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Überraschung: Das ist Putin´s Vorschlag für die Ukraine-Schulden

Redaktion

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FMW-Redaktion

Eine echte Überraschung! Anders als gedacht hat Wladimir Putin einen Vorschlag ins Spiel gebracht, wie die am 20. Dezember fällige 3 Milliarden Dollar-Anleihe seitens der Ukraine an Russland zurückgezahlt werden soll. Denn bisher hat sich die Ukraine mit skurrilen Ausreden versucht vor der Zahlung zu drücken. Putin scheint für sich einen Weg gefunden zu haben sein Gesicht zu wahren und auch in Sachen Sanktionserleichterung Pluspunkte zu sammeln.

Wladimir Putin macht der Ukraine einen Vorschlag zur Lösung des Anleiheproblems
Wladimir Putin ist einen Schritt auf die Ukraine zugegangen – wohl nicht aus reiner Freundlichkeit. Foto: Kremlin.ru / Wikipedia (CC BY 4.0)

Wladimir Putin hat nach übereinstimmenden Presseberichten (u.a. WSJ) gestern Abend auf dem G20-Gipfel vorgeschlagen, dass die Ukraine die fälligen 3 Milliarden Dollar, die die Ukraine am 20. Dezember an Russland zurückzahlen muss, in drei Tranchen von je 1 Milliarde Dollar in den Jahren 2016, 2017 und 2018 zurückzahlen kann. Somit würde die Zahlungsverpflichtung am 20. Dezember komplett entfallen. Für Putin ein überraschendes Entgegenkommen an die Ukraine. Andererseits wahrt er sein Gesicht, da er ja nicht auf seine Forderung verzichtet, sondern lediglich ein längeres Zahlungsziel einräumt!

Damit macht er zugleich Schönwetter auf dem Weg hin zu Sanktionslockerungen des Westens gegen Russland. Addiert man noch hinzu, dass Russland ein entscheidender Faktor in Syrien ist, dürfte es nicht mehr all zu lange dauern. Aber zurück zur Ukraine. Die hat ein Problem. Sie hat jetzt ein (überraschend großzügiges) Angebot aus Moskau erhalten. Sie hat aber ihren anderen Gläubigern, die einem Schuldenschnitt zugestimmt hatten und letzte Woche neue Anleihen mit geringerem Wert erhalten hatten, versichert, dass man Russland nicht voll bedienen werde, sondern auch hier auf einen gleich guten Schuldenschnitt bestehen wird.

Stimmt die Ukraine jetzt also der Fristverlängerung und Ratenzahlung bis 2018 zu, verstößt man gegen seien mühsam ausgehandelten Deal des Schuldenschnitts mit seinen Privatgläubigern (u.a. Franklyn Templeton), wo man 15 Milliarden Schuldenlast auf 12 Milliarden Dollar reduzierte und deutlich längere Laufzeiten vereinbarte. Der Vorschlag Russlands wurde gegenüber dem IWF gemacht. Vielleicht war unsere gestrige Vermutung, dass der IWF gebeten wurde die Ukraine bei der „Zwischenfinanzierung“ dieser Ratenzahlung an Russland zu unterstützen“, gar nicht so abwegig. Warum sonst sollte Russland diesen Vorschlag gegenüber dem IWF machen? Die Ukraine erfuhr nur indirekt davon.

Wladimir Putin sagte gestern auch zusätzlich zu seinem Vorschlag der Ratenzahlung durch die Ukraine erwarte er eine Garantie seitens EU, USA oder „anderer globaler finanzieller Organisationen“ (also der IWF), dass die Ratenzahlung in Richtung Russland auch wirklich erfolgt. Damit läuft es in der Tat wieder auf eine quasi Zahlung durch den IWF hinaus, der wohl das Geld für die Ukraine locker machen wird/soll. Der IWF soll dem Vorschlag der Ratenzahlung bis 2018 sehr positiv gegenüberstehen.

