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Über Geld: Stimmt da was nicht?

Anmerkungen zur eskalierenden Geld-Party. Und warum die Party vielleicht schon vorüber ist..

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FMW-Redaktion

Kurz vor dem Wochenende ein paar Anmerkungen zur unwichtigsten Nebensache der Welt: das Geld!

Wir starten mit Deutschland, das relativ viel davon hat – schon deshalb, weil wir ein so großes Handelsbilanz-Plus erzielen. Im Februar – die Daten sind heute veröffentlicht worden – waren es 21 Milliarden Euro, der größte je im Februar erzielte Überschuss. Don´t tell Trump!

Und vielleicht werden wir dieses Geld noch ganz ganz dringend brauchen. Denn Deutschland und Frankreich erreichen neue Rekorde bei den Target2-Salden:der Überschuss Deutschlands ist nun deutlich größer als auf dem Höhepunkt der Euro-Krise, das gilt im negativen Bereich ebenso für Italien. Und Mario Draghi hat kürzlich klar gemacht: wenn ein Land aus der Eurozone austritt, muss es seine Target-Verbindlichkeiten begleichen. Das Problem dabei ist nur: Italien wäre dazu gar nicht in der Lage! Also möglich, dass da bald viele hundert Milliarden Euro für Deutschland sich gewissermaßen in Nichts auflösen:

Aber Geld gibt es ja genug – es ist vielleicht nur ein bisschen ungleichmäßig verteilt! Besonders viel gibt es Dollar-Geld: noch im Jahr 1900 betrug das Dollar-Geldvolumen sieben Milliarden Dollar. 1950 waren es dann schon 55 Milliarden Dollar. Und dann geht es sehr schnell: 1960 liegt das Dollar-Geldvolumen schon bei 151 Milliarden, also fast eine Verdreifachung in nur zehn Jahren!

Und dann geht es noch schneller: zwischen 1970 und 1980 beträgt das Dollar-Geldvolumen 400 Milliarden, mit Aufhebung der Gold-Bindung des Dollars durch Nixon steigt es dann auf 1560 Milliarden bzw. 1,560 Billionen. Also mehr als eine Verdreifachung. Zwischen 1990 und dem Jahr 2000 dann eine erneute Verdopplung auf 3,277 Billionen. Zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2010 liegen wir dann bei knapp 5 Billionen.

Und jetzt kommt´s: im Jahr 22017 erreichen wir 13,291 Billionen, auch weil die Fed im Rahmen ihres QE Anleihen im Volumen von 4,5 Billionen Dollar gekauft hat! Und nun sagt die Fed im FOMC-Protokoll: wir wollen unsere Bilanzsumme verringern. Aber Verringerung ist unserem Geldsystem eigentlich vorgesehen, weil die Party muss doch weiter gehen, höher schneller weiter!

Jetzt gibt es böse Zungen, die sagen: wenn die Fed wirklich ernst macht mit der Verringerung der Bilanzsumme, dann ist auch die Party an den Märkten vorbei, sowohl bei den Aktien- als auch an den Anleihemärkten. Aber hören Sie besser nicht auf solche Miesmacher: das sind im Zweifel sicher diejenigen, die einfach zu wenig Geld haben..

Eine wunderbare Infografik zur Dollar-Geldmenge finden Sie hier..


Foto: Nic McPhee / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    gerd

    7. April 2017 12:15 at 12:15

    Gut, besonders auch der letzte Satz.

  2. Avatar

    leser

    7. April 2017 12:36 at 12:36

    Wenn wir im Jahr 22017 (!!) 13,291 Billionen erreichen würden, wäre das keine Meldung wert…

    Das ist übrigens die Inflation – nicht der Anstieg der Verbraucherpreise als bloße Folge der Geldmengenausweitung.

    Dazu passt ganz aktuell diese Infografik, die mir heute morgen über den Bildschirm lief: http://www.goldseiten.de/artikel/326460–Infografik~-Die-Kaufkraft-des-US-Dollars.html

    • Avatar

      leser

      7. April 2017 12:38 at 12:38

      Mein Fehler: Den Link am Schluss übersehen.

