in den nächsten Tagen anstehen. Bilden Sie sich hierzu bitte Ihre eigene Meinung!

USD vs Türkische Lira seit 2. Juli
USD vs Türkische Lira seit 2. Juli.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Hans

    13. Juli 2019 19:15 at 19:15

    Viele denken Herr Trump kann entscheiden gegen die Türkei Sanktionen zu erlassen, dass ist aber falsch, er hat gar keine Wahl, aufgrund bestehender Gesetze und Verträge muß Amerika die Türkei mit Sanktionen belegen. Die einzige Wahl die er hat ist, wie gewaltig die Sanktionen sein sollen.

    • Michael

      14. Juli 2019 20:35 at 20:35

      @Hans, das wäre das erste Mal, dass sich Trump an bestehende Gesetze und Verträge hält.
      Ich erinnere nur einmal an Obamacare, ein Bundesgesetz der Vereinigten Staaten. Oder an den internationalen, globalen Klimavertrag von Paris, auf den sich 197 Vertragsparteien geeinigt hatten. Oder auf das Atomabkommen mit dem Iran…

      Und mal ganz ehrlich: Mit Waffenlieferungen an die Gegner seiner gener wie Saudi-Arabien oder Taiwan nimmt er es ja auch nicht so genau:
      https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-05/jemen-usa-mike-pompeo-waffen-exporte-saudi-arabien-kongress

      • Michael

        14. Juli 2019 20:37 at 20:37

        *die Gegner seiner Gegner

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China – Zentralbankaktionismus vor rundem Geburtstag

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Am 1. Oktober beginnen die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Volksrepublik China. Auch die bereits siebzigjährige chinesische Zentralbank tut ihr Bestes, damit das nationale Jubiläum ein Erfolg wird. Ihr Geschenk: noch mehr Kredite.

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China – alles unter staatlicher Kontrolle

Anders als in den meisten westlichen Volkswirtschaften agiert die Zentralbank in China nicht unabhängig. Die Chinesische Volksbank gehört dem Staatsrat und ist in Sachen Geld- und Währungspolitik Weisungsempfänger der zentralen Volksregierung. Der Zentralbankvorsitzende Yi Gang sowie seine sechs Stellvertreter werden direkt vom Staatsratsvorsitzenden Li Keqiang, der Nummer zwei in China, ernannt und bei Bedarf auch wieder abberufen. Eine Konstellation, von der US-Präsident Trump bereits öffentlich schwärmte.

Doch trotz aller staatlicher Kontrolle und Planung erlebt China quasi zur Unzeit zum 70. Geburtstag einen wirtschaftlichen Abschwung auf breiter Front. Das Wirtschaftswunder Chinas und sogar die Erholung der gesamten Weltwirtschaft fußten bis zu Beginn des Jahres 2018 zu großen Teilen auf der Verschuldungsorgie chinesischer Unternehmen. Die Dimension und die Geschwindigkeit der Kreditexpansion allein durch den offiziellen Banken-Sektor ist atemberaubend.

China vs USA Unternehmensschulden

Daher ist es auch kein Wunder, dass parallel zu dem Zeitpunkt, an dem der Zenit der chinesischen Kreditexpansion überschritten war, auch die Exportnationen Deutschland dynamisch in den Abschwungmodus überging.

Der Versuch, den Ballon weiter aufzublasen

Am vergangenen Freitag beschloss die Chinesische Volksbank, den Mindestreservesatz (RRR) für alle Banken mit Wirkung zum 16. September um 0,5 Prozent zu senken. Für kleinere Banken wir der Satz zusätzlich in zwei Schritten zum 15. Oktober und zum 15. November um 1 Prozent abgesenkt. Mit dieser Maßnahme soll es den Kreditinstituten ermöglicht werden, zusätzlich Darlehen im Volumen von 900 Mrd. Yuan (115 Mrd. Euro) zu gewähren.

Banken Kredite in China

Die jüngste Senkung der Mindestreservesätze ist bereits die dritte in diesem Jahr. Schon im Januar beschloss die Zentralbank auf Weisung des Staatsrats in zwei Stufen die Freisetzung von zusätzlichen 1,28 Billionen Yuan (164 Mrd. Euro) für die Kreditvergabe der Geschäftsbanken. Noch im Mai erklärte der Zentralbankvorsitzende Yi Gang, dass „China keine flutartigen geldpolitischen Anreize einführen wird“ und dass es seine „umsichtige“ Geldpolitik fortsetzen wird, um „die Liquidität auf angemessenem Niveau zu halten“ und gleichzeitig „die antizyklische Anpassung zu verstärken“. Nach dem die bisherigen Maßnahmen gleichwohl verpufft sind, ist eine neue „antizyklische Anpassung“ offensichtlich kurzfristig notwendig geworden.

Fazit

Noch ist unklar, ob der Chinesischen Volksbank das gelingt, was ihre japanischen und europäischen Pendants seit Jahren vergeblich versuchen: den Kreditzyklus künstlich zu verlängern. Noch hat die Zentralbank Munition, um zu handeln. Aber wie heißt es so schön: Man kann das Pferd zur Tränke führen, saufen muss es aber von allein. Ob überschuldete Unternehmen oder Verbraucher den Drang verspüren, in einem allgemeinen Umfeld der wirtschaftlichen Abkühlung noch mehr Geld zu leihen, bleibt abzuwarten. Da hilft selbst eine Weisung von ganz oben nicht, denn auch den Chinesen ist das Hemd näher als die Hose.

