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Überraschende Quartalszahlen – hatten die Aktienmärkte wieder den besseren Riecher?

Auch wenn klar ist, dass die US-Märkte aus technischen Gesichtspunkten überkauft sind, stehen wir jetzt vor einer ungewöhnlichen Situation..

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Es ist schon verrückt, aber für ein Urteil vielleicht auch noch ein bisschen zu früh. Nach 104 Unternehmensmeldungen im S&P 500 zu Q1 – immerhin bereits fast einem Viertel des Index – kommt man ins Staunen. Auch wenn die US-Unternehmen es meisterhaft verstehen, die Erwartungen vor der Zahlenbekanntgabe zu senken, um sie am Tag X übertreffen zu können, ist das bisherige Übertreffen der „Expectations“ um 6,6 Prozent bisher schon eine Überraschung. War man doch von einer ziemlich ausgeprägten Gewinnrezession für das erste Quartal ausgegangen. Die Aktienmärkte sind seit Ende Dezember dennoch fast kontinuierlich gestiegen.

Die erste Divergenz hatte man schon bei den Großbanken letzte Woche erlebt. Nach sehr schwachen Aktienumsätzen und einer geschwundenen Zinsmarge in Q1, war man von schwachen Gewinnen ausgegangen. Dennoch lieferte JP Morgan ein Rekordergebnis ab, gefolgt von durchaus guten Ergebnissen der Konkurrenten.

Am gestrigen Tag folgten mit Coca Cola, Procter&Gamble, Lockheed Martin, United Technology Konsum- und Industrietitel mit überraschenden Ergebnissen, sogar mit organischem Wachstum (ohne Zukäufe). Coca Cola (+6%), Procter&Gamble (+5%) und United Technology sogar mit plus 8 Prozent.

Die von Woche zu Woche größer werdende Zuversicht der Anleger an den Aktienmärkten wurde damit bisher bestätigt.

Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, schließlich kommen die Dickschiffe mit dreistelligem Börsenwert erst noch mit ihren Zahlen.

Einen kleinen weiteren Fingerzeig lieferten gerade nachbörslich auch die Zahlen von Texas Instrument, die die Voraussagen deutlich geschlagen haben (1,26 zu 1,13). Einem Wert aus dem Halbleiterindex (SOX), der in den letzten Monaten so unglaublich gestiegen war.

 

Warum steigt der Dax nicht?

Die Investoren sind gegenüber Europa und Deutschland noch besonders skeptisch eingestellt. Während die Frühindikatoren in den USA deutlich über 50 Punkten notieren und in China diese Schwelle erst kürzlich überwunden wurde, zeigen die Industriedaten in Europa tiefrote Werte. Wie gestern ein veröffentlichter Welthandelsindex zeigte, sind die Zahlen aus den Frachtsparten Luft, Schiene, Wasser und Straße weiterhin in Abschwächung begriffen sowohl innerhalb der Nachfrage Europas, als auch im internationalen Handel.

Für das automobilabhängige Deutschland fürchtet man zudem mögliche Zölle Trumps, was gerade nach Bekanntgabe der Zahlen von Harley-Davidson noch bestätigt wurde. Der Präsident drohte der EU mit Gegenmaßnahmen, die Gegenzölle für den US-Motorradhersteller verhängt hatte und dabei unterschlagend, dass er selbst vor einem Jahr in den USA zum Boykott der Firma aufgerufen hatte. Einfach nur irre. So wird man hierzulande erstmal die Berichtssaison abwarten – und den heutigen Ifo, um 10:00 Uhr.

 

Erstes Fazit

Auch wenn klar ist, dass die US-Märkte aus technischen Gesichtspunkten überkauft sind, stehen wir jetzt vor einer ungewöhnlichen Situation, die ich vor zwei Wochen schon einmal beschrieben habe: Entweder prallen die Indizes am bisherigen Top ab und bilden das berühmte langfristige Doppel-Top oder es geschieht das Surreale. Aktive Fondsmanager, die dem „Börsenbraten“ nicht getraut haben und unterinvestiert blieben, müssen in den Markt rein, um den Anschluss an die passiven ETFs nicht zu verlieren – die noch berühmt-berüchtigtere Short Squeeze. Vielleicht hat der CEO des Riesen Blackrock, Larry Fink, dies mit seinem „Meltup“-Szenario gemeint, da er das Dilemma der aktiven Fondsmanager am besten kennen dürfte.

Neue Allzeithochs generieren in der Regel auch Kaufsignale. Mal sehen, welches Szenario sich durchsetzt!

 

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243386

2 Kommentare

2 Comments

  1. Marko

    24. April 2019 13:06 at 13:06

    Warum steigt der Dax nicht?
    Die Investoren sind gegenüber Europa und Deutschland noch besonders skeptisch eingestellt.

    Und Deutschland, wieso wird „Deutschland“ über alles hervorgehoben ? Entweder gibt es ein Europa (EUR) oder „Deutschland“ (DM) ?

    Wo liegt beim EUR der der Unterschied ? – Nachdenken… Weil Deutschland der eigentliche Motor Europas ist ? Weil Europa ohne Deutschland nicht existieren kann, und dies niemals ?

    Und da ist mir der GB-Brexit egal. Wenn die Briten so dumm sind, aus der Europäischen Gemeinschaft durch einen ungeregelten Brexit auszutreten zu wollen, kein Problem. Die Briten würden ins Nirvana fallen. Das würde bei einem ungeregelten Brexit ein „Schlachtfest“ werden, für den Markt – Und : das wissen die Briten ! Mit Zöllen usw ?

    So dumm sind die Briten auch wieder nicht ?

    Hoffe ich… 😉

  2. Marko

    24. April 2019 18:53 at 18:53

    Ach wieso denn sowas,

    die US-Hedge-Fonds-Freunde (Geier) kriegen sowas locker hin ? Oder ?

    https://www.onvista.de/news/thyssenkrupp-bayer-und-jetzt-sap-die-liste-der-weltweiten-konzerne-die-paul-singer-vor-sich-hertreibt-ist-sehr-lang-218495613

    Der Einstieg bei SAP, gut gemacht Herr Singer… Na ja, bei VW-Porsche haben sich die US-Geier nicht gerade laben können, man kann ja nicht immer gewinnen…

    So ist eben, „Miss-Börse“… (ist a bisserl off-topic, ja)..

    VG

    Marko

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