  3. Avatar

    joah

    7. April 2017 17:27 at 17:27

    »Aber Verringerung ist [in] unserem Geldsystem eigentlich [nicht] vorgesehen, weil die Party muss doch weiter gehen, höher schneller weiter!«

    Korrekturen in fett, da sonst sehr wahrscheinlich inhaltsverzerrend (?)

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Finanznews

Aktienmärkte: Dax scheitert glorreich! Marktgeflüster (Video)

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Die Aktienmärkte in Europa, aber auch in den USA haben heute anfängliche Gewinne zum Teil wieder abgegeben. Der Dax erreichte zwar kurz ein neues Allzeithoch, konnte dieses Niveau aber nicht halten – einer der Gründe war eine Gewinnwarnung von Daimler. Der andere Grund ist, dass sich das Coronavirus nicht nur in immer mehr Länder ausbreitet, sondern auch die Sterblichkeitsrate steigt. Die US-Indizes S&P 500 und Nasdaq zwischenzeitlich mit neuen Allzeithochs, beim Dow Jones bremst die Boeing-Aktie. Tesla hat nun eine höhere Marktkapitalisierung als Volkswagen – ein (extremes) Symtpom für die Überbewertung der amerikanischen Aktienmärkte! Der Dax dagegen sollte zeitnah das heutige Allzeithoch überwinden, sonst droht charttechnisches Ungemach. Trumps Drohungen in Sachen Autozölle werden unterdessen immer konkreter..

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Aktien

Netflix-Aktie: Wieso es Zeit sein könnte von der Story Abschied zu nehmen

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Netflix Beispielfoto eines Konsumenten

Wird die Netflix-Aktie den Bach runtergehen? War es das jetzt mit der großen Wachstumsstory? Bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich an die Worte von Amazon-Chef Jeff Bezos erinnern. Der sagte grundsätzlich zum Thema Unternehmenspleiten, dass auch große schillernde Unternehmen der jeweiligen Zeit irgendwann vom Markt verschwinden. Auch Amazon werde früher oder später dieses Schicksal erleiden. Unternehmen würden kommen und gehen. Meint er damit eine grundsätzliche natürliche Fluktuation beziehungsweise Veränderung, die gesund ist? Alte Angebote, die nicht mehr vom Konsument nachgefragt werden, können durch neue Angebote ersetzt werden. Mir fällt da zum Beispiel das Medium Internet ein, dass die Zeitungsbranche nach und nach pulverisiert. Im Fall Netflix trifft dieser Vergleich nicht so ganz zu – hier geht es mehr darum, dass der erste Anbieter am Markt nun Probleme bekommt, weil andere Anbieter mitbekommen haben, dass da Geld zu verdienen ist. Bloße Verdrängung statt Disruption!

Konkurrenz macht ernsthafte Probleme

Aso, wo ist jetzt das Problem für die Netflix-Aktie? Nun, Netflix als Unternehmen ist sozusagen der Pionier der Streaming-Industrie. Man war als erster am Markt. Und nun kommen große Konkurrenten, die wie zum Beispiel Walt Disney einen riesigen Berg an eigenen Medieninhalten mitbringen, den sie in ihre eigenen Angebote packen können. „Disney+“ gewann schon ziemlich schnell nach dem Start des eigenen Angebots im November viele Kunden. Das Problem für Netflix: Die großen Konzerne wie Apple und Disney graben nun Kunden ab. Und noch wichtiger: Diese Konkurrenz ist unendlich finanzkräftiger als Netflix, kann also mit jeder Menge Cash die eigenen Produkte günstig anbieten, und notfalls immer weiter nachlegen mit mehr Inhalten, Preissenkungen etc. Die Frage ist, ob Netflix diesen „Streaming War“ dauerhaft überleben kann.

Schon jetzt kurz nach dem Start von Disney+ sieht man, dass Netflix im Heimatmarkt USA Probleme hat. Die gestrigen Quartalszahlen zeigen das deutlich. Das Nutzerwachstum in Nordamerika ist auf 0,55 Millionen in drei Monaten geschrumpft. Das insgesamt tolle Nutzerwachstum von insgesamt 8,76 Millionen neuen Abonnenten verdankt man dem Wachstum im Ausland. Das ist kurzfristig vielleicht eine Rettung für Netflix. Aber man darf ja wohl annehmen, dass die großen Konzerne ihre Angebote nach und nach auch im Ausland anbieten werden. Wie man sieht… Disney bietet seinen Streaming-Dienst ab März schon in Deutschland an.

