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UK-Konzerne hedgen gegen den Brexit

FMW-Redaktion

In viel größerem Umfang als bisher gedacht sichern sich vor allem große britische Unternehmen gegen den drohenden Brexit ab, wenn man der Studie der Researchfirma East & Partners glaubt. Für die Studie hat man 2.657 kleine, mittlere und große Unternehmen auf der Insel bis zum 2. Mai befragt. Danach haben 53,6% aller Unternehmen Angst der Brexit könnte ihr Geschäft negativ beeinflussen. Hochinteressant ist: 90,2% der 1.000 größten Unternehmen Großbritanniens haben davor Angst, aber nur 15,9% der kleinen und mittelgroßen Firmen.

77,2% der großen Unternehmen erwarten eine Pfund-Abwertung nach dem Brexit von im Schnitt 12,3%. Im Gegensatz dazu erwarten 56,5% aller befragten Unternehmen, dass das Pfund gegen den Dollar ansteigt bei einem Brexit. Im Schnitt haben sich 53,4% aller Unternehmen gegen einen Brexit abgesichert, darunter aber nur 21,6% der kleinen und mittelgroßen Firmen. Große Firmen haben sich zu 83,4% abgesichert

82,9% aller Institutionellen Investoren haben demnach vor dem Brexit Investitionen eingefroren, und 93% hätten erst einmal einen Einstellungsstopp verhängt. Laut der Studie sind kleine Firmen schlechter auf die möglichen Risiken vorbereitet, was man ja auch an den geringeren Absicherungsquoten sehen kann. Das kann zwei Gründe haben, so meinen wir. Entweder sind sie sich der Währungsrisiken nicht so bewusst wie große Firmen, oder es liegt schlicht und einfach daran, dass viele kleine Firmen wohl einfach ihr Hauptgeschäft im Inland machen, ohne Währungsrisiko.

Die meisten Firmen dürften ihre Pfund-Risiken über Optionsgeschäfte absichern, entweder börslich oder außerbörslich mit für sie individuell angefertigten Optionskontrakten durch Banken. Das Risiko trägt als Gegenpartei dann die Bank, natürlich gegen eine nette Risikoprämie.

EURGBP Brexit
Der Euro hat seit letzten Herbst gegen das Pfund kräftig zugelegt.



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