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Ukraine-Krieg: Warum fällt Putin über das Land her? Gibt es eine Lösung?

Über die Hintergründe - und mögliche Lösungen..

Ukraine-Krieg Putin

Der Ukraine-Krieg sorgt für heftige politische Kontroversen: eine Minderheit sieht durchaus eine Mit-Schuld des Westens (so etwa die Linke, federführend mit Sahra Wagenknecht, aber ebenso die AfD), während die Mehrheit den Angriffskrieg auf die Ukraine vor allem einer Person zuschreibt: Putin.

Ukraine-Krieg: Was ist die Motivation Putins?

Aber ist das zu einfach? Gibt es nicht doch tiefere Hintergründe für den Ukraine-Krieg? Der Politologe, Osteuropahistoriker und Publizist Dr. Alexander Rahr spricht in einem Interview über die Entstehung der Ukraine innerhalb der Sowjetunion durch Lenin und Stalin – und deren Folgewirkung. So sei die Ukraine von Anfang an und bewußt „gespalten“ gewesen, was bis heute weiter wirke in der ukrainischen Bevölkerung.

Putin wiederum habe seit dem Jahr 2007 klar gemacht, dass nach Aufnahme der baltischen Staaten in die NATO (2004) sowie zuvor der NATO-Aufnahme von Tschechien, Polen und Ungarn (1999) bei der Ukraine die nun „rote Linie“ liege. Anders als Deutschland, das unter Merkel der Aufnahme der Ukraine in die NATO eine Absage erteilte, hatten die USA diese Perspektive für die Ukraine immer wieder aufgezeigt – allerdings gab es noch nicht einmal einen „Membership Action Plan„, der die Voraussetzung für den Aufnahme-Prozess in die NATO gewesen wäre.

Putin hatte im Sommer 2021 den AufsatzÜber die historische Einheit der Russen und der Ukrainer“ geschrieben. Darin vesucht er zu belegen, dass die Ukraine „ganz und gar und durch und durch ein Geschöpf der Sowjetära“ sei – aber eigentlich historisch das Kerngebiet Russlands sei, weswegen wiederum die Ukrainer eigentlich Russen seien.

Ukraine-Krieg, Putin und China

Nachdem der Ukraine-Krieg offenkundig anders verläuft als sich Putin das vorgestellt hatte, wird die Situation immer gefährlicher: der Westen bringt ihn und Russland mit seinen Sanktionen in große Schwierigkeiten, sodass eine Lösung derzeit nicht absehbar ist.

Wie kann Putin aus diesem mißlungenen Ukraine-Krieg heraus kommen, ohne sein Gesicht zu verlieren? Droht eine weitere Eskalation, bis hin zum Einsatz von Atomwaffen? Welche Rolle spielt China im Ukraine-Krieg?

Alexander Rahr sagt: der Westen meine, er habe die bessere Moral und könne deswegen die Welt dominieren. Auch das sei ein wichtiger Faktor im Ukraine-Krieg. Alexander Rahr ist nicht unumstritten – er ist mit einer Russin verheiratet und der Sohn eines russischen Journalisten. Aber er bringt Aspekte in die Diskussion, die vielleicht eine weitere Eskalation im Ukraine-Krieg verhindern könnte:

 



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10 Kommentare

  1. Hallo

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boersen_tag/Der-Boersen-Tag-am-Mittwoch-2-Maerz-2022-article23165541.html

    13:42 Uhr
    Russland steht vor scharfer Rezession
    Die Volkswirte von Capital Economics sehen Russland wegen des Überfalls auf die Ukraine auf eine schwere Rezession im Jahr 2022 zusteuern. Sie verweisen auf die scharfen Sanktionen, sich verschlechternde finanzielle Bedingungen sowie die Perspektive einer Bankenkrise. Das russische Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden Jahr um 5 Prozent abstürzen. Vor dem Überfall auf die Ukraine hatten die Analysten Russland ein Wachstum von 2,5 Prozent in Aussicht gestellt.

    Die jährliche Inflationsrate dürfte bis Mitte des Jahres auf 15 Prozent steigen von 8,7 Prozent im Januar. Dieser Effekt dürfte die verfügbaren Einkommen der Haushalte reduzieren. Der wirtschaftliche Abschwung könne ein ähnliches Ausmaß annehmen wie der 7,5-prozentige Rückgang, den das Land während der globalen Finanzkrise erlebte – oder der Rückgang um 6,8 Prozent während der russischen Finanzkrise von 1998, heißt es weiter.

    Und das wird nicht reichen, es ist davon ausgehen , dass Russland, selbst wenn der Krieg vorbei ist, der Feind der westlichen Welt ist und dies auf Jahre hin bleibt ! Ich rechne dies auf mindestens auf 10 Jahre ! – dies ist natürlich eine Zeitenwende. Das ist der heiße Krieg !

