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Desaster im „Anflug“: Tusk brüskiert May schon vor dem heutigen Treffen – Pfund fällt

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Macht „Donald“ Tusk hier den „Donald“ Trump? Für eine Sekunde kommt einem dieser Gedanke, zumindest bei seiner Wortwahl. Sollte er als EU-Funktionär nicht etwas diplomatischer und gesetzter auftreten? Heute fliegt Theresa May aus London in Brüssel ein, um ihr „Wunder von Brüssel“ hinzubekommen. Sie will neu verhandeln, oder zumindest irgendwas „rausschlagen“, was in London im Parlament als Fortschritt dargestellt werden kann. Nur wenn die Parlamentarier zuhause etwas erkennen, dass sie als weiteres Zugeständnis der EU ansehen, stimmen sie May´s Brexit-Plan vielleicht zu. Und die Zeit bis Ende März wird immer knapper.

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Nur da ist ein Problem. Alle wichtigen EU-Funktionäre haben auch zuletzt immer wieder klar gemacht, dass es keine neuen Verhandlungen geben wird. EU-Ratschef Donald Tusk hat mit der folgenden Twitter-Nachricht von gestern Nachmittag Theresa May schon mal vorab kalt in die Ecke gestellt. Wie müsse ein spezieller Platz in der Hölle aussehen für diejenigen, die den Brexit unterstützt haben, aber ohne die Idee eines Plans, wie er sicher durchgeführt wird, so Tusk.

Na, das kann heute ja ein lustiges Treffen in Brüssel werden! Aber so ganz entmutigen will er May auch nicht. Er hoffe, dass sie einen Vorschlag mitbringe, wie die aktuelle Sackgasse zu beenden sei. Doch alle Welt weiß: Aus dieser Sackgasse gibt es kein Entkommen. Entweder harter Brexit mit harter Grenze zu Irland, oder die Grenze auf der grünen Insel bleibt offen, und UK als ganzes bleibt in der Zollunion.

In einem aktuellen Papier macht Tusk aber die hoffnungslose Lage für die Briten deutlich. Die EU werde nicht neu verhandeln. Auszugsweise im Zitat:

Today our most important task is to prevent a no deal scenario. I would, once again, like to stress that the position of the EU27 is clear, as expressed in the documents agreed with the UK government – that is the Withdrawal Agreement and the Political Declaration – and the EU27 is not making any new offer.

Also, so möchten wir es ausdrücken: Lasst die Spiele beginnen, wir warten auf das heutige „Wunder von Brüssel“. Das britische Pfund jedenfalls scheint heute früh zu merken, dass das Wunder höchst unwahrscheinlich bis unmöglich ist. Es fällt heute früh weiter gegen den US-Dollar auf 1,2903. Gestern Nachmittag notierte es noch bei 1,2975. Ende Januar war es noch ein Kurs von 1,32, wo der Markt unverständlicherweise noch viel optimistischer war. Wir glauben (ein Schuss ins Blaue) weiterhin, dass man sich auf den letzten Drücker darauf einigt, das Brexit-Datum mal kurz nach hinten zu verschieben. Den Briten nochmal Zeit geben – wofür auch immer. Und das Pfund? Heute weiter auf Talfahrt?

Pfund vs USD seit 16. Januar - Tusk macht wenig Hoffnung
Pfund vs USD seit 16. Januar.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Michael

    7. Februar 2019 11:41 at 11:41

    Die Wortwahl ist vielleicht etwas drastisch, oder sagen wir, politisch nicht korrekt. Aber wo er recht hat, hat er recht. Und jeder, dessen Trading-Sensoren bei folgendem Artikel auf hellwach und Alarm geschaltet hatten, darf sich freuen:
    https://finanzmarktwelt.de/britisches-pfund-2-114205/
    Dank an @Claudio Kummerfeld und The European Donald.

  2. leftutti

    7. Februar 2019 12:12 at 12:12

    Aber so ganz entmutigen will er May auch nicht. Er hoffe, dass sie einen Vorschlag mitbringe, wie die aktuelle Sackgasse zu beenden sei. Sollte nicht alleine dieser Satz, all die Hoffnung, die darin schlummert, für eine Rally zugunsten des GBP sorgen? An den Aktienmärkten wäre dies sicher so der Fall.

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Brexit: Eine armselige Wette von Theresa May – für das Pfund gut genug

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Und mal wieder war Theresa May in Brüssel, und mal wieder hat sie mit Jean-Clause Juncker irgendwas in Sachen Brexit besprochen. So richtig im Detail interessiert das kaum noch jemanden. Aber was soll das Ganze? Hier erst einmal ein paar kurze Wortschnipsel aus Sicht der EU-Kommission, und danach eine Videobotschaft von Theresa May. Danach unser Kommentar.

Brexit Bla Bla

Kommissionpräsident Juncker und Premierministerin May sind zusammengekommen, um Bilanz zu ziehen über ihre Bemühungen, einen geordneten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU zu erreichen. Sie sprachen über die Rückversicherung (Backstop), um eine harte Grenze auf der irischen Insel zu vermeiden, sowie die politische Erklärung über die künftigen Beziehungen. Präsident Juncker und Premierministerin May vereinbarten, noch vor Ende des Monats erneut miteinander zu reden.

