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Uber: IPO-Filing eingereicht – kostet das Lyft-Debakel 20 Milliarden Dollar Börsenwert?

In den letzten Monaten hatte Uber von Wall Street-Banken Schätzungen erhalten. Der weltweit größte Fahrdienstanbieter (Taxi-Alternative) könne bei einem Börsengang mit gut 120 Milliarden Dollar bewertet werden. Diese Woche sickerte durch, dass Uber Investoren mitteilte, dass man wohl eine Gesamtbewertung des Unternehmens von bis zu 100 Milliarden Dollar ansetzen werde. Was ist passiert?

Kostet Lyft 20 Milliarden Dollar Bewertung?

Der kleinere Konkurrent „Lyft“ ging vor wenigen Tagen an die Börse, und erlebt bis jetzt ein wahres Kurs-Debakel. Bei einer Erstnotierung von über 87 Dollar und einem Emissionspreis von 72 Dollar liegt die Lyft-Aktie Schluss gestern Abend nur noch bei 61,01 Dollar. Seit Tagen ging es immer weiter in den Keller. Das mag der Grund gewesen sein, warum Uber jetzt wohl einen Tick vorsichtiger ist bei seinem aufgerufenen Gesamtwert für die Emission. Hat Lyft also Uber gut 20 Milliarden Dollar Börsenwert gekostet, noch vor dem ersten Handelstag?

Uber hat jetzt sein offizielles Filing bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Das Tickersymbol an der New York Stock Exchange wird „UBER“ heißen. Der Börsengang wird im Mai stattfinden. Die genaue Preisspanne für die Emission wird noch mitgeteilt. Bekannt gegeben hat das Unternehmen heute Nacht vor allem Infos zu Finanzkennzahlen.

2018 erreichte man einen Umsatz von 11,27 Milliarden Dollar (+42% gegenüber 2017). Der Nettogewinn lag bei 997 Millionen Dollar. Aber das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted EBITDA) zeigt einen Verlust von 1,85 Milliarden Dollar. Monatlich aktive „Plattform-Konsumenten“ meldet Uber 91 Millionen für das 4. Quartal 2018, was ein Plus von 35% gegenüber dem 4. Quartal 2017 darstellt. 1,49 Milliarden Fahrten wurden durchgeführt gegenüber 1,09 Milliarden Fahrten im 4. Quartal 2017.

Große Uber-Aktionäre

Bekannt wird durch dieses aktuelle Filing auch, wer bisher vorbörslich die größten Aktionäre sind, und somit einen fetten Schnitt (auf dem Papier) machen dürften beim IPO. Der SoftBank Vision Fund hält indirekt 16,3%, Benchmark Capital Partners hält 11%, Ubers ehemaliger CEO Travis Kalanick hält immer noch 8,6% und wird somit ca 8,6 Milliarden Dollar schwer sein, zumindest auf dem Papier. Der Staatsfonds von Saudi-Arabien hält 5,3%. Und siehe da, die Google-Mutter Alphabet hält 5,2% an Uber.

Uber warnt in seinem Filing auch vor diversen Risiken wie einem hohem Konkurrenzdruck, und der eventuellen Notwendigkeit den Fahrern mehr zahlen zu müssen, und den Kunden bessere Konditionen anbieten zu müssen. Auch schreibt man, dass in der absehbaren Zukunft die operativen Kosten „signifikant“ steigen dürften. Frage: Ist das Unternehmen bei diesen Zahlen und der Erwartung steigender Kosten wirklich 100 Milliarden Dollar wert?

Uber
Foto: Uber



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