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Truss und Hunt wollen Märkte beruhigen Pfund rauf, Renditen runter in UK – weitere Verkündungen stehen an

Großbritanniens Premierministerin Liz Truss hatte sich am Freitag endgültig den Märkten gefügt. Sie entließ Schatzkanzler Kwasi Kwarteng, als Bauernopfer. Und sie kündigte an die Körperschaftssteuer nicht unverändert zu belassen, sondern wie vorher von Boris Johnson angedacht anzuheben. Der vormalige Kurs ihrer Regierung brutal die Steuern zu senken ohne jegliche Gegenfinanzierung, wird nun also zunehmend umgedreht. Und heute muss man nachlegen. Das britische Pfund und die britischen Anleiherenditen geben heute früh eine weitere Motivation für die Regierung, weitere Maßnahmen für einen seriöseren Haushalt zu verkünden.

Das Pfund ist gegenüber dem US-Dollar seit Freitag Abend weiter gestiegen von 1,1175 auf aktuell 1,1262. Die Rendite für zehnjährige britische Staatsanleihen fällt gegenüber Freitag Abend von 4,41 auf jetzt 4,11 Prozent. Die Anleihekurse steigen also. Das ist wichtig – denn die Bank of England hatte am Freitag ihren Stützungskäufe eingestellt. Für heute hätte man deswegen einen Anleihecrash vermuten können, aber der bleibt im Augenblick aus. Denn Liz Truss liefert jetzt das, was die Märkte sehen wollen, nämlich die rasche Rückkehr zu einem soliden Haushalten, ohne ausufernde Neuverschuldung der Regierung. Im Chart sehen wir seit dem 11. Oktober das steigende Pfund und die fallenden Renditen. Die Märkte preisen zuletzt ein, dass Truss und Hunt sich von den Träumen der schuldenbasierten großen Steuersenkungen verabschieden.

Fallende Anleiherenditen und steigendes Pfund seit dem 11. Oktober

Das Pfund Sterling erholte sich und britische Anleihen stiegen in der Erwartung, dass ein größerer Teil des von Premierministerin Liz Truss geschnürten Pakets nicht finanzierter Steuersenkungen rückgängig gemacht werden könnte, so berichtet es aktuell auch Bloomberg. Der seit Freitag amtierende Schatzkanzler Jeremy Hunt soll im Laufe des Montags eine Erklärung über Maßnahmen zur Unterstützung der fiskalischen Nachhaltigkeit abgeben, sagte ein britischer Beamter. Es ist der Beginn einer möglicherweise besonders harten Woche für britische Vermögenswerte, in der die angeschlagene Truss um die Rettung ihrer Premierministerin kämpft, nachdem die Bank of England am Freitag ihr Notkaufprogramm für Anleihen beendet hat.

Um 15:30 Uhr Londoner Zeit will Jeremy Hunt vor dem Unterhaus sprechen. Hunt hatte sich am Sonntag mit Truss zusammengesetzt, um herauszufinden, wie viel mehr von ihren Plänen sie aufgeben müssen, um die Stabilität der britischen Finanzen wiederherzustellen. Der Kanzler sprach auch mit dem Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, und dem Leiter des Debt Management Office. Er beabsichtigt nach wie vor am 31. Oktober einen vollständigen Finanzplan vorzulegen.

Seit er vor drei Tagen das Finanzministerium übernommen hat, hat der neue Kanzler einen radikal anderen finanzpolitischen Ansatz als Truss skizziert und erklärt, dass die Steuern erhöht und die Ausgaben gekürzt werden müssten. Dies war Teil des Versuchs, einen weiteren drastischen Anstieg der Kreditkosten für den britischen Staat zu verhindern.

FMW/Bloomberg/Chart TradingView

Jeremy Hunt
Jeremy Hunt in London on Oct. 14. . Photographer: Carlos Jasso/Bloomberg


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