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Desaster im „Anflug“: Tusk brüskiert May schon vor dem heutigen Treffen – Pfund fällt

Claudio Kummerfeld

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Macht „Donald“ Tusk hier den „Donald“ Trump? Für eine Sekunde kommt einem dieser Gedanke, zumindest bei seiner Wortwahl. Sollte er als EU-Funktionär nicht etwas diplomatischer und gesetzter auftreten? Heute fliegt Theresa May aus London in Brüssel ein, um ihr „Wunder von Brüssel“ hinzubekommen. Sie will neu verhandeln, oder zumindest irgendwas „rausschlagen“, was in London im Parlament als Fortschritt dargestellt werden kann. Nur wenn die Parlamentarier zuhause etwas erkennen, dass sie als weiteres Zugeständnis der EU ansehen, stimmen sie May´s Brexit-Plan vielleicht zu. Und die Zeit bis Ende März wird immer knapper.

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Nur da ist ein Problem. Alle wichtigen EU-Funktionäre haben auch zuletzt immer wieder klar gemacht, dass es keine neuen Verhandlungen geben wird. EU-Ratschef Donald Tusk hat mit der folgenden Twitter-Nachricht von gestern Nachmittag Theresa May schon mal vorab kalt in die Ecke gestellt. Wie müsse ein spezieller Platz in der Hölle aussehen für diejenigen, die den Brexit unterstützt haben, aber ohne die Idee eines Plans, wie er sicher durchgeführt wird, so Tusk.

Na, das kann heute ja ein lustiges Treffen in Brüssel werden! Aber so ganz entmutigen will er May auch nicht. Er hoffe, dass sie einen Vorschlag mitbringe, wie die aktuelle Sackgasse zu beenden sei. Doch alle Welt weiß: Aus dieser Sackgasse gibt es kein Entkommen. Entweder harter Brexit mit harter Grenze zu Irland, oder die Grenze auf der grünen Insel bleibt offen, und UK als ganzes bleibt in der Zollunion.

In einem aktuellen Papier macht Tusk aber die hoffnungslose Lage für die Briten deutlich. Die EU werde nicht neu verhandeln. Auszugsweise im Zitat:

Today our most important task is to prevent a no deal scenario. I would, once again, like to stress that the position of the EU27 is clear, as expressed in the documents agreed with the UK government – that is the Withdrawal Agreement and the Political Declaration – and the EU27 is not making any new offer.

Also, so möchten wir es ausdrücken: Lasst die Spiele beginnen, wir warten auf das heutige „Wunder von Brüssel“. Das britische Pfund jedenfalls scheint heute früh zu merken, dass das Wunder höchst unwahrscheinlich bis unmöglich ist. Es fällt heute früh weiter gegen den US-Dollar auf 1,2903. Gestern Nachmittag notierte es noch bei 1,2975. Ende Januar war es noch ein Kurs von 1,32, wo der Markt unverständlicherweise noch viel optimistischer war. Wir glauben (ein Schuss ins Blaue) weiterhin, dass man sich auf den letzten Drücker darauf einigt, das Brexit-Datum mal kurz nach hinten zu verschieben. Den Briten nochmal Zeit geben – wofür auch immer. Und das Pfund? Heute weiter auf Talfahrt?

Pfund vs USD seit 16. Januar - Tusk macht wenig Hoffnung
Pfund vs USD seit 16. Januar.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Michael

    7. Februar 2019 11:41 at 11:41

    Die Wortwahl ist vielleicht etwas drastisch, oder sagen wir, politisch nicht korrekt. Aber wo er recht hat, hat er recht. Und jeder, dessen Trading-Sensoren bei folgendem Artikel auf hellwach und Alarm geschaltet hatten, darf sich freuen:
    https://finanzmarktwelt.de/britisches-pfund-2-114205/
    Dank an @Claudio Kummerfeld und The European Donald.

  2. Avatar

    leftutti

    7. Februar 2019 12:12 at 12:12

    Aber so ganz entmutigen will er May auch nicht. Er hoffe, dass sie einen Vorschlag mitbringe, wie die aktuelle Sackgasse zu beenden sei. Sollte nicht alleine dieser Satz, all die Hoffnung, die darin schlummert, für eine Rally zugunsten des GBP sorgen? An den Aktienmärkten wäre dies sicher so der Fall.

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Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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