Von daher dürften die guten Finanzdaten und Abo-Wachstumsraten, die Netflix gestern präsentiert hat, nur kurzfristig die gute Laune am Leben halten. Bisher geht die Wachstumsstory weiter. Aber die Daten für die USA zeigen schon, wie es auch in ausländischen Märkten bald aussehen könnte. Und nochmal… Apple, Disney und Co haben in Sachen Finanzkraft den viel längeren Atem als Netflix. Der Finanzvorstand des Unternehmens Spencer Neumann sagte gestern zur Präsentation der Quartalszahlen, dass es in den USA einen verschärften Konkurrenzkampf gebe. Im Vergleich zur Konkurrenz habe Netflix hohe Preise, und es gebe bereits eine leicht erhöhte Abwanderungsrate von Kunden.

Die Party in der Netflix-Aktie ist vorbei?

Die aktuellen Daten wie Gewinn und Abo-Wachstum waren gestern richtig, richtig, richtig gut! Auf den ersten Blick durfte man sich wundern, warum die Netflix-Aktie gestern nachbörslich nicht kräftig nach oben schoss, sondern 1,5% verlor. Aber die Beobachter sahen, dass das Unternehmen für das laufende 1. Quartal „nur“ ein Abo-Wachstum von 7 Millionen anpeilt, bei bisherigen Erwartungen von +7,8 Mio. Das Wachstum dürfte sich mehr und mehr aufs Ausland verlagern.

Meine These: Zuerst in den USA (neben Apple und Disney gibt es da ja noch Anbieter wie Amazon, Viacom, Hulu und Comcast) wird die Verdrängung einsetzen. Alle Anbieter können dauerhaft nicht parallel überleben. Ob Netflix die Preise senken oder noch mehr in Eigenproduktionen pumpen muss? Vermuten darf man, dass die Gewinne leiden werden, dass die Abo-Zahlen sogar schrumpfen usw. Wird damit das Ende der Erfolgsstory für Netflix eingeläutet? Ist die große tolle Wachstumsstory für die Netflix-Aktie damit nun so langsam zu Ende? Möglich ist das. Das Ausland könnte kurzfristig die Laune oben halten. Aber die Glaskugel habe ich ja auch nicht. Wissen kann man es vorher nie, wie dieser Streaming-Krieg ausgehen wird. Vielleicht wird Netflix von einem der großen Konzerne vielleicht aufgekauft? Oder es passiert sonst irgendetwas Unvorhersehbares? Als Anleger sollte man sich zumindest Gedanken darüber machen, dass die ganz rosigen Zeiten für Netflix vorbei sind, wo man fast alleine am Markt war.

Im Chart sieht man die Netflix-Aktie seit dem Jahr 2007. Die große Wachstumsstory lief jahrelang wie geschmiert. Die Aktie stieg von nur 4 Dollar (!) auf 422 Dollar im Jahr 2018. Gigantische Gewinne! Aber seitdem stagniert die Entwicklung. Sieht der Markt seit zwei Jahren, dass dank der Konkurrenz die Party vorbei ist?

Netflix-Aktie im Verlauf seit 2007

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Finanznews

Aktienmärkte: Allzeithochs – und schlechte Nachrichten! Videoausblick

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Die Aktienmärkte der USA haben gestern wieder einmal Allzeithochs erreicht – und heute könnte der Dax endlich seinen höchsten je erreichten Stand erreichen. Und das trotz schlechter Nachrichten: das Coronavirus breitet sich immer weiter aus und könnte weiter mutieren – und das kurz vor Beginn der Reise von hunderten Millionen von Chinesen am Neujahresfest. Die Epidemie könnte China (und andere Länder) viel Wachstum kosten (bei SARS verlor China zwischen 1% und 2% des BIP). Auch aus den USA schlechte Nachrichten: Boeing geht nicht davon aus, dass vor Sommer die 737Max wieder zugelassen wird – und das dürfte die US-Wirtschaft pro Quartal 0,5% des BIP kosten. Die Aktienmärkte Asiens nach der eigentlich alarmierenden Pressekonferenz der chinesischen Gesundheitsbehörde dennoch im Plus, der Dax vorbörslich über 13600 Punkten..

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