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Überhitzter Arbeitsmarkt und überhitzter Kreditmarkt in Kanada: Alle Zeichen auf weiter steigende Zinsen

Dass der Immobilien- und Kreditmarkt in Kanada inzwischen so heiß gelaufen ist, dass er eigentlich explodieren müsste, haben wir in den letzten Monaten schon mehrmals berichtet. Aber auch die heute veröffentlichten...

FMW-Redaktion

Dass der Immobilien- und Kreditmarkt in Kanada inzwischen so heiß gelaufen ist, dass er eigentlich explodieren müsste, haben wir in den letzten Monaten schon mehrmals berichtet. Aber auch die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten zeigen, dass die kanadische Volkswirtschaft überhitzt. Die Ölpreis-Krise der letzten zwei Jahre scheint man erstaunlich gut verkraftet zu haben, obwohl man in der westlichen Provinz Alberta quasi nur vom Ölsand lebt.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne steigen aktuell um 2,2% – der stärkste Zuwachs seit einem Jahr. 112.000 neuen Vollzeitstellen steht laut kanadischer Statistikbehörde der Verlust von 102.000 Teilzeitjobs gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Beschäftigten in Kanada um 320.000 oder 1,8%, was vor allem an den Vollzeitstellen liegt mit +289.000 Stellen. Im Jahresvergleich steigt die Zahl der gearbeiteten Stunden um 2,4%.

Den zehnten Monat in Folge nimmt die Beschäftigung in Kanda jetzt zu. Wenn man sich in den letzten 2 1/2 Stunden Kommentare aus der kanadischen Bankenszene anhört, so ist man sich dort sicher: Diese Zahlen sind stark, und deuten darauf hin, dass die kanadische Volkswirtschaft immer näher an eine Vollauslastung herankommt, in diversen Bereichen. Daher ist es auch ziemlich gerechtfertigt, dass die kanadische Zentralbank in diesem Jahr schon zwei Mal die Zinsen angehoben hat.

Man darf wohl vermuten, dass sie die Zinsen weiter anheben wird um der Überhitzung entgegenzuwirken. Dank der deutlich stärkeren Zahlen der Kanadier gegenüber den USA, die ja angeblich auch eine starke Volkswirtschaft haben, wertete der kanadische Dollar in den letzten Monaten schon gut auf gegen den US-Dollar. Da USA und Kanada heute zur selben Zeit ihre Daten brachten, standen US-Dollar und kanadischer Dollar sozusagen im direkten Vergleich, welche Daten denn kräftiger auf höhere Zinsen hindeuten.

Der US-Dollar verlor seit 14:30 Uhr 30 Pips gegen den CAD auf aktuell 1,2544. Der Langfristchart (seit Februar) zeigt das Bild eindeutiger. Der US-Dollar verliert von 1,37 auf bis zu 1,20 vor vier Wochen. Es ist gut möglich, dass der Abwärtstrend (steigender CAD) dank der sehr robusten kanadischen Daten weitergeht, weil der Markt versucht weitere Zinsschritte einzupreisen.



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2 Kommentare

  1. ….der Ölpreis ist und bleibt bei +- 50 Dollar.

    Ergo …entweder fährt die Ölindustrie absichtlich ein minusgeschäft um die Region zu einer scheinblüte zu führen (staatseinfluss?)

    Oder die Ölfirmen produzieren auf Halde .was auch nicht ewig gut geht .

    Beides müsst irgendwann in den quartalszahlen auffallen . evt durch statistiktricks erst ein oder zwei Quartale später. Aber eine boomende kanadische Ölbranche bei 50 Dollar Ölpreis ist widersprüchlich .

    Evt noch neue Verträge mit den USA , die weniger aus saudiarabien kaufen wollen um.die unter Druck zusetzen . ..?

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