    Und diese Sanktionen dürften für Russland auf lange Sicht, richtig , richtig unangenehm werden…

    Und was alle wissen, den Russen, den können wir nicht mehr vertrauen. Punkt.

    D.h.., die Nato muss Ihre Truppen an der Nato-Linie verstärken, weil dann wohl Finnland wohl als nächstes Ziel der Russen dran wäre, da kein Nato-Mitglied…. Also ein „einfaches Ziel“ wäre.

  2. Sehr interessante, sachkundige Analyse.
    Die bekannte US-Politikerin Tulsi Gabbard (Demokraten) hat erklärt, daß der Westen diesen Krieg leicht hätte verhindern können, wenn er der russischen Regierung in der zentralen Forderung, die Ukraine nicht in die Nato aufzunehmen und keine (Atom) Waffen in der Ukraine zu stationieren, entgegengekommen wäre. Doch außer Macron war im westlichen Lager, angeführt von den USA, niemand bereit, auf legitime russische Sicherheitsinteressen einzugehen – auch auf die Gefahr hin, daß der Konflikt kriegerisch eskaliert, wie nun geschehen.

    Zur Beendigung des Krieges: die Regierung Selenskyj steht unter starken Einfluß Washingtons und es sind daher letztlich die USA sind, die über den Zeitpunkt der unvermeidbaren Kapitulation entscheiden. Jedes weitere Zögern und erst recht die Bewaffnung von Zivilisten und ihre polit-mediale Stilisierung zu Helden erhöht nur den Blutzoll und das Leid für die ukrainische Bevölkerung.

  3. Und in dem Moment, sollte Putin einen Nato-Staat angreifen, da haben wir den 3. Weltkrieg vor der Tür.

    Danach Nuklearwaffen usw…

    Das heißt, dies wäre das Ende der Welt…

    Das war´s dann für uns Menschen…Ist so wie bei den Dinosauriern, die würden von einem Asteroiden gekillit.

    „Wir“ killen uns gegenseitig, die Erde wird das schon überleben… ;)

  4. Es war einmal, ein Planet, der wurde von Psychophaten regiert.
    Die Bevölkerung merkte es nicht…………………………….

  5. Ich kann es echt nicht mehr hören.
    Der Westen, die Nato, der Westen die Nato …
    Mehreres:
    Niemand wollte westliche Atomwaffen in der Ukraine stationieren.
    Punkt!
    Man kann gerne anderes behaupten, aber wahrer wird es dadurch nicht.
    Ich empfehle mal dringend diesen Artikel, dann muss ich hier nicht alles selber schreiben.
    https://www.br.de/kultur/warum-die-nato-erweiterung-fuer-putin-ein-vorwand-ist-100.html
    Zur Nato – Osterweiterung sage ich:
    Tschetschenien/Grosny, Moldau/Transnistrien, Syrien/Aleppo und Unterstützung des Regimes Assad.
    Die ständige Einmischung Russlands in der Ukraine mit dem Ziel die Demokratisierung zu verhindern.
    Ja entschuldigung, all das haben die baltischen Staaten gesehen, sie haben gesehen wie die Lebensumstände in Russland immer unfreier wurden. Putin hat sie doch in die Nato getrieben.
    Richtig, die Ukraine hat natürlich auch Fehler gemacht. Aber bitte dies immer im Kontext betrachten und einzelne Ereignisse nicht losgelöst einfach mal so in den Raum werfen.
    Da war letztens schon mal so ein tendenzieller Artikel bei Euch.
    Und nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt diesen Angriffskrieg.
    Auch kein Whataboutism.
    Jede Seite kann der anderen Vorwürfe machen. Odessa? ja, nach den Geschehnissen völlig falsch damit umgegangen worden.
    Und was ist mit MH17?
    Grosny, Aleppo …?
    Führt gegenseitiges aufrechnen zu irgendetwas?
    Das wirkliche Problem ist, dass Putin und sein Machtzirkel es sich nicht leisten können freiheitliche und demokratische Länder an ihren Grenzen zu haben.
    Statt mit dem Westen zusammenzuarbeiten sehen wir doch, was in Russland passiert ist und immer schlimmer wird.
    Meinungsfreiheit ja! Immer! Aber bitte auf Fakten und Wahrheit basierend.
    Fakten sind kein Bauchgefühl und Meinungsfreiheit keine Fakefreiheit.
    Genau wie mit dem Klimawandel und Corona.
    Und man kann nur diskutieren wenn man sich im Vorfeld auf eine Faktenbasis verständigt hat.
    Dann kann man diese aus der eigenen Sicht interpretieren und mit dem Gegenüber Diskutieren.
    Sonst wird da kein Schuh draus.