Ihr Gespräch betraf folgende Punkte:

Welche Garantien könnten in Bezug auf die Backstop-Lösung gewährt werden, die einerseits deren vorrübergehenden Charakter betonen und andererseits hinreichende Rechtssicherheit für beide Seiten bieten? Beide Gesprächsteilnehmer bekräftigten ihre Entschlossenheit, eine harte Grenze auf der irischen Insel zu vermeiden und die Integrität des EU-Binnenmarkts und des Vereinigten Königreichs zu wahren. Premierministerin May würdigte den Standpunkt der EU und insbesondere das Schreiben von Präsident Tusk und Präsident Juncker vom 14. Januar. Sie begrüßte die anhaltende enge Zusammenarbeit der Task Force 50 mit ihrem Team.

Präsident Juncker und Premierministerin May erklärten übereinstimmend, dass die Gespräche konstruktiv verlaufen seien, und forderten ihre jeweiligen Teams auf, die verschiedenen Optionen konstruktiv zu prüfen. Aufgrund des knapp bemessenen Zeitrahmens und der historischen Bedeutung einer zukünftigen tiefen und einzigartigen Partnerschaft zwischen der EU und dem Vereinigten Königreichs sollen die Fortschritte bereits in den kommenden Tagen überprüft werden.

Der entscheidende Punkt ist: Theresa May soll für ihr Parlament in London einen verbesserten Austrittsvertrag aus Brüssel mitbringen. Ihr einziger kleiner Hoffnungsschimmer ist derzeit folgender: Die Brexit-Befürworter haben Angst, dass UK nicht nur als Übergangsphase, sondern dauerhaft in der Zollunion mit der EU bleibt, und damit de facto EU-Mitglied ohne Stimmrecht wäre. Die Brexit-Befürworter wollen nun mal raus aus der EU! Die Nordirland-Frage wird davon geprägt, wie die Grenze zu Irland (EU) offen bleiben kann. Bislang ist geregelt, dass sie offen bleiben kann, weil UK als Ganzes ja erst einmal in der Zollunion bleibt. Nun soll angeblich ein Anhang an den Brexit-Vertrag geheftet werden, in dem vereinbart wird, dass der Verbleib in der Zollunion definitiv kein Dauerzustand sein wird.

Mit so einem Anhang könnte May ihre Hardliner in der eigenen Partei vielleicht etwas besänftigen, dass man in zwei, drei Jahren doch so richtig rauskommt aus der EU. May hofft (da sind sich viele Beobachter einig), dass die Zeit für sie arbeitet. In fünf Wochen ist Brexit-Tag, und bis dahin müssen die Parlamentarier mehrheitlich ihrem Deal mit der EU zustimmen, wonach UK erst einmal in der Zollunion verbleibt. Tun sie dies nicht, gibt es einen harten Brexit mit Zöllen.

Die Wette lautet: Die Parlamentarier aus der Opposition bekommen es mit der Angst zu tun, dass es einen harten Brexit gibt, und stimmen letztlich doch für May´s Deal mit Brüssel. Aber bitte, was für eine armselige Hoffnung oder auch Wette ist das? Aktuell versucht sie etwas rauszuschlagen für ihre eigenen Partei-Hardliner. Sie sollen die Gewissheit haben, dass der Verbleib in der Zollunion nur für einen Übergangszeitraum anhält. Aber inhaltlich, da hat sich nichts geändert.

Denn man bedenke: UK wollte eigentlich einen Handelsvertrag mit der EU schließen, wo UK weiterhin frei mit der EU handeln darf ohne Zölle, aber wo die Personenfreizügigkeit abgeschafft wird. Und daran war ein echter neuer Handelsvertrag gescheitert, seit zwei ganzen Jahren! Und in diesem entscheidenden Punkt gab es bis heute keinerlei Bewegung auf beiden Seiten. Und so ist all das, was heute verhandelt wird, nur ein absolutes Provisorium. Wie die Amerikaner sagen würden „kicking the can down the road“. Die Dose die Straße runterkicken, das Problem auf den Nachfolger verschieben. Dann muss der zusehen, wie es gelöst wird.

Das Pfund ist frohen Mutes

Der Devisenmarkt scheint derzeit wohl zu glauben, dass May´s armseliges Spiel Erfolg haben könnte. Und ja, in der Tat. Vielleicht hat sie damit wirklich Erfolg. Nur noch fünf Wochen, und politisch herrscht absoluter Stillstand. Brexit-Befürworter und Gegner stehen sich unversöhnlich gegenüber, und es findet sich keine Mehrheit für May´s EU-Deal (der ja nur ein Provisorium ist). Aber die pure Angst, ja nur die pure Angst vor einem harten Brexit könnte zahlreiche Parlamentarier in letzer Sekunde dazu bewegen doch für May´s Plan zu stimmen. Oder es gibt eine Verschiebung des Austrittstermins.

Aber wie gesagt, der Devisenmarkt ist optimistisch (diese Einschätzung muss man nicht zwingend teilen). Das Pfund (im Chart gegen USD seit 10. Januar) zeigte wochenlang Schwäche und fiel von 1,32 auf unter 1,28. In der letzten Woche dann die Erholung auf aktuell 1,3037. Wir trauen diesem Frieden nicht. Also bitte, Vorsicht im Pfund. Alles ist möglich.

Brexit Pfund vs USD

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