Mit der Zusicherung an die Privatgläubiger, nämlich dass man Russland „keinen besseren Deal“ geben würde als ihnen, hat sich die Ukraine selbst in eine sehr schwierige Lage manövriert. Sie müsste jetzt an Franklyn Templeton und Co. herantreten und dort um Verständnis und Zustimmung bitten, dass leider doch kein besserer Deal mit Russland zu machen war als eine Ratenzahlung bis 2018 – und eben kein Schuldenschnitt. Gut möglich, dass die Privatgläubiger dem zähneknirschend zustimmen.

Im Januar 2016 will die EU sich zusammensetzen und über die Lockerung der Sanktionen gegen Russland beraten. Da kommt Wladimir Putins aktuelles Entgegenkommen, das rein rechtlich nicht notwendig gewesen wäre, gerade recht um für gute Laune zu sorgen. Dazu kommt noch: Wenn Russland dem Westen „die Drecksarbeit“ in Syrien abnimmt, dürfte einer Lockerung der Sanktionen nicht mehr viel im Weg stehen – denn schließlich braucht Russland den freien Handel mit dem Westen.

Nimmt man alles zusammen, wird der Ukraine wohl kaum etwas anderes übrig bleiben als Putin´s Vorschlag zuzustimmen. Dann muss man zu Franklyn Templeton und Co. gehen, und dort um Verständnis und Zustimmung bitten, dass Russland eben doch einen besseren Deal bekommt als die Privatgläubiger. Letztlich wird (nach diesem Vorschlag) Russland seine kompletten 3 Milliarden Dollar zurückerhalten, aber halt erst bis 2018, und wohl teilweise oder größtenteils bezahlt durch den IWF.


6 Kommentare

6 Comments

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    Gabriel

    17. November 2015 11:00 at 11:00

    Ein kluger Schachzug von Putin.

    • Avatar

      Chris

      17. November 2015 15:45 at 15:45

      Kluger Schachzug hin oder her.Die Erkenntnis der vermeintlich Mächtigen,dass Sie ,ohne den bösen Wladimir, nichts aber auch gar nichts erreichen können wird zum Segen der Menschheit&der Weltpolitik reifen!Die,momentan verfahrene Situation,kann ncht schlechter,eher nur besser werden!Ob das die Ossitusse noch im Amt mitkriegt oder nicht ist dabei unrelevant!Sie ist wieder weg,ist, glaube ich der nächste Kinoknaller!Am Drehbuch,bzw.dem Einband, müsste man auch nicht viel ändern.Raute statt Bärtchen würde genügen!

  2. Avatar

    Christiana

    17. November 2015 17:59 at 17:59

    Kluger Schachzug hin oder her-egal! Dass Putin nach der Schmach der Nicht-Einladung beim Garmischer Treffen sich so eindeutig zu Frankreich bekennt, finde ich toll! Hollande hatte ja bereits die USA und die EU auch um militärische Hilfe gebeten…Bloß? Die müssen ja erst mal beraten und beraten und beraten… Und dann kommt er sogar der Ukraine zur Hilfe mit seinem moderaten Rückzahlungsmodus( wenn man den Zinsverlust betrachtet, ist die Rückzahlung fast gleich mit dem Schuldenschnitt)
    Und wenn einer glaubt, er täte das nur wegen der zu erwartenden Aufhebung der Sanktionen…..: Russland kann diese Sanktionen ohne weiteres aussitzen ( schon aufgrund seiner immensen Bodenschätze), aber man höre mal , wie die deutsche Wirtschaft den großen Exportrückgang nach Russland als großen wirtschaflichen Verlust beurteilt. Lasst uns also das Beste hoffen!!!!

    • Avatar

      Christiana WOLFBAUER-SEDLAK

      17. November 2015 18:01 at 18:01

      siehe oben!!

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Aktienmärkte: Die Jungen entdecken die Aktie – und zocken

Ist die Hinwendung vor allem der jüngeren Generation zum Anlagevehikel Aktie ein Trend – oder eher ein Warnzeichen für die Aktienmärkte?