    1. Genau das ist der Punkt.
      Welche Fakten stimmen.
      War ich in Allepo Nein.
      Also muss ich den Nachrichten
      Vertrauen können.
      Nur mit Vertrauen funktioniert alles.
      Kritisches Denken ist bei aller Information eine gute Hilfe.
      Andere Seiten anhören.
      Sie sind hier auf einer Plattform
      Wo es vorkommen kann andere oder neue Gesichtspunkte zu lesen. Ist das unerhört?
      Ich schreib an schmarrn?
      Kann sein.

      1. Ja, Schmarrn.
        Genau diese Argumente habe ich 2020 bzgl. Corona gehört.
        Wer sagt mir, dass die Bilder in Bergamo echt waren?
        Die Kühltransporter in den USA wegen zu vieler Toter, war ich doch nicht dabei.
        Mondlandung, Marsrover, Gletscherschmelze etc.
        Wie ich bereits sagte, man muss sich auf eine gemeinsame Faktenbasis einigen.
        Und an Hand derer kann man dann Diskutieren, was sie „neue Gesichtspunkte“ nennen.
        Kritisches Denken ist unabdingbar.
        Wenn andere Menschen Fakten interpretieren und man diese Interpretation übernimmt ohne selber abzuwären ist das schlecht. Und nur so entsteht Disput und Diskurs.
        Das Problem ist, wenn es nicht um die kritische Interpretaion des Geschehens geht, sondern die Kritik darin besteht Fakten zu negieren.

        Was die russische Armee in Syrien gemacht hat und macht ist ein solcher Fakt. Jetzt kann man verschiedener Meinung sein, wie es dazu gekommen ist und wie man insgesamt dazu steht. Das ist dann die Diskussion.
        Ein Fakt ist jahrzehnte gewaltsames Machtgebahren von Russland. Das ist ein Fakt.
        Wie es dazu kam und wie man die Auswirkungen bewertet, das ist die Diskussion.
        Neue Aspekte gibt es nicht, da wir uns mit Geschehnissen der Vergangenheit beschäftigen und ihren Auswirkungen bis heute. Dass der Westen, insbesondere Amerika, die Nato und generell alle anderen Schuld sind ist ja nun kein neuer Aspekt. Vielmehr ist das die alte UDSSR Rhetorik.
        Beispiel für Diskussion:
        Wegen der ständigen Einmischung Russlands in die Politik seiner Nachbarstaaten, seiner militärischen Agression, seiner Einmischung durch Söldner, der Unterdrückung des eigenen Volkes und seiner Weigerung einen demokratisch-freiheitlichen Weg zu beschreiten, ist es nicht so, dass die Nato eine Osterweiterung betrieben hat, Betonung auf betrieben, sondern Russland in den baltischen Staaten so viel Angst erzeugt hat, dass der Natobeitritt die logische Konsequenz war.
        Zumal sie ja auch das abschreckende Beispiel Belarus vor ihrer Tür haben.
        Das ist meine Meinung, in Kürze, basierend auf den geschichtlichen Ereignissen.
        Und dann stellt man nicht einfach eine Aberkennung der Fakten in den Raum, weil man ja nicht dabei war. Natürlich muss man Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Aber das was bleibt bietet doch eine gute Grundlage für Diskussionen.
        Die Greueltaten in Grosny abzustreiten, die Einmischung und Unterstützung von Lukaschenko abzustreiten, tja, dann bleibt keine Diskussion.

    2. Die Angst der Balten ist verständlich, sie wurden von den USA und Churchill an Stalin verschenkt, nachdem das Deutschen Reich nach dem WK1 ihnen die Unabhängigkeit gegeben hatten (wie auch den Finnen und Polen).
      Niemand wollte Atomwaffen in der Ukraine stationieren – aber warum konnten wir das nicht verbindlich zusichern? Auf Lippenbekenntnisse westlicher Politiker ist kein Verlass, das hatten die Russen bereits erfahren. Die Ukraine hätte zum Bindeglied zwischen Ost und West werden können, aber der Westen wollte sie zum Frontstaat gegen Russland aufbauen.

  6. Pingback: Aktuelles vom 3. März 2022 | das-bewegt-die-welt.de

  7. Danke, Herr Rahr!!
    Sehr fachlich!
    Ich finde Ihre Reportage und Kommentare absolut adäquat und rational
    ( auch im russischen Medienraum).
    Schade, dass die nur begrenzt zu Bevölkerung kommen.

    Mit vollem Respekt, Antonov Sergey

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