Aktien

Über Plug Power ziehen sich dunkle Wolken zusammen – Anwälte klagen

Anwaltskanzleien klagen gegen Plug Power. Die Aktie verlor bereits seit März 50 Prozent an Wert wegen Problemen bei den Jahresabschlüssen.

Ein Gerichtsgebäude in New York

Wir erinnern uns. Der Hersteller von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen Plug Power war Anfang des Jahres einer der Highflyer am Aktienmarkt, neben Werten wie Nel ASA und Ballard Power. Dann wurde am 16. März vom Unternehmen gemeldet, dass man Finanzberichte der letzten Jahre korrigieren müsse. Bereits am 2. März erklärte Plug Power, dass man seinen Jahresabschluss für 2020 nicht rechtzeitig veröffentlichen könne. Und die Aktie fiel seitdem deutlich. Am 2. März noch bei 51 Dollar, so waren es am 16. März noch 46 Dollar. Bis gestern ging es deutlich bergab auf 25,25 Dollar. In der frühen New Yorker Vorbörse sehen wir ein weiteres Minus von 1 Prozent. War das nicht schon schlimm genug?

Klagen gegen Plug Power

Aber es kam wie es kommen musste. Heute früh nun haben US-Anwaltskanzleien bekanntgegeben, dass sie Klage gegen Plug Power einreichen werden. Denn Anleger, die in bestimmten Zeiträumen die Aktie gehalten haben, könnten möglicherweise eine Entschädigung für ihre Kursverluste verlangen, so die Kanzleien. Hier die Meldung von Kessler Topaz Meltzer & Check, und hier die Meldung der Kanzlei J. Klein. Wer von November bis Anfang März Verluste in der Aktie machte, könnte sich also dort melden und versuchen sich Verluste erstatten zu lassen.

Aktie im Vergleich zur Konkurrenz

Das sind keine guten Nachrichten für Plug Power. Nicht nur dass sich der Aktienkurs seit Anfang März halbiert hat – nun hat man auch noch diese Klagen am Hals. Kurios: Vergleicht man mal die prozentuale Performance der Aktien von Plug Power mit der von Nel ASA und Ballard Power sagen wir mal seit Anfang Dezember 2020, dann performt Ballard mit +- Null, Nel ASA mit +5,3 Prozent, und Plug mit ebenfalls +5,3 Prozent. Dass die Aktie von Plug Power unterm Strich nicht schlechter da steht als die Konkurrenz, liegt einfach daran, dass die Aktie in der Rallye-Phase im Januar deutlich kräftiger anstieg als die beiden, und jetzt eben von einem höheren Gewinn-Niveau zurückkommt.

Fehleinschätzung?

Andreas Wolf hatte vorgestern die Aktien von Ballard Power und Plug Power besprochen (siehe hier sein Kommentar). Sie seien ziemlich ausgepumpt. Die ungezügelte Kursphantasie sei erst mal zu Ende – damit sei aber nicht gesagt, dass sich nun eine neue Aufwärtsspekulationswelle anschließt. Laut Andreas Wolf hat sich der Wettbewerb in wesentlich kürzerer Zeit verändert als das die Märkte im vergangenen Jahr noch angenommen hätten.

So hätten gerade zum Jahreswechsel viele Marktteilnehmer durch den starken Wandel der Automobilindustrie hin zu elektrischen Antrieben mit einem Auftragsboom für die etablierten Produzenten in diesem Sektor gerechnet. Wenige hingegen hätten die Entschlossenheit der großen Automobilhersteller einkalkuliert, selbst auf diesem Sektor aktiv zu werden und rasch in Konkurrenz zu großen, bekannten Entwicklern wie Ballard Power und Plug Power zu treten.

Chart zeigt Kursverlauf der Plug Power-Aktie seit Dezember 2020
TradingView Chart zeigt Kursverlauf der Aktie von Plug Power seit Dezember 2020.



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