So schnell kann sich das Narrativ ändern. Ab März hieß es: Katastrophenstimmung. Der globale Ölmarkt drohte eine echte Mangellage zu erleben. Kein Öl mehr aus dem Persischen Golf, weil die Straße von Hormus gesperrt ist. Und gerade in Asien, dem großen Abnahmeort von Öl aus der Golfregion, wurde die Lage knapp. Aber inzwischen sieht die Welt ganz anders aus. Der Brent-Ölpreis stieg ab März von 73 Dollar auf 126 Dollar, um bis jetzt wieder auf 73 Dollar zu fallen.
Ganz neue Lage am Ölmarkt
Länder wie China haben monatelang stark aus Ölreserven gelebt anstatt am Spotmarkt teuer Öl einzukaufen, was den Ölpreis global stark angefacht hätte. Außerdem scheint der Ölverbrauch in China dank der stärkeren Nutzung von Elektroautos zu sinken. Und dann sind da noch die USA, die stetig mehr Rohöl fördern und auf den Weltmarkt bringen. Ein wichtiger Entlastungsfaktor für den globalen Ölmarkt!
Und abgesehen davon, dass inzwischen die Tankeranzahl, die die Straße von Hormus durchfährt, wieder auf Vorkriegsniveau angekommen ist. Nebenbei pumpt Saudi-Arabien weiterhin Öl durch seine Wüsten-Pipeline von Ost nach West, um weiterhin zusätzlich die Straße von Hormus zu umgehen. Dies sorgt dafür, dass jede Menge Öl derzeit die Golfregion verlässt. Entlastung aus China und Öl-Flut aus den USA kommen hinzu, und bilden gemeinsam derzeit offenbar das neue narrativ, dass der globale Ölmarkt eine Überflutung erleben könnte. Der Ausblick auf Überschüsse (mehr Angebot als Nachfrage) wirkt belastend auf den Ölpreis, was global wiederum die Inflation zurückdrängen sollte.
Morgan Stanley warnt vor Ölüberangebot
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Morgan Stanley hat seine Ölprognosen zum zweiten Mal innerhalb von etwa zwei Wochen gesenkt, da der Ölfluss durch die Straße von Hormus schneller als erwartet wieder in Gang kommt. Der Preis für Dated Brent – eine Referenz für physische Transaktionen – wird im dritten und vierten Quartal voraussichtlich bei durchschnittlich 75 US-Dollar pro Barrel liegen, was einem Rückgang um 15 bzw. 5 US-Dollar entspricht, so Analysten, darunter Martijn Rats, laut Bloomberg in einer Mitteilung. Die Prognosen für alle vier Quartale des nächsten Jahres wurden ebenfalls gesenkt. Für Dated Brent wird Ende 2027 ein Preis von 70 US-Dollar erwartet.
„Die Meerenge wird schneller als erwartet wieder geöffnet, doch die ‚doppelten Einflussfaktoren‘ – hohe US-Exporte und geringe chinesische Importe – bleiben bestehen“, schrieben sie in der Mitteilung, die auf eine frühere Runde von Prognoseabsenkungen in einem Bericht von Mitte Juni folgte. „Da sich der Blick nun auf das Jahr 2027 richtet, hat sich der Kreis für den Markt geschlossen – zurück zum Überschuss.“
Morgan Stanley gab an, am Donnerstag 35 Öl- und Gastanker gezählt zu haben, die den Persischen Golf durch die Meerenge verließen – damit kehrte das Niveau erstmals in den Bereich von 30 bis 40 zurück, der vor Beginn des Konflikts im Februar typisch war. Um den Ölmarkt im Jahr 2027 ins Gleichgewicht zu bringen, müssten sich die Liefermengen durch die Straße von Hormus auf nur etwa 65 % des Niveaus vor dem Konflikt erholen, also auf etwa 11 bis 12 Millionen Barrel pro Tag, so die Bank.
Morgan Stanley weist auf eine Reihe von Anzeichen für eine kurzfristige Entspannung hin. Dazu gehörten ein bärisches Contango-Preismuster bei den Öl-Futures, das dadurch gekennzeichnet ist, dass der kurzfristigste Kontrakt mit einem Abschlag gegenüber dem nächstfolgenden gehandelt wird, sowie einige physische Differenzen, die „auf Krisenniveau“ bewertet wurden. „Lassen Sie die Erklärungen einmal beiseite und betrachten Sie nur die Preise“, sagten die Analysten. „Sie beschreiben einen Markt, der sich auf breiter Front abgeschwächt hat.“
FMW/Bloomberg
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Ich glaube nicht das es Überschüsse gibt Herr Kummerfeld ….da die Lager sich leeren…Überschüsse gab es während der Fracking Krise von 2016…hochfahren der OPEC- Produktion …um die US Fracker aus dem Markt zu drängen..und während Corona….Reise – und Flugverbot wegen der Pandemie…
Jetzt aber leeren sich die Ölvorräte mehrjährigen Tiefs an…von Überschüssen kann man deshalb nicht sprechen…
Guten Morgen,
der Kaffee war sehr stark, gell?
Zahl der Tanker auf Vorkriegsniveau? Das behauptet nicht einma Trump.
Schauen wir mal auf Ihre Ölschwemme nach dem 9.Juli.
Immerhin eines leistet der Artikel:
Einen tiefen Einblick in die völlig realitätsfreie Märchenwelt der Bullen.
Also ich finde die Aussagen von einer Bank schon spannend. Der Irak fährt seine Ölfelder runter weil ihnen der Stauraum ausgeht weil in Hormuz nichts weitergeht, Quatar drosselt bereits wieder seinen Schiffferkehr weil Hormuz, die Schiffverfolgungsdaten zeigen immer noch Megastau auf beiden Seiten von Hormuz und die Ukrainer zerstören (für den Ausgang des Krieges völlig unbedeutend) systematisch die russische Ölinfrastruktur. Aber klar, die Welt wird mit Öl geflutet :) Da kann man nur mehr darüber lachen … :))))
Genau so wird’s sein. Interessant, wer was zählen will…Selbst wenn es 35 waren, was ich für absoluten Fake News Schwachsinn halte, sind die Anlagen noch nicht wieder hochgefahren, und das nur über Monate im Golf gefangene Tanker. Ich denke eher, dass jetzt auch noch die Banken das Narrativ pushen, um den Ölpreis unten zu halten. Dass Trumps Freunde für den Insiderhandel massiv mithelfen…