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Schweizer Franken gibt Zeichen zwei Tage vor Zinsentscheidung

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Der Schweizer Franken gibt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aktuell ein Zeichen. Das ist gerade jetzt sehr wichtig, denn übermorgen um 9:30 Uhr wird die SNB ihre Zinsentscheidung bekanntgeben. Noch vor der EZB-Zinssenkung letzte Woche vermuteten nicht nur wir, dass die SNB vielleicht zeitnah, aber spätestens übermorgen am 19. September ebenfalls den Leitzins senken würde. Vielleicht von -0,75% auf -0,85%, oder gleich auf -1,00%?

Schweizer Franken hilft die Lage für die SNB zu entspannen

Aber die Lage hat sich geändert. Am letzten Donnerstag nach der Zinsentscheidung der EZB und vor allem nach der folgenden PK vergrößerten sich die Zweifel des Devisenmarktes an der Durchführbarkeit der Anleihekäufe. Es trat eine gewisse Enttäuschung ein. Und nachdem sich der Euro gegen den Schweizer Franken weiter abgeschwächt hatte (Tief im folgenden Chart), stieg EURCHF dann wieder zügig an. Unterm Strich notiert Euro vs Schweizer Franken mit aktuell mit 1,0974 gut 50 Pips höher als vor der Verkündung der EZB letzte Woche.

Somit hat sich der Schweizer Franken abgeschwächt. Alleine heute gab es eine Abwertung von 50 Pips gegenüber dem Euro. Das ist nur zwei Tage vor dem SNB-Entscheid nochmal ein wichtiges Signal (wenn der Kurs sich denn halten kann) in Richtung der Entscheider rund um Thomas Jordan. Sie könnten sagen (rein fiktive Annahme): „Puhhhh, der Fränkli ist nach dem EZB-Entscheid nicht gestiegen, sondern sogar noch etwas gefallen. Gerade nochmal gut gegangen. Dann haben wir jetzt nicht den Druck den Einlagenzins weiter senken zu müssen“.

Es bleibt wohl bei -0,75%

Wird das sinngemäß die Denkweise der Notenbanker sein? Dass der Euro nicht in den Keller rutsche, ist entscheidend für die SNB. Denn sie versucht alles um zu verhindern, dass ein immer stärker werdender Schweizer Franken heimische Produkte im Ausland immer teurer macht, und Urlaub für Ausländer in der Schweiz immer unbezahlbarer. Die Mehrzahl der Analystengemeinde rechnet derzeit damit, dass die SNB übermorgen den Leitzins unverändert bei -0,75% belassen wird. Dieses Szenario ist gut nachvollziehbar.

Könnte es in den Wochen danach zum Beispiel durch den Brexit oder durch eine Verschärfung der Saudi-Iran-Krise zu einer erneuten Flucht in die „Sicheren Häfen“ kommen? Dann gäbe es erneut neben dem Run auf Yen, Gold und Bundesanleihen wohl vermehrt Käufe des Schweizer Franken, unabhängig von dem was die EZB oder SNB tut. Also, der Aufwertungsdruck für den Franken bleibt im Hintergrund vorhanden, und damit auch latent die eventuelle Notwendigkeit, dass die SNB außerplanmäßig die Zinsen weiter senkt, oder im laufenden Devisenhandel interveniert. Aber für den Moment, für diese Woche, da stehen nach aktuellem Stand (!) die Zeichen auf Beibehaltung des aktuellen Zinssatzes.

Euro vs Schweizer Franken seit 11. September

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Euro fällt dank Öl und EZB – neuer Anlauf Richtung 1,0925?

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Der Euro schwächelt seit heute früh. Es ist kein gigantischer Absturz, aber er fällt gegen den US-Dollar von 1,1075 auf jetzt 1,1006. Derzeit schwächt der aktuelle Öl-Schock den Euroraum. Europa importiert massenweise Öl. Und das hat sich übers Wochenende massiv verteuert. Das bedeutet unterm Strich: Es fließt deutlich mehr Geld aus Europa ab Richtung Produktionsländer. Somit dürfte sich die Handelsbilanz von EU und Eurozone spürbar verschlechtern. Der höhere Ölpreis drückt auch tendenziell auf die Konjunktur in Europa. Dieses Schockereignis belastet somit insgesamt den Euro. Für die Dimension des Ölpreis-Anstiegs (größter Sprung seit 1991) verliert der Euro bislang nur sehr mäßig.

Aber da ist aktuell noch mehr. Der EZB-Chefvolkswirt Philip R. Lane meldet sich aktuell zu Wort und verkündet, dass die vor Kurzem von Mario Draghi verkündeten neuen Anleihekäufe im Volumen von 20 Milliarden Euro pro Monat auf lange Sicht keine Probleme für die Kauflimits darstellen würden. Damit ist gemeint, dass die EZB gemäß ihrer eigenen Vorgaben nicht mehr als 33% der von einem Land ausgegebenen Anleihen kaufen darf. Aber oft ist man schon an der Kante angeschlagen. Aber der gute Mann wird es schon besser wissen? Dieser Kommentar lässt vermuten: Ja, die EZB hat weiter Drang gen Süden (weitere geldpolitische Lockerung). Auch diese Aussage hat den Euro in den letzten Minuten ein wenig weiter geschwächt. Man schaue auf diesen Chart. Wird der Euro binnen weniger Tage zum zweiten Mal versuchen das Tief vom 3. September bei 1,0925 anzulaufen? Das Chartbild ist zumindest interessant.

Euro vs USD seit 1. September
Euro vs USD seit 1. September.

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