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UBS & Credit Suisse: Nach dem 15. Januar begann die Party erst richtig

Von Claudio Kummerfeld

Am 15.01.2015 hob die Schweizer Nationalbank die Schwelle von 1,20 für Euro vs Schweizer Franken auf. Der Franken wertete rasant gegenüber dem Euro auf. Die Folgen sind bekannt: massive Probleme für die Schweizer Wirtschaft. Auch die Banken würden in diesem Abwärtsstrudel leiden – sollte man meinen – deswegen stürzten die Aktien der beiden Bank-Giganten UBS und Credit Suisse schlagartig nach der Aufhebung der Schwelle ab, um 17% und 16%. Wenige Tage nach dem 15.01.2015 hatten beide Banken verkündet diese Turbulenzen ohne größere Handelsverluste überstanden zu haben. Dadurch erholten sich ihre Aktien recht zügig.

UBS
UBS-Aktie seit Oktober 2014.
CreditSuisse
Credit Suisse-Aktie seit Oktober 2014.

In beiden Charts erkennt man deutlich den drastischen Einbruch parallel zur Aufwertung des Franken am 15.01.2015. Man hätte von einer dauerhaften Schwächephase für die beiden Banken ausgehen können, aber das Gegenteil geschah. Beide haben sich seitdem mehr als erholt und steigen immer weiter.

Während der Aufrechterhaltung der 1,20-Schwelle durch die Schweizer Nationalbank war der Franken de facto bei 1,20 Franken für 1 Euro eingefroren. Aktiver Devisenhandel in der eigenen Landeswährung lohnte sich kaum, da nur minimalste Preisschwankungen geschahen. Stieg das Währungspaar EURCHF mal ein paar Ticks an, ging es kurz darauf wieder runter Richtung 1,20. Seit der Aufhebung der Schwelle ist der Handel wieder aktiv möglich und die Erlöse aus dem Devisenhandel tragen zu deutlich höheren Gewinnen der beiden Banken bei.

Für das 1. Quartal 2015 vermeldet z.B. die UBS eine Steigerung der Investmentbanking-Gewinne gegenüber dem 4. Quartal 2014 um sagenhafte 232%. Grund dafür, Zitat aus dem UBS-Quartalsbericht:

„Ohne das Risikoprofil zu erhöhen, generierte Investor Client Services mit CHF 1863 Millionen hohe Erträge unter Einhaltung strikter Disziplin im Risikomanagement. Das Geschäft profitierte vom Anstieg der Marktvolatilität und der regen Kundenaktivität, die massgeblich zur Performance in den Bereichen Devisen, Zinsen und Kredite, Aktienderivate und globale Finanzierungsdienstleistungen beitrugen.“

Nächste Woche am 28.07. sind wir schlauer, ob die sensationellen Zahlen der UBS erneut übertroffen werden können, dann vermeldet die Bank nämlich ihr Ergebnis für das 2. Quartal. Credit Suisse meldet bereits übermorgen.



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