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte haussieren, und das bleibt nicht ohne Folgen. Das Corona-Jahr 2020 mit Covid-19 hat viele Veränderungen ins Alltagsleben der Menschen gebracht. Zwangsläufig mit vielen Aktivitäten, die mit „Home“ beginnen. Auch hatte mancher Zwangsaufenthalt in den vier eigenen Wänden dafür gesorgt, dass viele und vor allem junge Privatanleger den Weg an die Aktienmärkte fanden. Angelockt durch zahlreiche Erfolgsmeldungen über die sozialen Medien, vermutlich initiiert durch die RobinHooder aus den USA. Ein Trend, der von Dauer ist?

Aktienmärkte: Corona und der Anstieg der Zahl der Aktionäre

Die Internetblase im Jahr 2000 und der folgende Jahrhunderteinbruch des Dax (- 72 Prozent) haben lange Jahre Spuren hinterlassen. Während es nach den Daten des Deutschen Aktieninstituts im Jahre 2001 noch 12,85 Millionen Aktionäre in Deutschland gab, pendelte der Wert seit Jahren nur noch an der 10-Millionen-Marke. 2019 war die Zahl der Anleger noch einmal zurückgegangen, 9,7 Millionen direkte Aktionäre in Deutschland.

Jetzt kam die Coronakrise, die einen Boom beim Aktienhandel durch die Privatanleger ausgelöst hat. „Retail Bros“, oder Handelsbrüder, hat die englische „Financial Times“ die neuen Anleger genannt. Seit Längerem gibt es eine „Crypto Bros“, das Pendant mit Kryptowährungen.

Der Trend, der aus den USA herüberschwappt

Der Name ist in der Finanzberichterstattung in aller Munde: Robinhood, ein ehemaliges Start-up aus Kalifornien, welches in den vergangenen Monaten einen Boom verstärkt hat. Der Broker hat bereits über 13 Millionen Kunden, von denen drei Millionen allein seit Anfang des Jahres bis Herbst dazu kamen. Bemerkenswert: Die Hälfte der neuen Kunden sind Aktienneulinge. Star der Szene ist David Portnoy, Inhaber des Sport-Blogs Barstool Sports, der mit seinen superoptimistischen Börsentweets (Aktien und Aktienmärkte würden immer steigen etc.) eine ganze Community antreibt. Hinzu kommt die Entwicklung zum nahezu kostenlosen Börsenhandel, durch E-Trade und Schwab weiter vorangetrieben. So haben manche Arbeitslose ihre 600 Dollar-Wochen-Schecks zum Zocken eingesetzt.

Der Anstieg der Online-Depots in Deutschland

Eine Studie von Comdirekt, Consorsbank und ING zeigte eine deutliche Zunahme der Zahl der Aktionäre unter 25 Jahren. Viele junge handeln auch auf Plattformen wie dem Handybroker Trade Republic. Kaufgebühren von einem Euro pro Trade oder gebührenfreie Sparpläne haben schon zu sechsstelligen Kundenzahlen geführt.

Auch die klassischen Onlinebroker profitieren davon. Konkret wurde die Comdirect, die mit 232.000 neuen Kunden innerhalb der ersten neun Monate vom größten Depot-Wachstum seit 20 Jahren spricht.

Der Vormarsch der Jungen

Wie bereits erwähnt, sind es vor allem die ganz jungen deren Interesse für die Aktienmärkte gewachsen ist, wie die Studie aufzeigt. Nach 26 Prozent, der unter 25-jährigen, die im vergangenen Jahr die Aktienanlage nutzen, sind es derzeit bereits 39 Prozent. Die Steigerung gegenüber 2017 beträgt sogar 22 Prozent. Aber auch bis zur Generation Ü 50 hat sich die Zahl der Aktionäre gesteigert. Was die Börsenplätze sicherlich erfreut, dürfte nicht unbedingt für die herkömmlichen Geschäftsbanken gelten. Denn der Drang zu Online- und Discountbrokern ist unübersehbar.

