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Ukraine-Krieg und Inflation irrelevant – deutlich weniger Unternehmen mit Existenzangst

Arbeiter am Schweißen

Sind der Ukraine-Krieg und die stark steigende Inflation als negative Faktoren für die Wirtschaft vollkommen irrelevant? Und kann es sein, dass die große Masse der Unternehmen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen als den entscheidenden Faktor für ihre Gesundung empfinden? Offenbar kann man das so sehen.

Denn deutlich weniger Unternehmen in Deutschland sind offenbar von Existenzangst betroffen. Selbst im verarbeitenden Gewerbe, wo man vermuten würde, dass zahlreiche Betriebe Exporteinbußen wegen dem Russland-Geschäft haben, haben weniger Unternehmen Existenzangst als noch im Januar, also vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Das zeigen aktuell veröffentlichte Umfragedaten des ifo-Instituts aus April, wo die vorigen Umfragewerte aus Januar als Vergleichsbasis dienen. Es zeigt sich hier vermutlich, wie gering und unbedeutend die Exporte deutscher Betriebe Richtung Russland bezogen auf das gesamte Exportvolumen der deutschen Wirtschaft sind.

Das ifo-Institut formuliert es so, dass „trotz“ des russischen Angriffs auf die Ukraine deutlich weniger deutsche Betriebe um ihr Überleben fürchten. 7,1 Prozent der befragten Unternehmen sehen ihre Existenz bedroht gegenüber 13,7 Prozent im Januar. Allerdings immer noch gefährdet sehen sich laut ifo Branchen, die durch die Corona-Pandemie besonders stark betroffen waren. Dazu zählen das Gastgewerbe und die Veranstaltungsbranche, wo knapp 25 Prozent der Unternehmen existentielle Sorgen haben.

Im Einzelhandel sprachen im 6,9 Prozent der Unternehmen von einer existenzbedrohenden Situation nach 14,8 Prozent im Januar. Die aktuelle Inflationsdynamik hinterlässt laut ifo gegenwärtig keine Spuren in diesen Zahlen. Im Dienstleistungssektor betrug der Anteil der Unternehmen mit Existenzangst 6,9 Prozent nach 15,1 Prozent im Januar. Praktisch keine Existenzsorgen haben Anbieter in der IT-Branche oder der Wohnungswirtschaft.

In der Industrie fürchten 4,9 Prozent der Betriebe  um ihr Fortbestehen nach 5,6 Prozent im Januar. Schwierig ist laut ifo die Situation für viele Unternehmen aus der Textilbranche mit einem Anteil von 35,6 Prozent in Existenzangst. Bei den Unternehmen aus der Druckindustrie sind es 21,2 Prozent. Das ifo-Institut sagt als Fazit zu seiner Unternehmensumfrage: „Die durch den Krieg in der Ukraine verursachte hohe Unsicherheit hat keine erhöhte Existenzangst in den Schlüsselbranchen ausgelöst. Die Auftragsbücher sind in der Industrie weiterhin gut gefüllt.“

Grafik vom ifo-Institut zeigt deutlich sinkende Existenzangst bei Unternehmen



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