Ein schnelles Hin und Her

Noch etwas zeichnet die neue Generation Börsianer aus. Die Haltedauer von Aktien ist so kurz wie nie. In den USA lag diese im Sommer diesen Jahres gerade noch bei circa fünfeinhalb Monaten, im letzten Jahr hatte sie noch achteinhalb Monate betragen. Ein Trend, der schon seit Jahrzehnten zu beobachten ist. Aus Daten der New Yorker Börse zeigt sich, dass man vor dem Jahrhundertwechsel Aktien noch durchschnittlich 14 Monate im Depot vor einer Umschichtung beließ. Die Ausnahme:

Nach der Finanzkrise von 2008 wurde das bisherige Haltetief von sechs Monaten erreicht. Krisen beschleunigen anscheinend das Handeln von Wertpapieren.

Wie könnte es anders sein: Auch in Europa ist die gleiche Aktientendenz zu beobachten. Hier ging den Erhebungen zufolge die Haltedauer von Aktien von sieben Monaten zum Jahresende 2019 sogar auf weniger als fünf Monate zurück.

Kein Vergleich mit dem Verhalten des Langfristinvestors Warren Buffett, der seinen Titeln bisher im Schnitt 11 Jahre die Treue hält, auch folgt ein Teil der jungen Generation nicht dem Rat der ungarischen Börsenlegende Kostolany: „Aktien kaufen und dann schlafenlegen.“

Allerdings gibt es heutzutage auch den großen Trend zu langfristigen Sparplänen, monatliche Einzahlungen kleinerer Investmentsummen für die Altersvorsorge. Beides wurde möglich durch eine ganz andere Gebührenstruktur. Zocken zum Nulltarif, nicht nur bei Aktien und Optionen, selbst bei Staatsanleihen oder Junk-Bonds hat sich die Umlaufgeschwindigkeit der Papiere deutlich erhöht.

Wird das eine erhöhte Rendite bringen? Vielleicht kurzfristig im besonderen Jahr 2020. Ältere Börsenexperten sind davon überzeugt, dass die Masse der Anleger durch das Hin und Her auf keine durchschnittliche Rendite von acht Prozent pro Jahr kommen wird. Das Ergebnis sollte Volatilität sein, also ein größeres Auf und Ab in den Märkten mit Vielen, die teuer kaufen und dann billig wieder aussteigen.

Fazit

Ist es ein Trend in Deutschland, die Hinwendung vor allem der jüngeren Generation zum Anlagevehikel Aktie, oder eher ein Warnzeichen für die Aktienmärkte mit dem Vergleich zur Internetblase des Jahres 2000? Damals gab es es Tausende von neuen und noch unerfahrenen Daytradern, die glaubten mit dem raschen Handel reich werden zu können. Das Ergebnis ist bekannt. Es gibt aber einen großen Unterschied zur Gegenwart. Damals warf eine 10-jährige Bundesanleihe fast noch das ganzen Jahr über Renditen von über fünf Prozent ab, selbst Lebensversicherungen waren noch attraktiv. Anders die Gegenwart. Wie soll langfristig ein Kapitalstock aufgebaut werden in dem jetzigen Zinsumfeld? Bei einem vermutlich noch länger anhaltenden Zustand der finanziellen Repression. Selbst wenn die Zinsen über die 0-Prozent-Marke stiegen, wäre dies wahrscheinlich einer gestiegenen Teuerungsrate geschuldet.

Es ist also mehr als notwendig, sich mit dem Kapitalmarkt zu beschäftigen, nicht so sehr mit Hebelprodukten auf Tesla oder FANGMAN-Aktien, sondern eher mit langweiligen Sparplänen. Nach dem wundersamen Jahr 2020 mit den vielen Home-Aktivitäten (Home Office, Home Schooling, Home Shopping, Home Banking) sollte es beim aggressiven Home Trading der RobinHoodies zunächst einmal einen schmerzhaften Ausleseprozess geben.

Die Jungen entdecken die Aktienmärkte

 

 

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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